Ein Gespräch hat gereicht, um ein Bild zu korrigieren
Folge 5 ist keine klassische Podcast-Folge. Kein Gast. Kein Interview. Stattdessen spreche ich darüber, was Gespräche bewirken können – wenn man wirklich zuhört.
Man hört etwas über einen Menschen, ordnet es ein, baut daraus eine Geschichte — und überprüft sie nie. Genau so war die Ausgangslage zwischen Thomas Müller und Yvonne: lange kein direkter Kontakt, aber ein Bild voneinander. Irgendwann wollte Yvonne dieses Bild nicht stehen lassen und suchte das Gespräch. Nicht, um etwas klarzustellen oder sich zu rechtfertigen, sondern um sich kennenzulernen. Was danach kam, nennt Thomas selbst „fast unspektakulär und genau deshalb so stark“: ähnliche Werte, gemeinsame Veranstaltungen mit beiden Familien, eine berufliche Zusammenarbeit.
Diese Solofolge zum Jahresrückblick 2025 nutzt er, um zwei Stränge zusammenzuführen. Der erste: warum er LeichtLos so angelegt hat, wie es ist. Er wollte kein Format, in dem Menschen rückblickend erklären, warum alles genau so kommen musste, und keine Gäste, die schon alles erreicht haben. Ihn interessieren Menschen im Dazwischen — mit Kindern, Jobs, Verpflichtungen und dem Gefühl, noch nicht zu wissen, ob das hier aufgeht. Er erzählt auch, was nach den Aufnahmen passierte: Sprachnotizen, kurze Anrufe, Tränen, ein Danke. Keiner seiner Gäste hatte so etwas vorher schon einmal gemacht.
Der zweite Strang war bisher in keinem Text zu lesen. Im Mai kam beruflich Bewegung rein, „sehr überraschend und dramatisch“, ausgelöst durch das, was mit seiner alten Firma passierte. Nach außen lief vieles stabil, innerlich nicht. Es folgten Spaziergänge ohne Ziel, ohne Strecke, ohne Plan, und ein Abladen auf Papier, ohne Ordnung. Sein Urteil darüber ist ungewöhnlich nüchtern für eine Weihnachtsfolge:
> „Das Aufschreiben hat nichts gelöst, aber es hat das Gedankenkarussell verlangsamt.“
Beim Nachlesen fiel ihm auf, dass sich nicht der Erfolg durch sein Leben zieht, sondern das Wiederaufstehen.
Interessant ist die Folge über den Einzelfall hinaus, weil sie zwei Dinge beschreibt, die selten zusammen erzählt werden: wie schnell ein ungeprüftes Bild von einem Menschen entsteht — und wie lange es dauert, bis man merkt, dass man selbst mitten in einer Verschiebung steckt, während der Alltag weiterläuft. Aufgelöst wird beides nicht. „Ich weiß auch jetzt nicht, wohin das alles führt“, sagt Thomas gegen Ende.
