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Folge 11 · Psyche & Selbstbild

„Jetzt kriegst du einen Herzinfarkt“

Als Mitarbeiter im Gesundheitswesen war er gewohnt zu funktionieren – für andere da zu sein, Verantwortung zu übernehmen und den Alltag durchzuziehen.

17.03.2026 44:47 Min mit Tobias

Worum es geht

Auf seiner alten Station war die Unterbesetzung der Normalzustand. Tobias beschreibt das so: „du gibst dir gegenseitig die Türklinke in die Hand. Die einen kommen wieder aus dem Krankenhaus, die anderen gehen ins Krankenhaus, weil die dann fertig sind.“ Er selbst hat lange gedacht, dass ihn das nicht betrifft. Er war immer der mit Energie, der Sport macht, der abends noch rausgeht.

Die ersten Signale kamen als Rückenschmerzen und Nackenverspannungen, dann als Bandscheibenvorfall — Dinge, die man mit Physiotherapie erklärt und wegschiebt. Im August 2023 kamen im Dienst plötzlich Sehstörungen dazu. Er ließ alles abklären, MRT, Augenarzt. Organisch war nichts zu finden, und trotzdem kam es wieder. Bis er verstand, dass die Ursache psychogener Natur ist, vergingen Monate.

Im Oktober 2023 hatte er seine erste Panikattacke, allein zu Hause, während seine Partnerin Nachtschicht auf der Intensivstation hatte. Herzrasen aus dem Nichts, ein beklemmendes Gefühl in der Brust, Todesangst. Danach begann das, was er Vermeidung nennt: Orte meiden, an denen es passiert war. Erst die Arbeit, dann der beste Freund, dann der Supermarkt. Der Radius wurde immer kleiner, bis nur noch die eigene Wohnung übrig war.

Über die Morgen dieser Zeit sagt er einen Satz, der in dieser Folge hängen bleibt: „Einfach nur den Tag irgendwie rumkriegen. Das ist doch keine Lebensqualität, habe ich mir gedacht.“

Im Februar 2024 ging er für sechs Wochen in eine psychosomatische Privatklinik — mit den Vorstellungen im Kopf, die viele davon haben und die er im Gespräch offen benennt. Danach begann die mühsame Arbeit, den Radius wieder zu vergrößern: erst das Fußballtraining, viel später die Arbeit.

Über den Einzelfall hinaus ist das Gespräch aus zwei Gründen interessant. Es zeigt, wie unspektakulär eine Angststörung anfängt — mit Symptomen, die jeder Arzt für harmlos erklärt. Und es kommt von einem Mann, der beruflich in den Körper anderer Menschen hineinschaut und den eigenen trotzdem falsch gelesen hat. Über Männer und mentale Themen sagt er: Darüber zu sprechen, dass man gerade nicht funktioniert, ist keine Schwäche.

Kapitel

Aus den Fragen im Gespräch abgeleitet.

Transkript

76 Abschnitte, rund 7.0k Wörter. Klick auf eine Zeitmarke, um an die Stelle zu springen. Automatisch erzeugt und redaktionell korrigiert.

