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Folge 9 · Körper & Diagnose

Kein Befund für die Schmerzen, dafür ein Rezept

Über 20 Jahre suchte er nach Lösungen für gesundheitliche Beschwerden, probierte aus, hielt durch – bis zu dem Moment, in dem er ein Rezept für Psychopharmaka in der Hand hielt.

17.02.2026 42:58 Min mit Benny

Worum es geht

Es gibt in diesem Gespräch ein Rezept, das nie in einer Apotheke ankommt. Ausgestellt für Psychopharmaka, ausgehändigt nach über 20 Jahren erfolgloser Suche nach einer Erklärung für Bauchbeschwerden und wiederkehrende Entzündungsschübe. Benny Fritzsch nimmt es mit und löst es nicht ein.

Angefangen hat es mit 14. Erst kurze Schübe mit langen Pausen dazwischen, später wenig Pause und viel Schub. Im Homeoffice läuft er mit Wärmflasche oder Kirschkernkissen am Bauch durch die Wohnung und arbeitet weiter. Er geht von Arzt zu Arzt, bekommt Medikamente, die es stellenweise schlimmer machen, ernährt sich drei Vierteljahr vegan, macht Kuren, probiert Nahrungsergänzungen bis hin zu Vulkangesteinspulver. Gefunden wird nichts. Irgendwann sagen ihm die Ärzte, körperlich sei nichts zu finden, das müsse psychosomatisch sein. Er glaubt es selbst — nach so langer Zeit, sagt er, sei man irgendwann überzeugt.

„Irgendwann verlierst du dann auch die Hoffnung, dass es irgendwann besser wird. Und dann lernst du einfach irgendwo mit den Schmerzen zu leben und hältst es dann auch für normal.“

Benny ist 39, Konstrukteur im Maschinenbau, Vater von zwei Jungs und lebt im Raum Stuttgart. Was in diesem Gespräch neben der Krankengeschichte sichtbar wird, ist eine Rechnung, die er lange aufgemacht hat: Selbstwert danach zu bemessen, wie viel man aushält, wie viel man wegsteckt und wie viel man allein schafft. Dass er im Dezember 2021 überhaupt anfängt, FitLine-Produkte zu nehmen, hat mit Überzeugung wenig zu tun — er will seiner damaligen Frau beweisen, dass es nichts bringt. Was er über die Monate danach erzählt, vom Anruf seines Arztes bis zu abgesetzten Tabletten, ist seine persönliche Erfahrung und kein medizinischer Rat.

Interessant wird das Gespräch dort, wo es nicht aufgeht. Nach sieben Minuten sagt Benny, es raube ihm Kraft, wenn Menschen Hilfe nicht annehmen. Nach 37 Minuten sagt er, er selbst habe genau das lange, lange getan, und er bereue es. Dazwischen erwähnt er in einem Nebensatz eine Trennung nach fast 20 Jahren Beziehung und den Auszug mit zwei kleinen Kindern. Wer sich fragt, warum Menschen jahrelang mit etwas leben, das sie längst als falsch erkannt haben, findet hier eine sehr genaue Beschreibung — und keine Auflösung.

Kapitel

Aus den Fragen im Gespräch abgeleitet.

Transkript

79 Abschnitte, rund 6.7k Wörter. Klick auf eine Zeitmarke, um an die Stelle zu springen. Automatisch erzeugt und redaktionell korrigiert.

Benny: irgendwann verlierst du dann auch die Hoffnung, dass es irgendwann besser wird. Und dann lernst du einfach irgendwo mit den Schmerzen zu leben und hältst es dann auch für normal und dann gewöhnst du dich
Thomas: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von LeichtLos. Schön, dass du heute wieder eingeschaltet hast. Manchmal trifft man Menschen, bei denen man sofort merkt, da steckt mehr dahinter, als man auf den ersten Blick sieht. So ging es auch bei meinem heutigen Gast. Wir kannten uns vorher nur über Instagram, aber schon im Vorfeld des Vorgesprächs war klar: Das hier wird kein lautes Gespräch, sondern ein ehrliches. Er ist 39 Jahre alt, Papa von zwei Jungs und lebt im Raum Stuttgart. Er arbeitet hauptberuflich als Konstrukteur im Maschinenbau. Sehr strukturiert, sehr klar, sehr fokussiert. Und gleichzeitig ist er jemand, der in seinem Leben an Punkte gekommen ist, an denen einfaches Weitermachen keine Option mehr war. Was genau das bedeutet, darüber sprechen wir gleich. Ich freue mich sehr, dass du heute hier bist. Herzlich willkommen, Benny.
Benny: Freue mich auch sehr, dass du mich ausgewählt hast heute in deinem Podcast mitzumachen. Hat mich natürlich sehr gefreut, als du mich das gefragt hast und dachte mir ziemlich schnell, ja klar, das machen wir auf jeden Fall. Ja, jetzt sind wir da, gucken wir mal was rauskommt.
Thomas: Ja, auf jeden Fall cool, dass du das mitgemacht hast. Ja, fangen wir mal direkt ein bisschen an. Wenn man dich heute erlebt, wirkt vieles ruhig und sortiert. Gab es Zeiten, in denen es innerlich ganz anders aussah? Bei dir?
Benny: Also ruhig und sortiert war ich auf keinen Fall immer. Bin ich auch heute noch nicht 100 Prozent, Gottes Willen. Ich war früher tatsächlich genau das Gegenteil von ruhig. Ich stand eigentlich immer unter Strom und habe eigentlich immer versucht abzuliefern, alles unter Kontrolle zu haben, schneller zu sein als andere. Schneller als mir selber gut tut, musste ich leider feststellen. Und die innere Ruhe muss man es so nennen wollen, hat sich da erst nach und nach bei mir bisschen eingeschlichen, würde ich sagen. Das ist einfach, indem man einfach mal Kontrolle bewusst abgibt, was für mich ein ganz großer, schwieriger Punkt war und auch anderen Personen mehr vertraut, auch mal Fehler macht, auch mal Fehler machen darf, ganz wichtig. Und es hat einfach mal Aushält, dass das nicht alles planbar ist. Und ich tu mich da, wie gesagt, heute noch stellen, weil es ist sehr schwer. Aber ich denke, bin da auf einem guten Weg, was das angeht.