Transkript
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Thomas: Weihnachten-Neujahr passiert ja oft dasselbe. Man wird still, schaut zurück, denkt über das Jahr nach. Nur dieses Mal hat mich ein Gedanke erwischt, den ich nicht auf dem Zettel hatte. Nicht die Frage, ob ich genug gemacht habe, sondern die Erkenntnis, dass das Wertvollste an diesem Jahr etwas war, das man von außen kaum sieht. Kein Erfolgsmoment, kein lauter Meilenstein, sondern etwas, das eher leise gewachsen ist, fast unauffällig. Und genau darüber möchte ich heute sprechen. Als ich mit LeichtLos gestartet bin, hatte ich keinen Masterplan. Keine klare Vorstellung davon, wo das hier endet. Ich wusste nur, was ich nicht wollte. Ich wollte keinen Podcast machen, in dem Menschen rückblickend erklären, warum alles genau so kommen musste. Ich wollte keine Erfolgsgeschichten erzählen, die sich erst gut anfühlen, wenn man sie glatt sieht. Und ich wollte vor allem kein Format, in dem Menschen sich besser darstellen müssen, als sie es gerade fühlen. Was mich interessiert hat, waren Menschen im Dazwischen. Nicht am Ziel, nicht am Anfang, sondern mittendrin. Mit Kindern, Jobs, Verpflichtungen, Zweifeln und mit diesem ganz normalen Gefühl von, ich weiß noch nicht, ob das hier aufgeht. Rückblickend merke ich, wie ungewöhnlich diese Entscheidung eigentlich war. Nicht spektakulär ungewöhnlich, sondern unbequem ungewöhnlich. Denn es ist leichter, fertige Geschichten zu erzählen. Es ist viel leichter, jemanden einzuladen, der schon alles erreicht hat. Es ist leichter, von oben nach unten zu sprechen. Aber genau das wollte ich nicht. Ich wollte Gespräche auf Augenhöhe. Gespräche ohne Absicherung. Gespräche, bei denen niemand weiß, wie es weitergeht. Auch die Person selbst nicht. Und je mehr Folgen entstanden sind, desto klarer wurde mir. Das hier ist kein klassischer Podcast. Es ist eher eine Sammlung von Momenten. Ein Ort, an dem Menschen laut denken dürfen, ohne dass daraus sofort ein Fazit gebaut wird. An dieser Stelle möchte ich etwas tun, das ich viel zu selten mache. Ich möchte laut sagen, dass ich stolz bin. Stolz auf Mandy, die diese Reise überhaupt erst möglich gemacht hat, ohne zu ahnen, welche Kreise ihre Geschichte ziehen würde. Stolz auf Yvonne, die gezeigt hat, dass Stärke auch leise sein darf und vielleicht genau deshalb wirkt. Stolz auf Rabea, die nicht weich gezeichnet hat, obwohl sie es gekonnt hätte. Patrycja, die mitten in ihrem Umbruch den Mut hatte, darüber zu sprechen. Thomas, der als Mann im Alltag gezeigt hat, dass Verantwortung nicht laut sein muss, echt zu sein. Und stolz auf Mema, die mit einer Klarheit und Direktheit mir gegenüber saß, die nicht einstudiert war, sondern Was all diese Gespräche verbindet ist nicht Erfolg, es ist Ehrlichkeit. Jeder dieser Personen hätte sich hinter Floskeln verstecken können. Jeder hätte ihre Geschichte schöner erzählen können. Keiner hat's getan. Und genau deshalb haben diese Geschichten etwas hinterlassen. Auch bei mir. Während ich zugehört habe, habe ich gemerkt, ich bin hier nicht derjenige, der Fragen stellt. Ich sitze selbst mitten in diesem Prozess. Mit meinem eigenen Weg. Mit meiner eigenen Geschichte, die ich in diesem Jahr aufgeschrieben habe. Mit Zweifeln, die nicht kleiner geworden sind, sondern ehrlicher. Vielleicht passt es deshalb so gut, diese Weihnachtsfolge zu nutzen, innezuhalten. nicht ⁓ dieses Jahr abzufeiern, sondern ⁓ anzuerkennen, was entstanden ist, ohne es größer zu machen als es ist. Ein Format, das Raum lässt. Menschen, die diesen Raum gefüllt haben und ein Gefühl von LeichtLos, das nichts mit Leichtigkeit zu tun hat, sondern mit Mut ehrlich hinzuschauen. Genau von hier aus möchte ich jetzt weitergehen. Denn wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, dann merke ich relativ schnell, dass es einen roten Faden gibt, der sich durch alles zieht. 