Thomas: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von LeichtLos. Manchmal trifft man Menschen, bei denen man merkt, die Geschichte hinter ihnen ist größer, als man zunächst sieht. So ging es mir bei meinem heutigen Gast. Er ist 36 Jahre alt und arbeitet im medizinischen Bereich. Also genau dort, wo es jeden Tag um Gesundheit geht. Menschen, Verantwortung. Von außen betrachtet wirkt sein Leben oft klar strukturiert. Arbeit, Alltag, Sport, vielleicht ein bisschen Stress, aber im Grunde genommen läuft alles. Doch bei ihm gab es eine Phase, in der genau das nicht mehr funktioniert hat. Eine Zeit, in der sein Körper und sein Kopf ihm deutlich gezeigt haben, dass einfach weitermachen keine Lösung mehr ist. Wir sprechen heute über Stress, über Angst und Panikattacken, aber auch darüber, wie man Schritt für Schritt wieder zurück ins Leben findet.
Thomas: darüber, was passiert, wenn man beginnt, Gesundheit nicht nur als Beruf zu sehen, sondern als persönliche Verantwortung. Ich freue mich sehr, dass du heute hier bist. Herzlich willkommen, Tobias!
Tobias: Hi Thomas. Ich freue mich, dass du mich eingeladen hast.
Thomas: Ja, schön, dass du den Spaß hier mitmachst und ich freue mich auf unser lockeres Gespräch.
Tobias: Ja, sehr gerne.
Thomas: Tobias, du arbeitest im Gesundheitswesen und bist gleichzeitig sehr sportlich unterwegs. Sofern es die Zeit zulässt. Wenn du an dein Leben heute denkst, was gibt dir aktuell am meisten Energie?
Tobias: Genau, genau. Am meisten Energie gibt mir zum Beispiel gerade aktuell sehr viel meine Familie, meine kleine Tochter, meine Partnerin und aber auch die gewissen Produkte, die ich jetzt seit einer gewissen Zeit supplementiere und die mir einfach mal noch den extra Kick geben, dass ich über den Tag immer 100 Prozent geben kann und nicht nur 50 Prozent, 60 Prozent. Das sind so meine Energiegeber aktuell.
Thomas: Und wenn man dich privat erleben würde, außerhalb von Job und Verpflichtungen, wie verbringst du am liebsten einen schönen freien Tag?
Tobias: Ja, am liebsten natürlich mit meiner Familie, dass wir viel Zeit zusammen verbringen, dass wir rausgehen können bei diesem schönen Wetter, was jetzt aktuell endlich da ist nach dieser langen Winterzeit. Das gibt mir einfach immer viel und aber auch mit tollen zusammenkommen in den Teams bei uns, ob das meine Upline ist und das Team, was einfach auch bei mir dahinter steht. Ich habe tolle Menschen kennengelernt durch das Ganze und dass wir zusammen über Wachstum sprechen können, aber auch viel über Gesundheit und da noch mal ganz viel über den Tellerrand schauen können, was gibt es eigentlich noch alles außer den einen Weg, den wir alle kennen? Diese anderen Wege, vielleicht mal ganzheitlicher, kennen wir alle gar nicht. Und das ist einfach sehr interessant, da Menschen kennenlernen zu dürfen oder kennengelernt zu haben, sich darüber unterhalten zu können und da noch mal ganz andere Einblicke zu kriegen. Das sind so diese Slots oder Highlights, sag ich mal, mit diesen Menschen zusammenzukommen und mit meiner Familie.
Thomas: Für alle, die dich jetzt noch nicht so richtig kennen, wer bist du und wie würdest du dich am liebsten selbst beschreiben?
Tobias: Ja, ich bin auf jeden Fall medizinisch erfahren gestellter. bin in der Radiologie tätig im Krankenhaus, bin das mit Leidenschaft und weil ich Menschen gerne helfe. Deswegen auch dieser zweite Weg, den ich gewählt habe, dass ich Menschen helfen kann auf einem anderen Wege noch als in meinem Hauptjob. Aber auch dass ich sehr ehrlich bin. Ich bin authentisch aufrichtig. Mir ist wichtig, dass man zusammen vorangeht. und intim denkt und nicht jeder macht alleine seinen Weg, sondern dass man einfach zusammen Großes bewirken kann. Das ist mir ganz wichtig.
Thomas: Wie sieht aktuell so dein Alltag aus? Also zwischen Arbeit, im Krankenhaus, Familie und dem, was dir persönlich wichtig ist?
Tobias: Aktuell ist es sehr eintönig, muss ich ehrlich gestehen. ist morgens wie jeder von uns. Wir wachen auf, der Wecker klingelt. Ich steh auf, trinke meinen Power Cocktail. Das ist das erste, womit ich beginne. Dann schaue ich noch bisschen aufs Handy, gucke ein paar Sachen durch, mache vielleicht auch paar Storys, was noch geradezeitig reinpasst. Dann geht es zur Arbeit. Ich fahre 35 Minuten ungefähr, meinem Hauptjob nach und danach geht es ab nach Hause zur Familie. Und dann bin ich der Familienvater. wo ich auch sehr viel Spaß dran habe. Und da bleibt halt nicht so viel Zeit, ich mal, für andere Dinge, die ich gerne noch tun würde. Das ist einfach die Realität. Aber ich bin es halt auch gerne, der Familienvater, der sich Zeit für die Tochter nimmt.
Thomas: Und wenn du auf dein Leben heute schaust, wie fühlt sich das oder was fühlt sich anders an als noch vor ein paar Jahren?
Tobias: Man ist reifer geboren. Die Erfahrung, die man gemacht hat, ist sehr einschneidend gewesen. Ich weiß, dass ich dort nicht wieder landen will. Man ist achtsamer mit sich. Man setzt seine Grenzen besser. Das ist viel gesünder, als immer zu einem Jahr zu sein. Einfach, damit man nicht aneckt irgendwo. Man muss wirklich auf sich acht geben. ... ja. Ich denke, dass ich das im Großen und Ganzen jetzt viel besser hinkriege. Es gibt natürlich immer mal wieder Situationen, wo es nicht ganz klappt. Das ist einfach ein Prozess, der dauert. Das ist nicht innerhalb von ein, zwei Jahre erledigt, weil Sachen, die sich eingeschlichen haben über Jahrzehnte, vielleicht aus der Kindheit schon, die nehmen wir mit ins Erwachsenenalter und da muss man halt immer dran arbeiten, stetig. Ja. Da bin ich auf jeden Fall schon mal viel weiter.
Thomas: Mhm. Du arbeitest ja im Gesundheitssektor. Was hat dich ursprünglich bewegt, in diesem Bereich oder in diesem Beruf zu wechseln oder zu gehen?