Thomas: Du hast mir im Vorgespräch gesagt, dass dein Körper in deinem Leben eine größere Rolle gespielt hat, als dir lieb war. Wie hat sich das im Alltag ganz konkret gezeigt?
Benny: Ja gut, ich bin ja ein Mensch, der schon von klein auf immer funktionieren wollte. Gleichzeitig hatte ich aber auch sehr frühzeitig schon gesundheitliche Probleme. Irgendwann hat man die Probleme halt als normal abgehakt, beziehungsweise man hat es halt so gut es ging ignoriert. Hauptsache man funktioniert weiter, nicht nur für sich selber, auch für andere. Mittlerweile habe ich da aber gelernt, wie Körper und Geist zusammenhängen. Bei mir war das ein ganz großes Thema, was den Selbstwert angeht. Da musste ich tatsächlich auch mal lernen, dass man den Selbstwert hat und misst, wie viel ich aushalte, wie viel ich wegstecken kann, wie viel ich durchstehen kann. Wenn ich da zurückblick, war das schon eine sehr unbequeme Art oder Schule. Selbstfürsorge, würde ich jetzt mal nennen. War schwierig, aber auch da bin ich auch auf einem guten Weg. Das war früher einfach eine sehr schwierige Zeit für mich, dass sich ja wirklich über viele, viele Jahre so entwickelt hat. Ich dir gern noch noch mehr dazu erzählen.
Thomas: Ja, bitte. Ja, für alle, die dich noch nicht kennen, wer bist du und wie würdest du dich selbst beschreiben, jenseits von Job und Business?
Benny: Jenseits von Job und Business. Ich würde mich selbst als einen ziemlich neugierigen, ehrgeizigen, witzigen, ehrlichen und offenen Menschen beschreiben. Ich mag einfach gerne gute Gespräche mit Menschen, höre gern zu, bin auch ein guter Zuhörer, ich komme allgemein gut mit Menschen klar. Ich bin der Meinung, dass Menschen sich in meiner Gegenwart sehr wohl fühlen, ist meine Einschätzung. Ich habe ein super gutes Bauchgefühl, das mich nicht täuscht. Ich Musik. Ohne Musik kann ich nicht sein. Ich bin sehr aktiv. Das könnte man jetzt auf dem Datingportal pauschen, oder?
Thomas: Ja, wenn wir gerade beim Datingportal sind, du wohnst in der Nähe von Stuttgart. Wie sieht dein Alltag aus zwischen Familie, Arbeit und dem, was dir wichtig ist?
Benny: Wie sieht mein Alltag aus? Ich wohne hier seit letztem April. Alleine habe ich wieder meine Kinder bei mir. Ich arbeite hier aus dem Homeoffice in meinem Hauptjob. Ich habe da natürlich schon viel zu tun tagsüber. Durch die Kinder wurde es natürlich auch nicht langweilig. Ich habe natürlich schon meine Routinen, die ich jeden Tag versuche durchzuziehen. und Das nimmt dann eigentlich schon einen Großteil meines Tages ein und ansonsten den restlichen Tag verbringe ich dann viel mit Sport machen. Gehe viel ins Fitnessstudio, spiele, wenn das Wetter zulässt, auf Tennis. Das ist jetzt gerade ein bisschen auf Eis gelegt wegen der Knieverletzung, aber das wird auch wieder. Ja ansonsten verbringe ich dann noch meine restliche Freizeit mit meinen Freunden, mit Freunden, wie es hoffentlich jeder so
Thomas: Wenn du an dich vor ein paar Jahren denkst, was hat sich denn in deinem Leben verändert? Vielleicht auch in deiner Haltung zum Leben?
Benny: Das habe ich dir vorhin schon bisschen angeteasert, was sich da geändert hat bei mir. Aber meine Haltung zum Leben hat sich deutlich entspannt, muss ich sagen, weil ich mehr auf mich achte und auch auf die Menschen um mich herum. Und ich einfach darauf schaue, dass ich Dinge tue, die mir wichtig sind und nicht Dinge tue, die vielleicht anderen wichtig sind und nicht immer nur versuche zu funktionieren. Das ist schon...
Thomas: Und was gibt dir dann heute Kraft oder was zieht dir eher Kraft?
Benny: Kraft geben mir natürlich ganz klar meine Kinder, ich sagen. Meine Freundinnen, wichtige Menschen in meinem Leben, Freunde natürlich. Aber tatsächlich sind es auch oftmals ⁓ kleine Erfolgserlebnisse. Das muss nichts Großes sein. Aber für mich ist das dann einfach stimmig. Das sind Dinge, die früher einfach nicht so gelaufen sind. Jetzt erfreue ich mich tatsächlich an Kleinigkeiten. Und das tut gut, das tut verdammt gut. Vor allem wenn man es in der ganzen Vergangenheit überhaupt nie so gesehen hat. Auch das ist ein Lernprozess, aber es tut verdammt gut. Was mir jetzt dagegen Kraft raubt ist ständiger Druck oder Ungewissheit. Das ist schon was, was für mich ganz problematisch ist. Oder wenn ich mich verstellen muss vor anderen. Ich hab mich wahnsinnig lang vor Leuten verstellt, irgendwie zu gefallen oder sowas. Das hab ich... so gut es geht eigentlich abkleben, weil man tut sich ja selber keinen Gefallen damit. Und was mich auch sehr sehr triggert oder was mir sehr viel Kraft drauf sind, teilweise Menschen, die Hilfe benötigen, tue ich gerne, ich helfe Menschen absolut gerne, aber wenn Menschen die Hilfe nicht annehmen, sondern einfach nur jammern wollen und ihren Hinteren nicht hochkriegen, finde ich ganz schlimm und das raubt einfach Kraft.
Thomas: Ja, das stimmt. Ja, du hast ja am Anfang schon erzählt, es bei dir im Körper nicht ganz so rund lief und du halt sehr früh mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. ja, wann hast du für dich gemerkt, dass es nicht nur Stress oder Pech, sondern da stimmt wirklich grundsätzlich etwas nicht.