2025 war für mich kein Jahr der großen Ereignisse, abgesehen von der eigenen kirchlichen Hochzeit. Es war ein Jahr der Gespräche. Gespräche, die man bewusst sucht, weil man irgendwann merkt, dass man Menschen nur dann wirklich versteht, wenn man ihnen zuhört und nicht nur über sie nachdenkt. Ich habe in diesem Jahr viele Gespräche geführt, auf Veranstaltungen, mit Menschen, die ähnliche Ziele haben, aber ganz unterschiedliche Wege gehen. Gespräche, bei denen man schnell merkt, ob jemand eine Rolle spielt oder einfach da ist. Gespräche, die nicht laut waren, aber ehrlich. und Gespräche, bei denen Vorurteile plötzlich keinen Platz mehr hatten, nicht weil sie diskutiert wurden, sondern weil sie im direkten Gegenüber einfach keine Bedeutung mehr Durch meinen beruflichen Wechsel sind viele neue Menschen in mein Leben gekommen. Menschen, mit denen ich vorher keine Berührungspunkte hatte. Und mit diesen Menschen kamen neue Gespräche. Gespräche, die nicht oberflächlich waren. Man hat nicht über das Wetter gesprochen oder über das, was gerade gut klingt. Sondern über Verantwortung, über Zweifel, über das, was man will, über das, was man nicht mehr möchte. Rückblickend merke ich, viele dieser Gespräche haben mehr verändert als manche Entscheidungen. Ein Gespräch aus diesem Jahr steht für mich aber dabei an ganz besonderer Stelle. Und zwar ein Gespräch mit der lieben Yvonne. Yvonne und ich hatten lange keinen direkten Kontakt und trotzdem gab es ein Bild voneinander Kein klares, kein bewusstes, sondern eines, das entstanden ist, weil man Dinge hört, sie einordnet und daraus eine Geschichte baut, ohne sie je überprüft zu haben. Irgendwann hat Yvonne gemerkt, dass sie dieses Bild nicht einfach stehen lassen möchte. Sie hat sich entschieden, das Gespräch mit mir zu suchen. Nicht etwas klarzustellen, nicht ⁓ sich zu rechtfertigen, sondern... sich kennenzulernen. Und ziemlich schnell wurde klar, dass vieles von dem, was vorher im Raum stand, mit der Realität nichts zu tun hatte. Was danach passiert ist, war fast unspektakulär und genau deshalb so stark. Wir haben gemerkt, dass wir sehr gut miteinander klarkommen, dass wir ähnlich denken, dass wir ähnliche Werte haben und dass berufliches Zusammenarbeit nicht kompliziert sein muss, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet. Mittlerweile waren wir gemeinsam auf mehreren Veranstaltungen. Also nicht sie und ich, sondern sie und ihre Familie sowie Caro und ich. Wir haben auch mittlerweile unser kleines Work Together gestartet und aus einem Gespräch, das ursprünglich nur Klarheit schaffen sollte, ist es echte Verbindung entstanden. Für mich war das ein sehr prägendes Ereignis. Nicht weil jemand seine Meinung geändert hat, sondern weil ein Gespräch gereicht hat, ein Bild zu korrigieren. Und genau das beschreibt dieses Jahr für mich ziemlich gut. 2025 war kein Jahr der großen Ansagen. Es war ein Jahr, in dem Gespräche Dinge in Bewegung gebracht haben, leise und ehrlich. Und vielleicht ist genau deshalb dieses Jahr für mich so