Tobias: ganz klar Menschen zu helfen. Weil die, diese Menschen, diese Dankbarkeit, die diese Menschen äußern, aber auch du siehst es in den Gesichtern, wenn du ihnen hilfst, das gibt einen so viel einfach zurück. Ja, und deswegen mache ich das auch bis heute noch leidenschaftlich. Allerdings hat sich das System halt sehr zum Negativen verändert, muss man ehrlich sagen. Und da fremdet man natürlich schon manchmal so bisschen, wie das alles abläuft. ja, dennoch gebe ich für mich nicht da auf und sage, ich verinnere mich jetzt zu dem, wie das System läuft, sondern ich bleibe mir selber treu und sehe wirklich da die Menschen im Vordergrund, dass ich ihm helfen will und diese Dankbarkeit einfach zu stören. Weil das gibt einem so viel.
Thomas: Ich stelle mir das ja im Krankenhaus sehr stressig vor. Wie sah dein Leben damals aus? Wie war die Arbeit, der Alltag, dein Energielevel?
Tobias: Vielen Also Energie war an sich, war schon immer ein Energiewündel schon gewesen irgendwo, dass ich jetzt nicht riesige Energieeinbußen hatte. Aber ich habe natürlich gemerkt, bis zu einem gewissen Punkt, dass mein Körper halt dann irgendwann gestreikt hat, dass er das nicht mehr mitgemacht hat. Der Alltag war einfach das chronische Unterbesetzung. Aufgrund von Krankheit, ob körperlicher oder mentaler Natur, das hat natürlich auch alle anderen Kollegen irgendwo mal erwischt. Das ist ja normal, auch Leute ausfallen, aber es wurde halt immer mehr. Die Ausfallzeiten wurden auch länger. Es kam aber nichts weiter nach, sag mal, Personal war einfach nichts großartig da, aber nicht jeder will mit diesem Beruf machen, weil genau viele wissen, dass die Bedingungen halt nicht optimal sind. Und dadurch war es eine chronische Unterbesetzung. Und dann ist natürlich das Personale, was noch da ist, geht auch an seine Grenzen. ist eigentlich, du gibst dir gegenseitig die Türklinke in die Hand. Die einen kommen wieder aus dem Krankenhaus, die anderen gehen ins Krankenhaus, weil die dann fertig sind. Und so ist es immer wieder ein Wechsel. Wir sind fast ohne Boden irgendwo.
Thomas: Gab es denn damals schon Signale von deinem Körper oder Kopf, die du vielleicht übergangen hast in der Phase?
Tobias: Ja, angefangen hat das, glaube ich, wie bei ganz vielen auch das chronische Rückenschmerzen, Nackenschmerzen. Ich glaube, das kennt auch jeder irgendwie. Das sind diese Verspannungen vom Körper, weil du dich einfach immer irgendwie, sagen wir, die Schultern hochziehst. Unbewusst, das sieht man so nicht, aber man zieht die Schultern oft an, dadurch kriegst du halt diese Nackenverspannung. Dann denkst du, okay, du hast vielleicht eine komische Körperhaltung, gehst mal zur Physio und dann läuft das alles wieder. Das habe ich auch gemacht. Ich war unzählige Male beim Physiotherapeuten. Ich auch schon mal im Ostseepaden, weil ich auch einen Bahnsteinvorfall hatte im Lendenbürgebereich. Trotz dass ich viel Sport mache und alles hatte ich das. Und sowas kann natürlich auch durch die Zücher hervorgerufen werden. Zum Bahnsteinvorfall. Deswegen denke ich, zu dem Zeitpunkt wusste ich es nicht. Aber jetzt kann ich das gut zurückverfolgen und sagen, ja, das kann schon so ein Vorbote gewesen sein von der ganzen Geschichte. Ich sag mal, da liegt so ein bis zwei Jahre dazwischen. Zu dem Tiefpunkt.
Thomas: Du hast später mit Burnout und Angststörungen sowie Panikattacken zu kämpfen gehabt. Wann hast du dann für dich das erste Mal gemerkt, hier stimmt was nicht?
Tobias: Okay. Das war, wenn du es so zeitlich festlegen würde, dann würde ich sagen, das war so August 2023. Auf Arbeit, mitten im normalen Arbeitsalltag bekam ich Sehstörungen. Und konnte nicht mehr richtig scharf gucken. Ja, als Erstes kriegst du natürlich erstmal Panik in dem Sinne, weil du denkst, was ist denn jetzt los? Du kannst nicht mehr richtig gucken. Also wenn eines von den Sinnesorganen ausfällt, das ist ja... Das ist ja die Hölle, ich mal. Und du malst dir die schlimmsten Szenarien dann aus, du warst bei mir. Erstmal denkst du natürlich, entweder du hast was mit den Augen oder du hast was im Kopf, am Gehirn. Dann gehst du zu deinen verschiedenen Ärzten, klapperst alles ab, machst eine MRT, machst augenärztliche Untersuchungen. Aber alle sagen dir, es ist alles in Ordnung, organisch. Klar, beruhigt es erst mal, aber ich wusste ja nicht, was ist das jetzt? Weil es war ja damit nicht weg. kamen ja immer wieder. Es war jetzt nicht die ganze Zeit dauerhaft, aber phasenweise kam es wieder. das war natürlich schon sehr beunruhigend für mich. Und du gehst dann auf die Suche, was ist das jetzt? Bis du denn eigentlich erst mal dahinter kommst, dass das psychogener Natur ist. Das sind erst noch ein Monate ins Land gezogen.
Thomas: Gab es dabei einen Moment, der dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Tobias: wo ich meine erste Panikattacke hatte. Das war Oktober, ich glaube Mitte Oktober 23, muss das gewesen sein. Meine Partnerin war zu der Zeit in der Nachtschicht. Die arbeitet auf der Intensivstation, auch im Krankenhaus. Und ich war allein zu Hause und mitten aus dem Nichts bekam ich dann Herzrasen, unser beklemmendes Gefühl in der Brust und habe gedacht, ⁓ ja, was ist das jetzt? Ehrlich gesagt, hab ich in dem Moment gedacht, ja, das war's. Jetzt kriegst du einen Herzinfarkt. Ich lag seelenruhig auf der Couch. Es war gar nichts. Ich keine körperliche Anstrengung gehabt. Es kam aus dem Nichts dieses Herzfragen. Du denkst dir, was passiert hier gerade? Dann kriegst du Todesangst. Und so baut sich diese Panikattacke noch mehr. Die befeuert sich immer mehr. Und schon ein bisschen so im Kreislauf gefangen. In dem Panik- und Angst-Kreislauf. Das dauert so Das kann 20 bis 30 Minuten dauern. Klingt nicht so viel, ist aber in dem Moment lange. Ja, und fängst an zu zittern. du, also wie als wenn du frierst. Als wenn du die ganze Zeit frierst, so fühlt sich das an. Du zitterst dann, also dein Körper zittert irgendwie. Ja, also ich wünsche das wirklich niemanden, aber das ist ein ganz, ganz schlimmes Gefühl, wenn du eine Panikattacke hast, obwohl es ein ganz normales Schutzmechanismus deines Körpers ist. Deines Nervensystems, weil er im Außen denkt, hier ist eine Gefahr, obwohl hier keine Gefahr ist, aber dein Gehirn kann das nicht unterscheiden. Früher hat uns dieses Nervensystem oder diese Sache bewahrt vor den Säbelzahntigern oder vor irgendwelchen Gefahren. Heutzutage, unser Gehirn weiß trotzdem nicht, er ist kein Säbelzahntiger. Der denkt das immer noch. Das sind aber dann unsere Gedanken, die das Ganze verstärken. Und so wird Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet in den Kreislauf, damit die Bewegung auswies in Fight-Modus. Ja, Flucht- oder Kampfmodus.