Benny: Naja, es hat bei mir ja tatsächlich schon sehr früh angefangen. Tatsächlich mit 14 Jahren schon. Da haben so die körperlichen Dinge angefangen und das hat demnach, finde ich, weniger mit Stress zu tun. Ja, Pech, könnte man jetzt sagen. Würde ich es jetzt aber auch nicht unbedingt nennen. Bei mir war das halt so, mit 14 Jahren hatte ich das Problem, dass bei mir sich langsam noch mehr... Bauchbeschwerden und Entzündungserscheinungen im ganzen Bauchbereich eingeschlichen haben. hat anfangs, waren das immer so kurze Schübe, die dann auch eine lange Zeit Ruhe gegeben haben. Aber das hat sich dann über die Jahre und das waren tatsächlich über 20 Jahre, in denen ich diese Probleme hatte. Und es wurde dann einfach von wenig und kurzzeitig viel und langfristig, sag ich mal. bin da tatsächlich, wenn ich Homeoffice daheim gemacht habe, bin mit der Wärmflasche oder mit dem Kirschkernkissen Bauch gebunden. Bin ich durch die Wohnung gerannt. Hab das aber immer wieder so gut es ging, versucht zu ignorieren. Und natürlich war mir frühzeitig klar, da stimmt irgendwas nicht, aber man versucht irgendwann damit zu leben und ganz besonders dann, wenn man ja vieles versucht, einfach nichts bringt oder nichts gefunden wird. ist dann halt... Man versucht sich damit zu arrangieren, klar, dass das natürlich kein dauerhafter Zustand ist, ist klar.
Thomas: Was macht das mit einem Menschen, der jahrelang Schmerzen hat, aber niemand wirklich etwas findet?
Benny: Ja gut, wie gesagt, das waren über 20 Jahre. Und wenn du über 20 Jahre aktiv versuchst, eine Lösung zu finden, weil es ist ja nicht so, dass ich nichts versucht habe, ich bin von Arzt zu Arzt gerannt. Wirklich. Und keiner konnte mir wirklich helfen. Es wurden immer Vermutungen geäußert oder so was. Mir wurden massig Medikamente verschrieben, die es auf eine Stellenweise eher schlimmer gemacht haben als besser. Es wurde dann mal vielleicht kurzzeitig irgendwie besser, aber ... richtig weg ging es nie. Es war also dauerhaft Und irgendwann verlierst du dann auch die Hoffnung, dass es irgendwann besser wird. Und dann lernst du einfach irgendwo mit den Schmerzen zu leben und hältst es dann auch für normal und dann gewöhnst du dich So ist es dann leider. Hört sich nicht cool an, war es auch nicht, aber für mich war das dann einfach das Normale über viele, viele Jahre.
Thomas: Aber gab es dann einen Moment, wo du gesagt hast, ich kann meinem Körper gerade nicht mehr ausweichen, ich muss mich darum kümmern?
Benny: Ja, den gab es tatsächlich. Ich war ja richtig gut dran, meine Schmerzen zu ignorieren oder mich jetzt davon abzulenken. Das konnte ich richtig gut. Ich hatte ja genug Zeit, das mir anzueignen. Aber ich wollte ja trotzdem eine Lösung. Das wollte ich immer, weil irgendwann geht man daran kaputt oder der Körper geht daran kaputt. demnach mit. Aber irgendwann war da der Moment erreicht, dass mir auch die Ärzte gesagt haben, man findet nichts Körperliches, das muss psychosomatisch in der Natur sein. Klar, ist ja heutzutage keine Seltenheit, dass so eine Aussage getätigt wird von Ärzten, wenn man nichts findet. Dann war das halt so, dann habe ich eine entsprechende Überweisung bekommen zu einem Psychologen und so weiter. Ich habe mir das dann auch angehört, weil klar, war dann irgendwann nach 20 Jahren, war auch der Meinung, wenn da so über die lange Zeit nichts gefunden wird, dann muss doch da irgendwas dran sein und dann bist du tatsächlich selber davon überzeugt, okay, das kann ja eigentlich nur psychosomatisch sein. Du hast alles versucht, was geht, aber du findest keine Lösung, ein Arzt findet keine Lösung, dann muss es doch davon kommen. Und wie gesagt, ich war dann auch bei entsprechenden Ärzten und hatte dann tatsächlich schon schwarz und weiß ein Rezept für Psychopharmaka in der Hand. Und das war für mich dann in dem Fall der Moment, wo ich sagte, wow, stopp, wenn ich was nicht nehmen will, dann ist es Psychopharmaka. Es kann ja sein, ich will das Zeug nicht unbedingt schlecht reden, aber es kann ja... dass da was dran ist, vielleicht hilft es mir, aber ich hatte schon immer eine Abneigung gegen sowas und viel zu viel Respekt vor solchen Medikamenten und habe gesagt, nee, ich möchte sowas nicht nehmen. Und ich habe das tatsächlich auch nie eingelöst, Rezept, sondern trotzdem weiter versucht, Lösungen zu finden. Ich habe mir Kuren... Kuren durchgemacht. Ich habe mich teilweise in 3 Vierteljahr vegan ernährt, was tatsächlich schon ein bisschen geholfen hat, aber für mich keine dauerhafte Lösung war. Und dann kam halt irgendwann der Moment, wo sich was getan hat. Du grinst schon, ich sehe es.
Thomas: Genau, das führt mich nämlich zu meiner nächsten Frage. Was war dann die Lösung und wie bist du dann das erste Mal mit den Produkten in Kontakt?
Benny: Tatsächlich war es als meine Ex-Frau damals schwanger war mit unserem ersten Sohn, klar war es natürlich auch bei der Geburtsvorbereitung, und da war damals auch meine damalige Sponsorin, Sarah, in dem Geburtsvorbereitungskurs. Die war damals auch schwanger mit ihren Zwillingen. Seitdem bestand der Kontakt unter den Muttis. Im Dezember 2021 war das. Das waren wenige Wochen, nachdem ich das Rezept bekommen habe. Kam meine Ex-Frau euphorisch nach Hause gestürmt. Vielleicht hat sie jetzt endlich was für mich, wo mir helfen kann. Ich war voller Hoffnung. War genauso euphorisch. Dann hat alles seinen Lauf genommen.
Thomas: Erinnerst du dich noch an deinen inneren Widerstand am Anfang? Und was hat dich dann trotzdem dazu gebracht es zuzulassen?