stark von Gesprächen geprägt gewesen. Wenn ich an den Anfang dieses Podcasts denke, dann denke ich nicht an eine Veröffentlichung. Ich denke an Unsicherheit. An dieses Gefühl kurz vor der ersten Aufnahme, bei dem man sich fragt, interessiert das überhaupt irgendjemand oder reicht das, was ich hier mache oder rede ich mir nur ein, dass es einen Sinn hat? LeichtLos ist nicht mit Selbstverständlichkeit gestartet. Es ist gestartet mit einem inneren Zögern, mit einer Mischung aus Lust und Angst, die man nur kennt, wenn man etwas macht, das nicht planbar ist. Die ersten Gespräche waren vorsichtig, nicht zurückhaltend, aber achtsam. Ich habe gemerkt, wie sehr mir wichtig war, niemanden bloßzustellen, niemanden in eine Rolle zu drücken, niemanden für eine Geschichte zu benutzen. Und gleichzeitig habe ich lernen müssen, loszulassen. Nicht jedes Gespräch zu kontrollieren, nicht jede Pause zu füllen, nicht jede Emotion sofort einzuordnen. Mit jeder Folge wurde mir klarer, die stärksten Momente entstehen nicht in Antworten, sondern sie entstehen dazwischen. In den Sekunden, in denen jemand kurz schweigt, in denen der Blick weggeht, in denen ein Satz anfängt und dann anders endet als geplant. Was mir erst mit etwas Abstand klar geworden ist: Gespräche haben nicht nur bei mir etwas bewegt. Nach den Aufnahmen gab es Momente, die nie im Podcast gelandet sind. Nachrichten, Sprachnotizen, kurze Anrufe, manchmal auch einfach nur Stille und ein ehrliches Danke. Ein paar meiner Gäste haben mir gesagt, wie viel ihnen diese Folge selbst gegeben hat. Nicht weil sie etwas erreicht hätten, sondern weil sie sich zum ersten Mal erlaubt haben, ihre Geschichte laut auszusprechen. Einige waren sichtlich stolz, andere hatten Tränen in den Augen. Nicht aus Traurigkeit, sondern weil sich etwas gelöst hat. weil sie gemerkt haben, das war ich und das darf so sein. Fast alle sind über ihren eigenen Schatten gesprungen. Nicht eine Person davon hatte so etwas vorher schon einmal gemacht. Keiner war routiniert, keiner kam mit einem fertigen Plan. Und trotzdem sind sie geblieben, haben geredet, haben sich gezeigt. Mehr als einmal habe ich gehört, das hat mir Kraft für den Alltag gegeben oder ich habe mich danach klarer gefühlt. Nicht weil wir eine Lösung gefunden hätten, sondern weil sie sich selbst ernst genommen haben. Das war für mich einer der stärksten Momente dieser Reise. Zu sehen, was passiert, wenn Menschen sich selbst zuhören und merken, dass ihre Geschichte Gewicht hat. Ich habe in diesem Jahr viel zugehört, mehr als ich es mir selbst zugetraut hätte. Ich habe gemerkt, wie selten wir uns wirklich zuhören, ohne direkt zu reagieren, zu bewerten oder einzuordnen. Was mich selbst überrascht hat, je mehr Geschichten ich gehört habe, desto weniger wollte ich erklären. Früher hätte ich versucht, daraus Learnings zu ziehen, Muster zu benennen, Zusammenfassungen zu bauen. Okay, das LeichtLos Echo macht das vielleicht ein bisschen. Aber ich lasse Dinge heute öfters stehen, wie sie sind. Nicht alles braucht eine Antwort. Manches braucht nur Raum. Diese Reise war keine lineare Entwicklung. Es gab Phasen, in denen ich dachte, jetzt habe ich es. Und Phasen, in denen ich überlegt habe, ob das hier überhaupt weitergehen soll. Zeit, Energie, Zweifel, all das war immer wieder Thema. Oft leise, selten ausgesprochen, aber immer präsent. Und trotzdem werde ich dranbleiben. Nicht aus Disziplin, sondern weil es sich richtig