Thomas: Wie hat sich das dann bei dir weiterentwickelt?
Tobias: Ja, das Ganze wurde dann schon fast regelmäßig, dass diese Panikattacken öfter kamen, weil ich, ich konnte es nicht zuordnen. Ich war immer da, aber ich wollte es wahrscheinlich immer noch nicht wahrhaben, dass es so, ja, die Psyche ist, sag mal, die da oder mein Nerven. Ich konnte es einfach nicht greifen. Dann fing ich an zu lesen. Also ich habe mir ein Buch gekauft, hab gelesen über Ängste, Panik und so und zu verstehen, was passiert da in meinem Körper eigentlich. Und das, ich finde, das hat mir schon sehr geholfen, einfach meinen Körper nochmal ganz anders zu verstehen. Was ist eigentlich unser vegetatives Nervensystem? Was macht es? Und ja, dass es uns eigentlich nur Gutes will. Auch wenn sich das in dem Moment unangenehm anfühlt. Aber wir sind ja in der Lage, unser Nervensystem zu beruhigen wieder.
Thomas: Wie hat sich dein Leben dadurch entwickelt? Arbeitstechnisch, Beruf, Alltag, Familie etc.
Tobias: Arbeitstechnisch bin ich nach dieser, also eigentlich schon nach den Sehstörungen erstmal ausgeschieden, dass ich wirklich dauerkrank war. Ich konnte nicht auf Arbeit gehen, weil einfach immer wieder diese Gedanken aufklopfen. Kriegst du wieder Sehstörungen? Also bekoppelst diese Sehstörungen mit der Arbeitsstelle dann irgendwie unterbewusst. Also da kommt immer diese Gedanke, da auf Arbeit war... waren die Seestörungen. Willst du nicht noch mal spüren? Also gehst du in die Vermeidung. Das ist so eine typische Reaktion auf Ängste oder Panik, dass du gewisse Situationen meides, wo das schon mal aufgetreten ist, weil du willst dieses Gefühl nicht fühlen. Klingt irgendwie logisch, aber das grenzt dich immer mehr ein. Und das war bei mir ja auch so. Es war ja dann nicht nur, dass es auf Arbeit passiert ist, es ist zu Hause einmal passiert. Zu Hause war aber immer mein Safe Place, sag ich mal. da lebst du halt. Aber es ist dann halt auch mal bei meinem besten Freund zum Beispiel passiert zu Hause aus dem Nichts. Oder das ist im Supermarkt. so ein beklemmendes Gefühl kriege ich, wenn in der Kasse stehst in der Flange oder. Überall konnte das passieren. Und dann hast du dir immer wieder gesagt, ich will das nicht spüren. will dieses Gefühl nicht spüren. Ja, ich will das einfach nicht spüren. Also meide ich diese Situation. Und du kannst dir vorstellen. Wenn du jetzt, ich fahr jetzt nicht mehr auf Arbeit, ich fahr nicht mehr zu meinem besten Freund, ich geh nicht mehr einkaufen, ich geh da und da nicht mehr hin, weil da hab ich dieses Gefühl gehabt, will ich nicht mehr. Ja, der Kreis wird immer enger. Wo habe ich mich am Ende dann nur noch aufgehalten? Zu Hause in den Vierbänden. Ich habe mir quasi mein eigenes Gefängnis gebaut. Oder meinen eigenen Käfig.
Thomas: Wie fühlt sich so eine Situation an?
Tobias: Ja, sehr erdrückend. du denkst, das war's jetzt, das ist jetzt dein restliches Leben. Das konnte jetzt nicht so bleiben und ja. Irgendwann war für mich der Zeitpunkt erreicht, wo ich sage, jetzt muss ich was ändern. Das war die, weil ich bin so nicht. Ich war nie so. Ich bin immer abenteuerlustig gewesen, immer rausgegangen, immer Spaß mit Leuten gehabt und so. Ich war nicht Mensch, der nur zu Hause sitzt und nichts tut und wartet, dass Abend wird und dann wieder ins Bett gehen zu
Thomas: Was ging dir damals durch den Kopf, als du morgens dann wach geworden bist? Hol uns da mal mit ins Boot.
Tobias: Ja, also ich bin morgens aufgewacht und hatte immer dieses beklemmende Gefühl in der Brust schon. Also jeder kennt ja Lampenfieber. Und das war immer so in der Brust im Zentrum Brustbein immer dieses Gefühl wie ja wie permanentes Adrenalin was da ausgeschüttet wird und so wie eine Angst vor dem Tag. So würde ich es beschreiben. Die Angst vor dem Tag. Was kommt heute? Passiert es heute wieder? bekomme ich wieder eine Panikattacke? Weiß ich nicht. Das war immer so diese Erwartung an den Tag und sobald der Tag Richtung Abend ging, wurde ich entspannter, weil ich mir dachte, okay, diesen Tag habe ich jetzt wieder geschafft. Jetzt, ich das so erzähle und das höre, unglaublich, dass ich so gedacht habe. Einfach nur den Tag irgendwie rumkriegen. Das ist doch keine Lebensqualität, habe ich mir gedacht.
Thomas: Mh. Wie ist dein Umfeld damit umgegangen?
Tobias: Ich habe sehr viel Rückhalt gehabt durch meine Partnerin, die mich da wirklich immer unterstützt hat und aufgebaut hat. ja, meine Familie. Auch Freunde, gute Freunde, die immer ihre Hilfe angeboten haben, die ich zwar nicht in Anspruch genommen habe, weil es mir einfach unangenehm war, diese Situation. Weil man verbindet es ja doch irgendwo manchmal noch mit Schwäche. Heutzutage sehe ich das anders. Aber die waren immer für mich da und immer die Hilfe angeboten und da bin ich auch sehr dankbar, dass sie, ja, sie wären da gewesen, wenn ich sie gebraucht hätte. 100 Prozent.
Thomas: Und was hast du gemacht, da wieder