Benny: So was von? Absolut erinnere ich mich da dran. Ja, wie gesagt, meine Ex-Frau kam voll euphorisch zu mir, fängt an zu erzählen, dann fällt das Wort Nahrungsergänzung und meine ganze Hoffnung und Euphorie war sofort von da ganz unten. Ich habe, wie gesagt, über viele, viele Jahre alles versucht, wirklich alles. Medikamente, Nahrungsergänzungen, ich habe mich mit irgendwelchen Vulkangesteinspulver vollgeballert, ich habe so vieles versucht.
Thomas: Mann.
Benny: eben auch vegan ernährt und es hat einfach nichts langfristig geholfen oder mich wirklich überzeugt, weil es einfach immer und immer wieder kam. Also wie sollte mir dann eine Nahrungsergänzung von FitLine, völlig egal wie das Zeug damals hieß, in irgendeiner Art und Weise helfen. Aber ich muss dazu sagen, ich war ja sehr verzweifelt in dem Moment und habe mir gedacht, ich klammer mich natürlich irgendwo an jeden Strohhalm.
Thomas: Und was hat sich dann für dich verändert, als du gemerkt hast, dass es kein kurzfristiger Effekt, sondern etwas Nachhaltiges ist?
Benny: Ja, tatsächlich habe ich dann dem ganzen Johnny-Shows gehen. Ich habe dann auch im Dezember, direkt nach Weihnachten war das glaube ich, direkt gestartet mal mit diesen ganzen Produkten, die mir da empfohlen wurden. Ich habe einfach gesagt, ja gib her, ich nehme es einfach. Ich glaube da ging es aber vielleicht auch innerlich bei mir eher darum, meiner Ex-Frau und auch Sarah zu zeigen, dass dieses Zeug einfach nichts bringt. Ich werde es dir beweisen, es bringt nichts. Tatsächlich habe ich die Sachen dann genommen und habe tatsächlich schon so nach zwei Wochen gemerkt, da sind erste Veränderungen bei mir, die sich tun oder die bemerkbar sind. Sei es, ich habe ein bisschen mehr Energie, schlafe besser, bin einfach morgens besser aus dem Bett gekommen. Fand ich ganz gut, war jetzt nicht mein Hauptding, wo ich damit erreichen wollte, aber es war jetzt ein guter Nebeneffekt, den ich jetzt einfach mal mitnehmen, sag ich mal. Und dann muss ich dazu sagen, ich zu dem Zeitpunkt hatte ich tatsächlich auch gerade einen Entzündungsschub. Ich habe da anfangs nach ein, zwei Wochen nicht sonderlich viel gemerkt. Hatte aber auch zu dem Zeitpunkt, das hat sich über die Jahre alles so eingeschlichen, nicht nur diese Bauchbeschwerden. Ich hatte erhöhte Blutwerte, ich hatte Riesenprobleme mit der Schilddrüse und so weiter. und solche Sachen, alles so Sachen, die halt über die Jahre noch dazukamen, obwohl ich mich jetzt nicht sonderlich schlecht ernährt habe. Jedenfalls habe ich dann die Produkte munter weitergenommen, über mehrere Monate und tatsächlich, jetzt spulen wir mal einfach drei Monate vor, war dann dieser Tag, da bin ich zu meinem Arzt, der hat Blut abgenommen, mir ging es tatsächlich echt gut, muss ich sagen, nach drei Monaten, mein Arzt hat Blut abgenommen. und hat am nächsten Tag mich schon angerufen. Zu dem Zeitpunkt war das überhaupt nicht typisch. dachten, dass der anruft. Wenn mein Arzt anruft, habe ich schon immer gedacht, Himmel zu wehren, irgendwas stimmt überhaupt nicht. Dann ruft er mich an und er sagt nur so, was haben Sie denn gemacht? Ich so, warum? Ja, Ihre Blutwerte, sind alle tipptopp komplett. Und ich so, wie? Ich habe nicht groß viel geändert. Ich nehme halt ein paar Pülverchen dazu zu meiner Nahrung am Tag. Das war's. Ja, nee, die sind alle tippitoppi. Das beobachten wir mal weiter und so. Und tatsächlich auch meine Schilddrüsenwerte. Die waren fast schon... Also ich war in der Überfunktion. recht hoher TSH-Wert damals gehabt und meine Schilddrüsenwerte waren wahnsinnig niedrig, also 0,2 oder so was, also wirklich sehr, niedrig. Bin dann schon in die Überfunktion, kurze Nachricht, ja wir müssen jetzt die Tabletten auf jeden Fall reduzieren, das ist ja kontraproduktiv und so weiter. Nehmen Sie denn irgendwas ein? Haben Sie irgendwas anderes gemacht? Ja, habe ich sie eben so erzählt. Er hat auch ganz interessiert gegoogelt, was das alles ist. Er kannte es auch nicht. Aber er hat dann im Endeffekt auch noch gesagt, ja, was auch immer das jetzt ist, aber nimm es weiter. Und Ende vom Lied ist jetzt, ich habe jetzt seit der Zeit nicht ein Medikament mehr, das ich regelmäßig einnehme. Absolut nicht, weder Schilddrüsen, Tabletten, noch sonst irgendwas. Und was aber das absolut Geilste an dem Ganzen ist, ist das tatsächlich mein letzter Entzündungsschub im Bauch im Dezember 21. Bis heute.
Thomas: Krass
Benny: Und das ist halt schon eine krasse Lebensqualität, die ich da zurückgekriegt habe. Da machst du dir kein Bild, wenn du das über so einen langen Zeitraum mitgemacht hast.
Thomas: vor. Du hast jetzt die Produkte genommen, du bist jetzt davon überzeugt und du hast dich aber trotzdem lange gegen das Thema Network gewehrt und was das ja sehr kritisch beäugt. Auch durch Erfahrungen aus deiner eigenen Familie. Was war der größte innere Widerstand diesen Weg überhaupt? dann doch zu gehen.
Benny: Ja, da hast du recht. Wir hatten es ja im Vorfeld schon mal besprochen. Es gab da tatsächlich einen Moment in meiner Kindheit. Komischerweise, ich habe da nie dran gedacht, erst als wir letzte Woche telefoniert haben, ist mir dieser Moment direkt vor Augen gesprungen, sage ich mal. Ich erinnere mich tatsächlich daran, dass meine Mutter damals mal Geld investiert hat. Ich habe keine Ahnung wie viel.
Thomas: Hm?