anfühlt. LeichtLos hat sich für mich von einem Projekt zu einem Spiegel entwickelt. Ein Spiegel, der mir gezeigt hat, wo ich selber stehe. Was ich mir erlaube und wo ich mich noch zurückhalte. Wenn ich heute auf diese Reise zurückblicke, sehe ich keinen perfekten Start. Ich sehe einen ehrlichen Anfang und eine Bewegung, die nicht laut war, aber konsequent. Vielleicht ist das das eigentliche Geschenk dieses Jahres. Nicht die Anzahl der Folgen, nicht die Reichweite, sondern die Gewissheit, dass echte Gespräche etwas verändern. Zuerst den Themen. der sie hört. Und genau hier setzt der nächste Teil an. Denn diese Reise hat nicht nur das Format verändert, sie hat mich verändert. Denn wenn ich auf meinen eigenen Weg in diesem Jahr schaue, dann fühlt sich das nicht nach einem Abschluss an, eher nach einem bewussten Tempo, das sich mit der Zeit eingestellt hat. Im Mai kam beruflich wieder Bewegung rein. Sehr überraschend und dramatisch. Deutlich genug, genauer hinzuschauen als sonst. Es war eine persönliche Krise. Kein einfaches Weiter-so. Dieses Gefühl, dass sich Dinge verschieben, während man noch mittendrin steckt. Man funktioniert, erledigt seinen Alltag, trifft Entscheidungen und merkt, dass man innerlich anders unterwegs ist als noch ein Jahr zuvor. Nach außen lief vieles stabil, aber innerlich habe ich gemerkt, dass ich mir selbst mehr Raum geben muss. Nicht weil ich mir das vorgenommen habe, sondern weil es nötig war. Ich war häufiger allein unterwegs, Spaziergänge ohne Ziel, ohne Strecke, ohne Plan. Nicht als Auszeit, nicht als Ritual, eher als Beschäftigung. Man geht los, denkt über etwas nach, bleibt stehen, denkt weiter, verwirft den Gedanken wieder. Manchmal kommt man mit mehr Fragen zurück als vorher. Manchmal mit gar nichts. Beides war in dem Moment okay. Der konkrete Moment kam, als klar wurde, was mit meiner alten Firma passiert. Das war der Punkt, an dem ich nicht mehr nach vorne schauen konnte, ohne nach hinten zu schauen. Ich habe angefangen, über meine Vergangenheit nachzudenken. Nicht nostalgisch, eher ehrlich. wie oft ich schon gestolpert bin, wie oft ich hingefallen bin, wie oft ich dachte, jetzt bleibe ich liegen und wie oft ich trotzdem wieder aufgestanden bin. Mir ist aufgefallen, dass sich genau das wie ein roter Faden durch mein Leben zieht. Nicht der Erfolg, sondern das Wiederaufstehen. Und genau das wollte ich festhalten. Nicht es zu erklären, sondern es mir selbst klarzumachen. Es war ein Abladen. Gedanken raus aus dem Kopf, rein aufs Papier. Ohne Ordnung, ohne roten Faden. Manches davon war erstaunlich klar. Andere Dinge widersprüchlich. Einige Sätze habe ich später wieder gestrichen, andere stehen gelassen. Nicht weil sie besonders gut formuliert waren, sondern weil sie etwas getroffen haben, das ich selbst gerne umgangen hätte. Das Aufschreiben hat nichts gelöst, aber es hat das Gedankenkarussell verlangsamt. Nicht alles sofort einzuordnen, nicht für alles eine Richtung zu brauchen, einfach stehen lassen zu können, was noch nicht fertig ist. Diese Phase hat nichts abgeschlossen. Aber sie hat etwas sortiert. Nicht im Sinne von Klarheit, sondern im Umgang mit Unklarheit. Ich habe gemerkt, dass ich weniger nach schnellen Antworten suche und mehr darauf achte, wie sich Dinge anfühlen, wenn man sie ein paar Tage liegen lässt. Die Entscheidung für den Podcast hier kam erst später, kurz nach unserer Hochzeit im September. Und rückblickend passt die Reihenfolge eigentlich