Tobias: also einen Tag für mich erkannt habe, so kann es nicht weitergehen, jetzt musst du irgendwas tun, habe ich gesagt, du, ich mache jetzt sechs Wochen, gehe ich in eine Privatklinik, in eine psychosomatische Klinik und lasse mich quasi behandeln, mache meine Therapien, Einzeltherapie, Gruppentherapien. Ich wusste bis dahin noch gar nicht, wie das aussieht. Ich habe mir natürlich die wildesten Theorien. Ausgedacht man stellt sich ungefähr vor, okay, du gehst jetzt in eine psychosomatische Klinik, was passiert da? Wir alle, also ich glaube, jeder, der da keine Behoben mit hat, der denkt ja erst mal, am besten noch hier halb in eine Zwangsjacke oder so gesteckt, also jetzt mal übertrieben gesagt, so ist es natürlich nicht. Und das wusste ich auch dann vorher, weil ja, du bist ja keine Gefahr für dich selber oder irgendwas oder für irgendwen anders in dem Moment. Aber natürlich hast du erst mal Angst. Was erwartet dich dort? Wie läuft das ab? Kommst du damit zurecht? Ja, das war alles ungewiss, aber ich habe gesagt für mich, das war Januar 24. Ungefähr nach dem Jahreswechsel. Und dann habe ich den Schritt gemacht und habe gesagt, jetzt gehe ich in die Klinik und mache das. Das ist dann Februar, Mitte Februar 24 habe ich gestartet. Ich habe noch ein paar Wochen warten müssen auf Aufnahme. Noch relativ schnell, wenn man das so sieht. Aber es ist halt eine Privatklinik. Ich glaube, da geht es auch etwas schneller. Ja, dann war ich dann dort und hab das durchgezogen und ich hab's nicht bereut. Es war wirklich eine super Zeit, muss ich ehrlich sagen. Die mich vorangebracht habe. Ich hab tolle Menschen kennengelernt. Also du lernst dort echt tolle Menschen kennen. Die tolle Werte vertreten. Die auch immer zu einem Jahr gesagt haben. Also es sind halt ähnliche Themen irgendwo, ne? Da sind Leute mit Depression, sind Leute mit Burnout, Erschöpfungsdepression oder mit Ängsten, Panik, aber auch mit anderen Sachen. ist ja. Von jung bis alt, ist auch keine Altersklasse mehr vertreten, da ist alles vertreten. Von jung bis alt war da. Ich habe gedacht, Wahnsinn, was für junge Leute hier. Ich bin auch jung, aber es gibt ja noch viele junge, da waren 18-Jährige, Mädels oder auch Jungs, wo ich dachte.
Thomas: Krass! Okay.
Tobias: Krass, ihr habt noch so viel vor euch und hängt jetzt schon in der Depression. Das ist unglaublich gewesen, ja, tolle Leute wirklich. Hat Spaß gemacht, muss ich ehrlich gesagt sagen.
Thomas: Gab es denn Erkenntnisse über dich selbst oder dein Leben, die alles verändert haben in dieser Zeit?
Tobias: die ich dort in der Klinik feststellen musste. Ja, dass ich an... Ja, oder durfte. Ja, musste, durfte, genau. Ja, natürlich auf sich achtzugeben, und ihm nicht mehr über seine Grenzen ständig hinauszugehen. Ob das privat ist, aber auch im Arbeitsalltag. Du musst einfach auf dich achten und sagen, kannst du da immer drüber gehen? Du kannst das bis zu einem gewissen Punkt, aber wenn dein Körper sagt, es reicht, dann reicht es. Dann kannst du machen, was du willst. Dann bremst er dich aus und du bist gezwungen, diese Pause einzulegen. Und das habe ich für mich einfach gelernt, dass ich sage, ich setze jetzt hier meine Grenzen. Das ist auch wahrscheinlich nicht für jeden zu verstehen. Diese Grenzen zu akzeptieren, wenn man vorher immer über diese Grenzen rübergehen konnte bei der Person. ist es natürlich schwer für manche Leute das zu akzeptieren. Aber es ist wichtig für mich, einfach da nicht wieder in diese Situation rein zu gelangen.
Thomas: Und wie hast du es dann geschafft, Schritt für Schritt wieder zurück ins Leben zu finden?
Tobias: Der erste Schritt war halt die Therapie, sechs Wochen, die mir sehr viel gebracht hat. Das war aber der Beginn der Reise zur Selbstheilung. Dann Ende März kam ich wieder nach Hause. Ich war jetzt mal völlig überfordert, wieder in diesen Alltag hinein zu gelangen. Auch da war die Abreise mit Ängsten verbunden natürlich. Kriege ich das alles so integriert in meinen Alltag und Schaffe ich das jetzt wieder ins normale Leben zurück? auch. Ich meine, die Klinik ist so auch ein Safe Place geworden in dem Moment. Da bin ich auch rausgegangen. Wir haben wir ganz schön unternommen, sind Park gegangen und da und in der Stadt und so. Aber zu Hause ist ja noch mal anders. Da hast du halt nicht deine Leute, die dich verstehen, die das alles mit dir irgendwo durchgemacht haben. Sechs Wochen. Mit denen du dich ausgetauscht hast. Also die haben ja alle ähnliche Themen gehabt. Hier hast du halt wieder andere Menschen um dich rum, die halt Das ist gar nicht zu, also du kannst gar nicht greifen, außer deine Partnerin. Und da war es für mich dann wichtig, Schritt für Schritt aus diesen vier Wänden meinen Kreis wieder größer zu machen. Das geht nur mit Vertrauen und Geduld mit sich selber ganz viel. Und das habe ich dann gemacht. wieder, ja, arbeiten war noch kein Thema. Das hat wirklich noch eine ganze Weile gedauert, bis ich wieder arbeiten konnte. Ich bin dann zum Fußball wieder gegangen. Also ich hab meinen Hobby Fußball wieder. Konnte ich wieder nachgehen. Zum Training bin ich gegangen. Natürlich war immer ein komisches Gefühl dabei am Anfang. Aber dieses Gefühl wurde besser. Weil es wieder vertrauter war. Der Kopf hat gemerkt, der Nervensystem, hier ist gar keine Gefahr. Ist alles gut. Und schon konnte ich dem wieder nachgehen und hab da wieder, ja, den Ausgleich auch noch mal gehabt. Da kannst du Energie ablassen. Spaß. und uns wieder mit Menschen zusammen.
Thomas: Gibt es denn sonst irgendwelche Dinge, die du bewusst geändert hast? Also in deinem Alltag oder auf deiner Arbeit?