Benny: ist aber in dem Fall gar nicht wichtig und ich habe noch genau vor Augen, wie sie diesen ganzen Papierkram vor sich liegen hatte und ich weiß noch genau auf einem Papier war eine wunderschöne Pyramide aufgebaut, wo ihr Name dran stand, also typisches Pyramidensystem, was ja jetzt an sich nichts Schlimmes ist, Pyramidensystem, aber dieses Bild ist von Anfang an negativ bei mir behaftet worden, einfach es kam nie was bei rum. Wenn es so funktioniert hätte, es damals versprochen würde, dann wäre das wahrscheinlich anders glauben. So war das für mich dann sofort gleichgestellt mit dem Schneeballsystem und dann Betrug und so weiter. Das bleibt natürlich im Kopf, wie das bei vielen so ist, was Network Marketing betrifft. Tatsächlich kam noch was dazu. Ich habe auch in der Vergangenheit, das ja gut, das wird jetzt auch schon über. über 10 Jahre her sein, habe ich selber mal einen großen Griff ins Klo gemacht. Bei einem klassischen Schneeballsystem bin ich da sehr naiv an so eine Sache rangegangen und dachte, geil, ich werde jetzt total reich innerhalb kürzester Zeit und habe da einen großen, großen Batzen Geld reingehauen, den ich komplett verloren habe, tatsächlich. Und da kannst du dann sicher nachvollziehen, dass ich natürlich nicht voller Euphorie... aufs FitLine Business oder aufs Network Marketing angesprungen bin, als es dann so sprachig kam.
Thomas: Aber was hat dann letztendlich den Unterschied gemacht zwischen das klingt gut, zu gut und wahr zu sein und okay, das fühlt sich stimmig an.
Benny: Ich hatte ja in dem Fall das Glück, dass ich den Fortschritt von der Sarah damals auf Social Media gut verfolgen konnte. Ich habe es nicht regelmäßig verfolgt, weil es mir tatsächlich anfangs relativ egal war. Klar hat sie mich anfangs schon darauf angesprochen, was es für Möglichkeiten gibt. Ich habe das dann sehr freundlich abgelehnt. Ich habe ihr das auch gar nicht großartig begründet. Ich habe gesagt, ich möchte es nicht. Ich nehme die Sachen, die helfen mir. Alles gut. Da hat es auch eine Weile Druck gemacht, was ich gut fand, weil das ist dann auch so ein Punkt, wenn man natürlich wahnsinnig Druck macht und immer wieder die Leute mehr oder weniger versucht zu zwingen da einzusteigen. Das ist absolut cool und das ist auch nicht meine Art. Ich habe tatsächlich auch Leute, die direkt bei FitLine im Bekanntenkreis schon seit vielen Jahren dabei sind, auch sehr erfolgreich waren. Da habe ich dann gesehen, okay, da muss ja schon irgendwas dran sein. Ich habe mich schon immer weiter informiert über das ganze Thema. Was mich dann aber hauptsächlich überzeugt hat, war tatsächlich unter anderem die Kooperation im Spitzensport. Weil ich immer dachte, wenn jetzt Spitzensportler die Sachen auf eigene Kosten nehmen und davon begeistert sind und da immer mehr hinzukommen, dann kann das ja an sich nichts Schlechtes sein. An sich schon mal die Produkte. Und wenn das jetzt ein Schneeballsystem wäre... das sich seit über 30 Jahren hält. Selbst dann würden doch keine Profisportler das ganze Ding mitmachen. Dann habe ich mich weiter und weiter informiert und spätestens, als ich dann erfahren habe, dass der Marketingplan gerichtlich abgesegnet ist, was ja nahezu kein Network hat, muss man dazu sagen, war ich mir dann eigentlich relativ sicher, dass es schon Sinn macht, das zumindest mal zu versuchen.
Thomas: Und wie hat sich dann dein Blick auf Geld, Sicherheit und Selbstverantwortung dadurch verändert?
Benny: Ich ich habe gelernt, dass Geld und Sicherheit nichts Absolutes sind. Also nichts, das man einfach hat, wenn man brav funktioniert. Man muss natürlich schon was dafür tun, ganz klar. Aber ich dachte immer, ich muss nur machen, was mir gesagt wird und dann passt es schon alles. Chef sagt, das und das, dann kriegst du dein Geld und alles ist gut und dann passt das finanziell. Mittlerweile sehe ich das tatsächlich ein bisschen anders. Weil ich finde, dass die Verantwortung für sich selbst wichtiger ist als diese äußere Sicherheit. Kannst du mir folgen? Das soll heißen, dass es wichtig ist,
Thomas: Ja, definitiv.
Benny: Entscheidungen zu treffen, die wirklich zu mir passen, auch wenn sie jetzt es kann sind oder für mich ungewohnt sind, Thema Komfortzone verlassen. Und dass man Geld nicht nur als eine Art Absicherung sieht, sondern ich sehe Geld mittlerweile viel mehr, und das ist aber schon seit einigen Jahren so, sehe ich viel mehr als eine Art Werkzeug, ⁓ Freiheit und Handlungsspielraum zu schaffen. als Werkzeug einfach. Im Endeffekt geht es an der Warte, dass du dir auch selber vertraust, was du tust, was du auch mit deinem Geld tust. Und somit kann ja jeder aus sein eigenes Leben steuern in dem Sinne. Auch wenn es ein Plan da ist, aber du kannst es in gewisser Weise steuern, weil du einfach bei mir das Geld als eine Art Werkzeug siehst und selber entscheiden kannst, welchen Weg du damit gehen willst.
Thomas: Und für dich ist das ja, also für dich ist Geld also so eine gewisse Art von Sicherheit und du bist definitiv jemand, der Dinge ernst nimmt und Gas gibt. Wo hat dir diese Ehrgeiz geholfen und wo ist er dir vielleicht auch im Weg gestanden?