ganz gut. Nicht geplant, aber stimmig. Ich war innerlich ruhiger. Nicht weil alles geklärt war, sondern weil ich mir selbst nicht mehr permanent voraus war. Der Wunsch, LeichtLos zu starten, kam nicht aus dem Bedürfnis heraus etwas zu erklären, sondern aus dem Gefühl zuhören zu wollen. Nach außen. Ich hatte gemerkt, wie gut es tut, Gedanken nicht sofort zu bewerten und wie selten wir uns im Alltag wirklich Raum dafür geben. LeichtLos ist deshalb nicht aus einer fertigen Idee entstanden, sondern aus einer Haltung. Aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen laut denken dürfen, ohne sofort ein Fazit liefern zu müssen. Und wenn ich ehrlich bin, ich weiß auch jetzt nicht, wohin das alles führt. Aber ich merke, dass ich anders unterwegs bin als früher. Weniger getrieben, damit beschäftigt, Dinge erklären zu müssen. Mehr damit sie wahrzunehmen. Ich halte Pausen besser aus. Ich lasse Gedanken länger stehen. Und ich akzeptiere eher, dass nicht alles sofort Sinn ergeben muss. Vielleicht ist das kein großer Umbruch, keine Geschichte zum Feiern, aber es ist ein ehrlicher Standpunkt. Und genau von hier aus schaue ich jetzt nach vorne. Denn wenn ich auf 2026 schaue, dann fühlt sich das ehrlich gesagt überraschend leicht an. Nicht im Sinne von sorglos oder unbeschwert, eher im Sinne von ich muss mir selbst nichts mehr beweisen. Das ist kein Zustand, den man einmal erreicht hat und dann abhakt. Ich merke auch jetzt, wie schnell alte Muster wieder auftauchen. Der Anspruch, der innere Druck, dieses leise Antreiben, schneller zu sein, klarer zu sein, weiter zu sein, als man eigentlich gerade ist. Der Unterschied ist, Ich renne dem nicht mehr sofort hinterher. Ich habe für 2026 keine große Liste, keine Vorsätze, keinen Plan, der irgendwo an einer Wand hängt und auch kein Bild davon, wie dieses Jahr aussehen sollte. Nicht weil mir alles egal ist, sondern weil ich gemerkt habe, dass mich diese Bilder eher unruhig machen als voranbringen. Was ich stattdessen habe, ist eine Haltung, die sich langsam entwickelt hat. Nicht über Nacht. Nicht bewusst entschieden, sondern Schritt für Schritt. Ich möchte weniger erklären, weniger rechtfertigen, weniger sofort einordnen, warum etwas gerade so ist, wie es ist. Dafür möchte ich mehr zuhören, mehr beobachten und mir selbst und anderen öfters die Zeit lassen, die Dinge wirken zu lassen. 2026 fühlt sich für mich nicht nach einem Neustart an, eher nach einem Weitergehen mit etwas weniger Gepäck. Ich weiß genauer, was mir Energie zieht und ich merke schneller, was mir gut tut. Nicht immer rechtzeitig, aber früher als noch vor einem Jahr. LeichtLos wird genau aus dieser Haltung heraus weiterlaufen. Nicht größer, nicht lauter und nicht mit einem neuen Anspruch an sich selbst. Es wird weitere Gespräche geben mit Menschen, die mitten im Leben stehen, mit Zweifeln, mit Verantwortung, mit Alltag. Keine Rollen, keine Geschichten, die erst im Rückblick funktionieren, sondern ehrliche Einblicke im Prozess, die noch laufen. Und ja, Es geht direkt im neuen Jahr weiter. Mit Gesprächen, die schon aufgenommen sind. Mit Patrycja, Thomas und mit Mema. Nicht als Neustart, nicht als neue Staffel, sondern eine Fortsetzung dessen, was hier gewachsen ist. Und das, was ich dieses Jahr für mich festgehalten habe, ist jetzt einfach da. Es gehört zu diesem Weg. Es erinnert mich daran, wo ich innerlich wirklich war, als vieles in Bewegung kam. Ich habe nicht vor, daraus mehr zu