Tobias: Generell den Lifestyle. Da war ich immer schon sehr hinterher, dass man bei der Ernährung guckt, dass man da viel besser machen kann. Also jetzt nicht nur unbedingt, ich sag mal, Schrott in sich hinein stecken in den Körper, sondern auch mal wirklich bewusst sich zu ernähren. Wir wissen alle, was es eigentlich ist, bewusst sich zu ernähren, Obst, Gemüse, viel in besser Qualität, Wasser trinken möglichst. Ich habe Koffein gemieden. Also das wurde mir auch geraten, sag ich mal, von der Therapeutin. Zu sagen, trink nicht so viel Koffein mehr. Cola, sag ich jetzt mal. Oder auch Alkohol. Also so ne Sachen, die hab ich weggelassen. Weil diese Sachen können antriggern. Soll ich eine Ängste und Panik, wenn das Nervensystem sowieso schon hoch ist. Hab ich weggelassen und dadurch wurde es auch noch mal besser. Dann fing ich an, gewisse Nahrungsergänzungsmittel zu probieren. Das hab ich aber auch vor der Erkrankung schon gemacht, hab's aber nie konsequent gemacht. Und dann hab ich ... probiert, probiert und von der Marke, von der Marke. Und dann im Sommer 24 durch meine Arbeitskollegin bin ich dann auf die Marke FitLine gestoßen, die ich ja bereits kannte. Und habe mich darauf nochmal eingelassen, weil ich sagte, jetzt greife ich nach jedem Strohhalm. Ich meine, wenn es dir so schlecht geht, dann nimmst du jede Möglichkeit an und probierst es. Und habe dann mit diesem Pro Shape Aminos gestartet. die einfach schon durch das L-Tryptophan, was da drin ist, ja, den Serotoninspiegel, die Darm-Hirn-Achse. Das Serotonin ist ein Glückshormon, das brauchen wir. Ist ja extrem wichtig. Und Serotonin war wahrscheinlich zu dem Zeitpunkt sowieso schon sehr herabgesetzt bei mir. Ja, und das hat auch vieles schon verändert. Ich bin entspannt, da geworden, Panikattacken. Hatte ich... Also bewusst hatte ich keine mehr wahrgenommen danach, muss ich ehrlich sagen. Ich war gelassener. Stress kam nicht mehr so an mich heran. Ja und ich fühlte mich grundsätzlich einfach viel besser. Also fröhlich ja wieder, sagen wir mal so fröhlich ja einfach wieder. Ich hatte dieses Lachen zurück, was ich einfach darüber lange Zeit verloren hatte. Und das kannte ich von mir nicht. Und es war wieder da und ja, das gibt ja dann einen Push. Weiterzumachen, immer Schritt für Schritt weiter. bis ich dann im September angefangen habe. Jetzt starte ich damit voll durch und muss anderen Menschen davon erzählen. Weil wenn es dir hilft, kann es auch vielen anderen Menschen helfen.
Thomas: Und was war der... Also du hast jetzt gerade gesagt, dass du viele positive Erfahrungen damit gemacht hast, dass du gemerkt hast, okay, das tut mir gut. Und hast du dann gesagt, alles klar, dieses Gesamtkonzept ist etwas, was ich weiter tragen möchte? Oder hast du erst mal nur daran gedacht, dass das... die Aminos sind, mit denen du ja selber deine Erfahrungen gemacht hast am Anfang. Was war so dein Gedanke beim nach draußen gehen?
Tobias: Ja, die Aminos war halt einfach der Startschuss für mich. Und ich habe aber dann gesagt, weil wenn ich das richtig mache, dann wenn ich das mache, dann mache ich es richtig. Ja, also dann habe ich natürlich das Optimalset dazu genommen für morgens und abends die beiden Getränke, weil ich wollte es einfach gleich richtig machen und nicht nur die Aminos und. Vielleicht fehlt mir bei irgendwelchen anderen Sachen, fehlt mir aber vielleicht noch was mehrstofftechnisch. Wusste ich ja zu dem Zeitpunkt nicht. Deswegen habe ich mir gesagt, ich habe mich ja intensiv beraten lassen von meiner Arbeitskollegin, die mich dann auch meine Empfehlungsgeberin geworden ist. Ein, zwei Tage brauchte ich tatsächlich die Bedenkzeit. Und habe mich dann entschieden, jetzt mache ich das als Teampartner, starte ich hier und da ist ja das Optimalset mit dabei. Stop and Activize, da kriegst du gleich noch Gratis dazu. Ja. Und so war mein Startschuss zu sagen, ich gehe jetzt an die Leute und spreche mit denen über meine Erfahrungen und was sie so für Themen haben, damit man da Lebensqualität wieder einfach zurückgeben kann.
Thomas: sah dein Start damals aus? Wie bist du auf die Menschen zugegangen? Sind die Menschen auf dich zugekommen, weil sie wissen wollten, was du verändert hast, dass du dich verändert hast, was du gemacht hast? Holen wir uns mal so bisschen in diese Anfangszeit.
Tobias: Das war sowohl als auch. Natürlich fing ich an, Statusmeldungen zu machen. Ich habe Instagram-Stories ganz viel gemacht. Und bin dann natürlich erst mal auf die Familie zugegangen. Das war meine erste Anlockung. Also meine Freundin ist mit mir gestartet. Die kannte das auch. Und war schon überzeugt, die hat das dann auch genutzt. Und dann bin ich an die Familie noch herangetreten. Und wo auch gleich positives Feedback kam von Großeltern, aber auch von meinen Eltern. die auch gleich gestartet sind. Also das fasst du auch nicht oft. Da bin ich auch sehr dankbar, dass meine Familie mir da so ein, auch da wieder einen Rückhalt gibt und sagt, sie unterstützen mich und vertrauen mir, dass es möglich ist. Wenn du die Erfahrung gemacht hast, können wir diese Erfahrung sicherlich auch machen mit den Produkten. Und es war auch so, dass zum Beispiel bei meiner Mutter, die hatte mal auf den Magen Probleme gehabt und auf einmal waren diese Magenprobleme weg gewesen. Und ich sage, ja, ist genau das, warum wir das machen. Mein Vater, der Bluthochdruck hat, wie auch fast jeder, nimmt Tabletten und konnte auch diese halbieren. Ja, er wurde auch viel gelassener. War ja auch immer so ein bisschen. Naja, mürrisch, sag ich mal, nicht so viel gelacht. Und dann irgendwann war es so total verändert. Er hat viel mehr gelächelt und gesagt, was ist mit dir los? Produkte helfen wohl. Ich sag, er sagte, ja, kann sein. Ich sag, ja, es ist so. Also bei deinem Körper endlich das kriegt, was er braucht. Und dann bist du einfach schon ganz anders drauf. Glaubt man immer gar nicht, aber es ist so. Das war so mein Startschuss, dass ich Familie erstmal alle mit rein geholt habe ins Boot. Und dann bin ich halt weitergegangen in den Bekanntenkreis, Freundeskreis. Aber ich musste auch viele Neins hinnehmen, was für mich okay ist. Und das gehört halt auch irgendwo dazu zum Wachstum in der ganzen Geschichte.
Thomas: Wie ist deine Arbeitsweise heute?
Tobias: Vielen Dank.
Thomas: Machst du Kaltkontakte? Kommen die Menschen immer noch auf dich zu? Wie machst du Kunden und Teampartner heute?