Benny: Der hat mir definitiv geholfen, dran zu bleiben, auch gesundheitlich und eben diese Lösungen zu suchen und dass ich da nicht aufgegeben habe. Egal ob das jetzt Gesundheit oder Business betrifft, aber ich denke mal, dass ich über 20 Jahre... gesucht habe, ⁓ eine gesundheitliche Lösung zu finden. Das spricht an sich ja schon mal für sich. Gleichzeitig hat es mir aber auch auf dem Weg gestanden, muss ich sagen, weil ich früher einfach gedacht habe, durch diesen Ehrgeiz schaffe ich alles alleine. Und ich muss alles alleine schaffen und habe mich dadurch auch wirklich wahnsinnig unter Druck gesetzt, was ich ja vorhin schon angesprochen habe. Weil ich mehr oder weniger alles in meinem Leben immer alleine geschafft habe. Das ist nun mal so gewesen und das hat auch immer funktioniert. Ich wollte immer auch allen zeigen, ich kann das alleine und ich brauche niemanden dazu. Wenn ich irgendwas schaffen will, kann ich das. Dafür muss man erst mal wegkommen. Und dann muss man natürlich auch schon mal lernen. zum Beispiel auch jetzt einfach mal auf andere zu vertrauen oder auch mal Hilfe anzunehmen oder sowas, was für mich ein wahnsinnig schwieriger Punkt war. Aber auch das hat sich gelohnt.
Thomas: Und gab es dann eine Phase, in der du gemerkt hast, ich will gerade zu viel auf einmal?
Benny: Ja, absolut, natürlich. Mein ganzes letztes Jahr zum Beispiel war so eine Phase. Gut, dass mein letztes Jahr jetzt so verlaufen ist wie verlaufen ist. Das war jetzt auch nicht geplant. Da gab es privat einfach vieles was passiert ist. Da war Schlimmes dabei, war Wunderschönes dabei. War eine Mischung, ja. Es war schwierig. Ich habe jetzt zum Beispiel nach fast 20 Jahren Beziehung eine Trennung hinter mir. Ich bin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen mit zwei kleinen Kindern. Das haben wir alles gut gemanagt bisher. Es passt soweit. Aber klar, ich will natürlich als Eltern den Kindern das Leben so schön wie möglich machen. Und das machen wir natürlich auch. Aber das waren einfach Dinge, die mich dann stellenweise sehr sehr an meine Grenzen gebracht haben, was ich mir dann selber gar nicht eingestanden habe. Und da mussten dann auch wirklich tatsächlich andere Leute erstmal auf mich zukommen, sagen, hey, du bist echt am Limit. Merkst du das eigentlich selber? Und ich hab mir das selber nie eingestanden. Nein, das geht alles. Da kann man noch was machen und hier. Und jetzt hab ich ja Zeit und ich mach das alles. Nee, so war es absolut nicht. Und deswegen hab ich dann auch tatsächlich im Laufe des letzten Jahres dann auch für mich die Entscheidung getroffen, einfach auch mal mit einem zu sagen, okay, das hat jetzt gerade keine Prio für mich. Ich habe jetzt hier zwei Kinder, die die absolute Prio haben und die gehen natürlich vor. Und ich habe da deswegen auch eine kleine Pause eingelegt gehabt und das schätze ich auch so am Network Marketing oder gerade bei PM, weil du kannst einfach diese Pause auch mal einlegen. Es nimmt dir keiner übel, du hast keinen Druck, du musst keine Zahlen liefern und das ist einfach das, dass du einfach die Chance hast, mal diese Pause einzulegen, wenn du sie brauchst. Im Endeffekt ist das ja dann aber trotzdem alles noch gut verlaufen. Ich habe mich größtenteils hier eingelebt in meiner neuen Wohnung, Kindern geht es gut. Ich habe gelernt und aussortiert, was Freunde angeht und wer die wahren Freunde sind. Ich habe einen wundervollen Menschen an meiner Seite mittlerweile und ich denke mir jetzt aktuell, was will ich denn gerade mehr? Ich bin echt zufrieden.
Thomas: Und diese Auszeit hat dir definitiv dann geholfen heute entspannter und klarer ins Business ranzugehen.
Benny: Was mir geholfen hat, da entspannter ranzugehen, war vor allem die Erkenntnis, dass ich nicht alles gleichzeitig machen muss. Und das ist auch mal völlig okay, wenn es eben nicht so läuft. Das ist eben dieses Ding, wo ich gesagt habe, ich habe nicht mehr Druck gemacht, ich muss funktionieren, alles muss klappen. Nein, muss es nicht. Es muss nicht alles auf Anhieb klappen. Und das ist schon okay. Aber auch das ist wiederum ein Lernprozess, durch den ich durchgehen musste. Jetzt setze ich einfach Prioritäten ganz einfach. Das habe ich früher nicht gemacht. Ich habe fünf Sachen gleichzeitig gemacht. Ob das jetzt gut war oder nicht, das musste funktionieren. Jetzt setze ich mir da tatsächlich Prioritäten und mache einfach eins nach dem anderen. Dadurch geht es einfach viel besser und dadurch ist man auch viel bewusster und fokussierter und mit viel weniger Druck an allem dran. Das fühlt sich einfach besser an. Klappt vielleicht nicht immer, muss ich auch sagen, aber ich bin stets bemüht.
Thomas: Und die Menschen um mich herum helfen mir mit Sicherheit auch ganz stark dabei.
Benny: Absolut, absolut. Also die Menschen um mich herum spielt eine riesige Rolle. Ich muss eben nicht alles alleine stemmen und es bringt einfach unfassbar viel, gutes Netzwerk an Menschen zu haben. Egal ob das jetzt Familie, Freunde oder auch in der Teamstruktur zum Beispiel. Aber was jetzt zum Beispiel gerade die Teamstruktur betrifft, habe ich auch im letzten Jahr gemerkt, dass ich eine Struktur brauche mit Leuten, die wie ich sind, die wie ich denken. Und in der Struktur bin ich jetzt nun mittlerweile angekommen. Auch meine aktuelle, also meine neue Sponsorin, die Kathrin, ist mittlerweile jetzt nicht nur meine Sponsorin geworden. Sie ist nicht nur die Erzieherin von meinem kleinen Sohn, nein. Also die ist eigentlich meine beste Freundin geworden. Und ich vertraue ihr absolut von vorne bis hinten. Also da lasse ich auch nichts über sie kommen. Und so stelle ich mir dann auch Arbeit vor mit solchen Menschen. Und dann macht das auch einfach Spaß und dann läuft das viel leichter. Und so kommt man dann auch besser voran.
Thomas: Bleiben wir aber mal so im Alltag und du bist ja Papa von zwei Jungs und was hat dich diese Rolle über dich selbst gelernt?