machen, als es ist. Es darf mitlaufen. So wie vieles andere auch. Was ich mir für 2026 wünsche, ist nichts Großes. Kein Durchbruch, keine klare Linie, die alles erklärt. Ich möchte aufmerksam bleiben, neugierig und ehrlich mit mir selbst, auch dann, wenn es unbequem wird. Ich möchte öfter die Frage stellen, ob das, was ich gerade tue, wirklich zu mir passt. Nicht im Sinne von Perfektion, sondern im Sinne von Stimmigkeit. Wenn ich am Ende des nächsten Jahres sagen kann, dass ich mir selbst öfters zugehört habe, dass ich weniger über mich hinweggegangen bin und anderen den Raum gelassen habe, das Gleiche zu tun, dann reicht mir das vollkommen. LeichtLos geht weiter. Nicht schneller, nicht lauter, nicht mit mehr Druck. Vielleicht einfach so wie ein gutes Gespräch am Küchentisch. Man steht nicht sofort auf, man räumt nicht hektisch zusammen. Man bleibt noch einen Moment sitzen, weil man merkt, dass gerade etwas Echtes da ist. Und genau so darf 2026 für mich starten. Bevor ich diese Folge jetzt abschließe, noch ein kleiner Hinweis zum Jahreswechsel. Zwischen den Tagen rund Weihnachten und Neujahr fühlt sich vieles etwas langsamer an. Gespräche werden kürzer oder tiefer. Der Kalender verliert ein bisschen an Bedeutung und genau diesen Raum nehme ich mir hier auch. Am 30. Dezember wird es bei LeichtLos deshalb bewusst ruhig bleiben. Keine neue Folge, kein Ersatz. Einfach eine kleine Pause, die sich gut anfühlt. Nicht weil mir die Gesprächspartner ausgegangen sind, sondern weil manches besser wirkt, wenn man es einen Moment liegen lässt. Die nächste Folge erscheint somit am 6. Januar. Dann geht's weiter mit Patrycja. Ein Gespräch, das sehr gut ins neue Jahr passt. Ohne sich wie ein Neustart anzufühlen. mit Alltag, Verantwortung, Klarheit und genau dieser ehrlichen Art, die LeichtLos ausmacht. Bis dahin wünsche ich dir Tage, die dir guttun. Tage, in denen nicht alles einen Zweck haben muss. Momente, in denen man einfach sitzen bleibt, statt schon wieder weiterzugehen. Vielleicht ein Gespräch, das ein kleines bisschen länger dauert als geplant. Vielleicht auch einfach nur ein Gedanke, der noch ein bisschen mitläuft. Danke, dass du dieses Jahr Teil von LeichtLos warst. dass du zugehört hast, mitgemacht hast und diesen Raum mitgetragen hast. Wenn du LeichtLos schon länger hörst oder heute zum ersten Mal dabei warst, dann freue ich mich, wenn du diesen Gesprächen auch weiterfolgst. Nicht weil Zahlen wichtig wäre, sondern weil genau dadurch diese Art von Gesprächen sichtbar bleibt. Eine kurze Bewertung oder Abonnement hilft weniger mir als dem Format selbst. Damit diese Stimmen, diese Geschichten und dieses Tempo auch weiterhin ihren Platz haben. Und wenn du beim Zuhören gemerkt hast, dass du selbst etwas zu erzählen hast oder jemanden kennst, dessen Geschichte hier gut aufgehoben wäre. Über die Webseite kannst du dich jederzeit melden oder auch jemanden vorschlagen, bei dem du denkst, dieses Gespräch würde passen. LeichtLos lebt nicht von perfekten Lebensläufen, sondern von Menschen, die bereit sind, ehrlich zu sprechen. Für mich ist das alles andere als selbstverständlich und ich freue mich darauf, im neuen Jahr genau dort weiterzumachen. Ruhig, ehrlich und mit den Geschichten, die entstehen, wenn man sich traut, sie auszusprechen. Wir hören uns am 6. Januar. Bis dahin wunderschöne Feiertage. Alles Gute für dich und danke, dass du hier bist.
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