Tobias: Unterschiedlich. Also ich habe alles dabei. Aber meistens sind es eher die warmen Kontakte, ich mal, also im bekannten Kreis noch, dass manchmal kommen Leute auf mich zu. Manche spreche ich auch gezielt an. Dass ich sie einfach anbiete, das Konzept oder beziehungsweise dass wir darüber reden. Erst mal unverbindlich. Die einen sagen, okay, ich höre mir das an und die anderen möchten es halt überhaupt nicht. Das ist für mich auch in Ordnung. Und das akzeptiere ich auch. Kaltkontakte, auch wenn ich ein Gefühl habe. Also ich versuchte auch, Bauchgefühl zu hören. Es gibt manchmal so, letztens waren wir irgendwo im Urlaub gewesen und da war eine ganz nette Dame, die die Ferienwohnung da vermietet hat und wir haben uns so unterhalten und sie war gerade krank gewesen und dann irgendwie kam so ein Gefühl in mein Bauch, ich sag, jetzt sprichst du sie mal an. Dann hab ich ihr das einfach mal nicht komplett, letztlich jetzt das Ganze geschildert, aber ich hab ihr gesagt, wir haben ein Konzept kennengelernt. Damit ist so und so und so hat sich das alles verändert bei uns. Und sie ist dann natürlich erst mal so hellhörig geworden. ⁓ okay, das klingt ja echt interessant. Lass uns da mal drüber unterhalten. Da wollten wir eigentlich, ja, sie wollte sich melden. Das ist dann zwar nicht mehr dazu gekommen, muss ich ehrlich gestehen, dass es nicht mehr dazu gekommen ist, dass sie sich gemeldet hat. Warum auch immer. Aber der Kaltkontakt wurde gemacht von mir. Also es ist ja wieder ein Schritt, den man gegangen ist. Aus seiner Komfortzone oder Gewohnheitszone. Sich wieder getraut hat. Es ist schwierig, Kaltkontakte zu machen. Es gibt aber auch Menschen, können mehr Kaltkontakte als das bei den Bekannten zu machen.
Thomas: Mh.
Tobias: Aus dem Bauchgefühl heraus mache ich das. ist einfach, doch noch Entscheidungen oftmals für andere. nicht tun sollte, weil jeder Mensch hat es verdient, dass man diese Chance gibt. Und dann können die immer noch sagen, ja, es ist was für mich oder nein, es ist überhaupt nichts für mich. noch Potenzial oder Lernbereitschaft, das zu verändern, nicht die Entscheidung schon für den anderen zu treffen. welcher Grund es ist, es gibt mehrere Gründe. Und ich glaube auch das kennen wir alle, dass wir die Entscheidung oftmals noch für den anderen treffen. Aber für den ist das nichts. Der ernährt sich doch gesund. Der ist doch zu... Der möchte das bestimmt nicht, weil er halt schon sehr bewusst ist oder der möchte es nicht, weil er sich das nicht leisten kann vielleicht. Aber wissen wir ja nicht.
Thomas: Du arbeitest heute trotzdem weiterhin noch im Krankenhaus, zwar in einem anderen, aber trotzdem noch im beschäftigst du dich mit Prävention und Wie erlebst du diesen Spagat persönlich?
Tobias: Genau. Nicht ganz einfach. Ich rede da trotzdem recht offen so schon drüber. Nicht bei Patienten, aber ich rede mit Arbeitskollegen da offen drüber. Viele fragen mich auch, weil ich das auch offen trage, sag ich mal. Ich trag's nach außen. Ob das der Rucksack ist oder ob das eine Jacke ist oder auch ein Getränk, wenn ich da einfach die Activize-Dose hinstelle und ich mische mir jetzt mal mein Getränk an. Ich zeig das schon offen und dann kriege ich halt auch die Frage, was ist denn das, was du da trinkst und so. Dann sag ich das halt offen und ehrlich, was es ist. Und dass es das und das verändert bei mir. Willst du es mal probieren? Ich habe auch Kollegen, die es probiert haben oder eine Kollegin auf jeden Fall. Und die ist begeistert, die hat ja eine Veränderung gespürt. Dennoch ist es natürlich schwierig, das oftmals in diesen Sektor hineinzutragen.
Thomas: Aber was hilft dir heute im Alltag bei dir zu bleiben? Auch wenn es mal stressig wird. Weil ich denke mal die gleiche Arbeit ist ja immer noch da ... und auch immer noch stressig, genauso wie vorher. Wie kompensierst du das dann?
Tobias: Ja, einfach die Grenzen gesund zu setzen, zu sagen, wenn du einfach mal in dich rein spürst und merkst, jetzt wird es vielleicht gerade zu viel, dass du sagst, okay, jetzt gehe ich hier nicht drüber, dass du auch mal Hilfe bittest. Ich sag mal, wenn du eine gewisse Situation immer alleine versucht hast zu bewältigen, dass du sagst, nee, ich hole mir jetzt mal Hilfe von den Kollegen oder ich spreche vielleicht offen darüber, dass es vielleicht gerade zu viel ist. Diese Situation hatte ich jetzt so noch nicht auf der neuen Arbeit, weil ich finde, wir sind da ein super Team, was sich gegenseitig unterstützt. Und das ist mir wichtig, dass wir als Team uns da gegenseitig unterstützen. Da einfach die Grenzen setzen für sich, aber Auf dieser neuen Arbeit ist es einfach anders als zu der vorherigen, muss ich sagen. Ein Riesenunterschied, weil das Team zusammenhält und sich wirklich gegenseitig unterstützt. Was man halt auch nicht mehr oft heutzutage hat, leider macht jeder so seins irgendwie. Die Ellenbogen sind ausgefahren, keiner gönnt sich mehr was, Neid ist überall da. Das ist sehr, sehr schade, weil irgendwie auch viele sehr unzufrieden sind mit ihrem Leben oder mit ihrem Beruf sogar. Obwohl es jeder in der Hand hat, das zu ändern.
Thomas: Was hat sich in deiner Energie und Mindset jetzt mittlerweile verändert?