Benny: Ja, vor allem die Geduld. und auch Nähe, ja das sind so paar Dinge, wo ich sagen, wichtiger sind als andere Sachen auf jeden Fall. mir aber auch gezeigt, dass die Zeit miteinander natürlich das Vertrauen untereinander oder sein kleines kleine Ritual im Alltag wie zusammen mit den Jungs, Zähne putzen abends, da mal noch ein Spiel spielen, vor dem Schlafen gehen, solche Dinge. Das sind Dinge, die für mich wahnsinnig wichtig sind und für mich auch echt zählen, sag ich mal. Und da habe ich auch gelernt, dass ich Verantwortung tragen kann, ohne mich da selbst zu verlieren. Das war früher auch nicht so einfach für mich. Und ich muss halt jetzt nun mal diese Verantwortung stellen, weil ich es ja auch allein übernehme, klar. Man ist halt jetzt einfach kein Ehepaar mehr, wo das zusammenstemmt gleichzeitig. Klar, man stemmt es schon irgendwo noch zusammen, der Kinder wegen, aber ich... Ich muss jetzt einfach stellenweise wenn die bei mir sind das allein übernehmen und da komme ich nicht drum herum und da hatte ich tatsächlich schon anfangs ein bisschen Probleme ob ich das alles hinkriege aber ich krieg's hin und das ist der Punkt und das ist wichtig und das klappt.
Thomas: Gibt es Dinge, die du dann heute ganz bewusst anders machst als früher?
Benny: Wie ich schon gesagt habe, die Tatsache, immer überall funktionieren zu müssen, macht da schon sehr viel aus. Ich brauche mal eine Pause und Zeit zum Runterkommen. Wenn ich es alleine nicht immer schaffe, habe ich trotzdem Menschen um mich herum, die wissen, wie man mich runterbringt, in den meisten Fällen. Da fahre ich ganz gut. Es ist einfach dieses Mindset zu wissen, ich muss nicht dauerhaft funktionieren. Es ist in Ordnung, dass ich auch mal auf Anschlag bin und dann einfach wieder runterfahre.
Thomas: und das runterfahren. Was bedeutet für dich dann heute Leichtigkeit nach allem, was du in deinem Leben bis jetzt erlebt hast?
Benny: Ja, ähnlich wie ich es schon gesagt habe. Das bedeutet für mich zum einen, dass ich nicht alles allein stemmen muss und zum anderen bedeutet es für mich, dass ich... Ich sage es am besten, Dinge geschehen lassen kann. ohne auch vorab alles mehrfach überdenken zu müssen. Das ist für mich Leichtigkeit, Sachen nicht mehr dauerhaft oder lange überdenken zu müssen.
Thomas: Und, also kommen wir mal zurück zum Thema Team. Welche Position hast du jetzt gerade?
Benny: Ich bin aktuell in IMM. Den bin ich aber schon seit einem Jahr, also seit Dezember 2024. Habe natürlich dann viel vorletztes Jahr, aber wie gesagt habe ich dann eben diese Pause eingelegt und habe mir da gesagt, ich brauche mir jetzt da keinen Stress machen, nächste Position zu erreichen. Das kommt, wenn es kommt. Und so ist jetzt der Plan.
Thomas: Das heißt, du hast jetzt auch schon Und wie ist so deine Arbeitsweise mit deinem Team? Sowohl nach oben als auch nach unten. Also gibt es spezielle Herangehensweisen, die ihr täglich wöchentlich pflegt? Dann geben wir uns mal einen kurzen Einblick.
Benny: Ja, tatsächlich, da wären wir wieder bei der Teamstruktur von meiner neuen Sponsorin, von der Kathrin. Also wir sind da schon regelmäßig im Austausch, haben da unsere Calls, die wir regelmäßig abhalten und alles. Aber mittlerweile... habe ich gar keine richtige Arbeitsweise, die ich da fest verfolge. Ich bin da immer sehr entspannt, was es ganz, ganz angeht. Ich habe anfangs tatsächlich, und so geht es vielen, war ich da sehr verbissen, viel schnell aufzubauen und war da wahrscheinlich einfach den Leuten viel zu aufdringlich und habe dann frühzeitig irgendwann gemerkt, das brauche ich doch gar nicht. Die Leute ... Sie bekommen mit, was ich bei mir gesundheitlich getan habe und die kommen von alleine. Es ist tatsächlich so und auch das ganze letzte Jahr hat mir gezeigt, ich habe nichts groß verändert. Ich habe weniger gemacht tatsächlich und es kam trotzdem mehr Leute auf mich zu und wollten wissen, was nimmst du da und du warst doch früher hier gesundheitlich so angeschlagen. Jetzt ist es nicht mehr so. Du siehst viel jünger aus. Hör ich mir auch gar nicht an, ist auch kein Problem. Ja und dann klar, wenn Leute dann Interesse zeigen, natürlich spreche ich dann mit denen, ja gar kein Thema, aber ich gehe tatsächlich relativ wenig von mir aus auf Leute zu, weil kann ich gar nicht begründen warum. Das hat nichts zu tun.
Thomas: Aber das wäre immer eine nächste Frage gewesen. du gehst quasi gar nicht auf Leute zu, weil Leute auf dich zukommen.
Benny: Gar nicht würde ich jetzt nicht sagen. Tatsächlich ist es aber so, dass 90 % der Leute auf mich zukommen. Oder einfach andere Leute nicht direkt mich ansprechen, sondern jetzt zum Beispiel meine Freundin ansprechen. Wie sieht es aus? Was macht ihr da? Ich fühle das auch. Oder wie funktioniert das? Kannst du mir das mal erklären? Ja natürlich kann ich das erklären. Das ist ja gar kein Thema. Und da habe ich auch gar kein Problem mit. Ja, so nenne ich das jetzt mal. Wie nennt man diese Arbeitsweise? Gibt es da einen Begriff für? weiß noch. Kann ich noch mal überlegen. Nö, aber es ist sehr locker. Auf jeden Fall. Und es funktioniert gut. Und das ist ja dann mehr oder weniger ein Selbstläufer. Wenn bei den Leuten das dann funktioniert, wie es jetzt zum Beispiel bei mir funktioniert, dann klar, die Leute im Umfeld kriegen das ja auch mit.
Thomas: Ja, also spontan fällt mir jetzt auch nichts ein. Du hast halt einen sehr krassen Erfahrungsbericht. Das trägt halt schon. Und wenn du jemandem jetzt Mut machen könntest, der gerade an deinem Punkt steht, dem du selbst warst, was würdest du dieser Person sagen?
Benny: Das stimmt tatsächlich. die an einem Punkt war, wie ich's war, würde ich sagen... Im Prinzip ist es egal, was bei dir gerade los ist, es könnte immer schlimmer sein, aber es ist niemals zu spät, seine Problematiken anzugehen. Egal wie lange es dauert, es ist nie zu spät. Irgendwann kommt der Punkt, wo die Lösung direkt vor deiner Nase hängt. Du kannst fünf Jahre, du kannst zehn Jahre. nach irgendwas suchen. Gleich wie mit dem Business. Du kannst fünf Leute fragen, du kannst zehn Leute fragen. Wenn du sagst, bin ich zehn gefragt, dann kriege ich zehn Absagen. Dann frag ich halt nur fünf. Aber was ist, wenn der Sechste, den du ansprichst, der gewesen wäre, wo einsteigen? Du weißt es nicht. Also ich würde tatsächlich sagen, es ist nie zu spät, seine Probleme anzugehen. Und wenn du dich eben nicht allein in der Lage fühlst, anzugehen, dann schäm dich auch nicht dafür, Hilfe anzunehmen. Weil das habe ich lange, lange gemacht. Was ich bereue.
Thomas: das ist schon fast, glaube ich, so bisschen die Antwort auf meine nächste Frage. Was sind denn so deine drei goldenen Nuggets? Also drei Dinge, die du jedem mitgeben würdest, der gerade dabei ist, sich sein Leben neu aufzubauen.
Benny: Tatsächlich würde ich dann auch sagen, dann nehmen wir das mal rein, auf jeden Fall Probleme angehen, egal wann, dann ganz wichtig Prioritäten setzen und auch bewusst danach handeln, nicht zu viel auf einmal wollen und ganz, ganz wichtig für mich ist Vertrauen in sich selbst zu haben. Kleine Fortschritte sind auch Fortschritte, das muss man sich einfach mal ins Gewissen führen.
Thomas: Hahaha!
Benny: Dann läuft man gut und dann ist man auch gut drauf und dann geht es auch voran. Man muss nicht immer die großen Dinge machen im Leben. Es müssen nicht immer die Hochkaräter sein, die man anstrebt. Es sind auch einfach die kleinen Dinge, die einen voranbringen. Das ist einfach so.
Thomas: Gibt es dann einen speziellen Satz oder einen Gedanken, der dich begleitet, wenn es für dich mal schwierig wird?
Benny: Einen direkten Satz hätte ich jetzt nicht. Tatsächlich, die Frage habe ich im Vorfeld mal gelesen, da habe ich mir aber was aufgeschrieben. Den Satz nutze ich so jetzt nicht direkt, aber den Satz an sich finde ich gut, der geht zwar so. Du bist nicht perfekt, aber genau das macht dich authentisch. Das ist so ein Satz, den ich mir nicht in der Form, aber tatsächlich oft selber sagen höre zu mir selber, weil Ich wollte früher immer alles perfekt machen, aber dass dich auf Dauer nicht weiterbringt, dass du nicht perfekt bist, das macht dich einfach authentisch. Das merken auch die Leute und das macht dich sympathisch. würde ich jetzt mal so sagen.
Thomas: Ja, vollkommen gut. Kommen wir zum Schluss. Die allerletzte Frage. Wo siehst du dich in einem Jahr als Mann, als Vater, als Mensch, als PMler?
Benny: Also ich hoffe, als Mann, als Vater und als Mensch wäre mir recht. Ähm, nee, also kann ich dir das gar nicht so richtig beantworten. Ich find's jetzt gerade aktuell mein Leben so, wie es ist. Ja, ich find's schön und klar es gibt immer so Kleinigkeiten, die könnten vielleicht ein bisschen besser sein. Ist nun mal so, aber im Großen und Ganzen, wenn es in einem Jahr mir jetzt so geht. Und jetzt viele Dinge laufen wie sie jetzt laufen, habe ich da nichts dagegen.
Thomas: und als PMler.
Benny: Ja, als PMler natürlich will man da schon aufsteigen, aber ich habe mir da jetzt wirklich tatsächlich noch keine festen Ziele gesetzt. Wie ich schon sagte, ich habe nach wie vor die Prio auf meinen Kindern. Das soll jetzt alles richtig, richtig laufen und dann, klar, ich lasse das natürlich nebenher weiter laufen. Es läuft auch gerade tatsächlich gut. ich mache mir da selber keinen Druck. Weil das habe ich immer gemerkt, ganze, welche Stufe erreichst du bis dahin und Ja, ist in Ordnung. Es ist auch gut sich Ziele zu setzen, ganz klar auf jeden Fall, aber für mich, da ist einfach jeder Mensch irgendwo anders, für mich ist das was, was bei mir direkt Druck aufbaut und Druck tut mir nicht gut. Und deswegen gehe ich das sehr locker an das Ganze ran.
Thomas: Das geht doch gut. Ist auch mal eine Ansichtssache. Gut, dann, ja, das war's von meiner Seite. Ich bedanke mich vielmals für deine Zeit und dass du hier Rede und Antwort gestanden hast und uns deine Geschichte erzählt hast. Und ja, ich bin gespannt, wie es bei dir weitergeht. Sehr gut.
Benny: Ja, sehr gerne Ja, du wirst es erfahren. Dank dir auf
Thomas: Na, gut.
Benny: jeden Fall. Hat Spaß gemacht. Und alle, das sehen und hören, den Podcast weiter. Ich mach's auch.
Thomas: Das wäre jetzt mein nächster Aufruf gewesen. Auch für dich. Vielen Dank fürs Zusehen oder Zuhören. Und ja, wenn du bis jetzt noch keine Folge gehört hast oder das hier deine erste Folge ist, die du gehört hast, hör auch mal in die anderen Reihen. Ich sag dir, es lohnt sich auf jeden Fall. Und eventuell hast du ja auch selber eine Geschichte im PM-Umfeld, die du erzählen möchtest. dann darfst du dich sehr gerne bei mir dem Sinne, vielen Dank fürs Einschalten und bis zur nächsten Folge.
Benny: Ciao!