Tobias: Auf jeden Fall. Mutig sein, immer an sich zu glauben. und dass nichts im Leben konstant ist. Das kann sowohl positiver als negativer oder positiver Sachen sein, aber nichts ist im Leben konstant. Eine schlechte Phase im Leben ist nicht konstant so. Außer du sagst, ich verharre dort, ich tue nichts mehr. Das heißt, ich erstarre. Für mich war das immer, dass ich dann gesagt habe, nichts ist im Leben konstant. Auch eine Hochphase ist nie konstant. Es geht nie steil nach oben. Ich finde es immer gut. Ich beschreibe das immer gern sinnbildlich mit der EKG-Kurve. Du hast ja eine EKG-Kurve auch hoch und runter. Ja, und so kann man das Leben auch beschreiben, weil wenn das Leben nur noch gerade, gerade nicht läuft, dann ist da nichts mehr. Auf einem EKG wärst du tot. So kann man sich das gut vorstellen. Es kommt immer auch Tiefphasen, mal größere Tiefphasen, mal kleinere und dann kommen wieder Hochphasen sehr hoch oder auch nur kleine hohe. Aber für mich war auch immer die Hoffnung nach jedem Tiefpunkt hoch. Und irgendwo hat es auch seinen Sinn, dass es gerade so ist. Weil, wenn ich jetzt nie so tief gefallen wäre, wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Ich hätte vielleicht nie diese Entscheidung getroffen, bewusster für mich einzustehen. Ob das der Lifestyle ist, ernährungstechnisch supplementieren, aber auch Mindset, Meditation ist ein Thema geworden bei mir. All so eine Sachen, einfach mehr auf sich zu achten. Das wäre ja nie ein Thema geworden, wenn ich nicht so tief gefallen wäre. Also kann ich am Ende, auch wenn sich das scheiße angefühlt hat, kann ich dankbar dafür sein, dass das passiert ist. Weil es hat einen Sinn.
Thomas: Wenn jetzt jemand zuhört, der gerade selber eine schwere Phase hat, was würdest du dieser Person sagen?
Tobias: Der Wasp bedauert, das hatte Hoffnung verlieren soll, sollte. Und ... ja, immer an sich glauben, den Mut haben, etwas zu verändern, den Schritt zu gehen. Auch wenn dieses Tief sich so unglaublich schwierig und schlimm anfühlt, gibt es immer einen danach, wenn wir uns Hilfe suchen. Hilfe ist das Wichtigste. Sich Hilfe ... Also, sich erst mal einzugestehen, das ist der erste Schritt. Sich eingestehen, wenn man Probleme hat. und dann die Hilfe sich zu suchen und Hilfe annehmen. Auch wenn Hilfe vom Umfeld kommt, Freundeskreis, Familie, Partner, immer auch annehmen diese Hilfe. Aber auch gezielter nachfragen. Weil es ist keine Schwäche. Darüber zu sprechen, dass es gerade nicht funktioniert oder dass man gerade nicht funktioniert, ist keine Schwäche. Auch bei Männern nicht. Ich glaube, Frauen können da offener noch zuberehnen als Männer. Männer haben da immer so Probleme, glaube ich, über ihre mentalen Geschichten zu sprechen, weil es immer mit Schwäche verbunden wird, so aus diesen alten Denken. Ist für mich auch überholt. Am Ende sind Mann und Frau Menschen. Und beide können verletzlich sein und können mental schwach auch mal sein.
Thomas: Das klingt so. Das klingt schon ein bisschen nach meiner Antwort auf die nächste Frage. Was sind denn deine drei goldenen Nuggets, die du Menschen mitgeben wollen würdest, die ihr Leben verändern
Tobias: dass man zu mehr in der Lage ist, als man aktuell glaubt. Und Wachstum passiert immer nur außerhalb deiner gewohnten Umgebung. Das, was du sonst kennst, dass man einfach mal sich traut, über diesen Tellerrand hinaus zu blicken. Egal, was es ist, einfach mal den Mut haben, über diesen Tellerrand hinaus zu schauen. Es gibt oftmals Menschen, die uns geschickt werden, sage ich mal, irgendwo aus dem Universum, die manchmal einen so einen kleinen Wink geben. ⁓ es gibt noch was anderes. Oder schau doch mal hier, guck dir das mal an. Vielleicht ist das was. Und es muss nicht das Konzept sein. Es kann alles Mögliche sein. So viele Sachen, die ich kennenlernen durfte, abgesehen davon, was ich vorher nicht wusste, wofür ich dankbar bin, dass diese Menschen mir geschickt wurden und mir gesagt haben, das könntest du probieren, das könntest du probieren, einfach dein Leben noch mal zu verändern und gewisse Sichtweisen. Und ja, mit den Menschen zusammen zu arbeiten. Geh auf Menschen zu. und arbeite mit Menschen zusammen. Wir sind nicht alleine auf dieser Welt. Wir sind schon immer Rudeltiere gewesen, ich mal. Wir gehören eigentlich alle irgendwie zusammen. Das ist für mich extrem wichtig, dass wir keine Einzelgänger alle werden, weil so irgendwie entwickelt sich das so in die Richtung, weil das sind wir nicht von Natur aus.
Thomas: Gibt es einen Satz oder einen Gedanken, der dich persönlich immer wieder aufrichtet und wo du sagst, okay, wenn ich scheiß Phase habe gerade, an dem Satz ziehe ich mich wieder hoch oder an den Gedanken?
Tobias: Ja, ist dieser, zum Beispiel, dass nichts konstant ist im Leben. Wenn es tief ist, es bleibt nicht tief, konstant so. Es kommt immer wieder ein Hoch und es kommt alles zu dem Zeitpunkt, wo es in dein Leben gehört. Das Leben ist immer für dich. Das ist so, ich glaube, der abschließende Satz dazu. Das Leben ist immer für mich, sage ich echt scheiße läuft und ich sage, ich könnte es schon wieder alles hinschmeißen oder irgendwie ist das gerade wieder blöd gelaufen und das ist wieder scheiße gelaufen. Am Ende ist es immer für mich das Leben. Das gibt mir mal wieder dieses positive Gefühl. Okay, das passiert jetzt hier alles für mich, damit ich vielleicht da noch mal hinschaue. Was kann ich hier noch mal verbessern? Vielleicht kann ich dieser Situation vielleicht noch mal anders reagieren und anders drüber nachdenken. alles klar am Prozess.
Thomas: Kommen wir zu meiner letzten Frage. Wo siehst du dich persönlich in einem Jahr als Mensch, als Vater, als PMer?
Tobias: mich. Natürlich als großartiger Familienvater, der viele tolle Momente in diesem Jahr gesammelt hat mit seiner Tochter, viele erste Male, weil für die ist ja alles das erste Mal, ob es die ersten Schritte sind, ob es das Krabbeln ist, ob es die ersten Worte sind, was auch immer. Ich habe gefühlt, jeden Tag ist irgendwas Neues, was sie kann. Und das ist wunderschön. Das ist, das gibt mir schon echt extrem viel.
Thomas: Grundsätzlich.
Tobias: jeden Tag sie zu sehen, wenn sie sich freut, mich zu sehen. Und dieses Jahr einfach dann zu begleiten, das Erzehraus ganz besonders. Dann bei TM sehe ich mich natürlich Wachstum mit meiner, meinem tollen über und unter mir. Wir sind ein ganz großes Team und halten auch sehr zusammen und unterstützen uns gegenseitig. Da sehe ich auch noch sehr viel Wachstum innerhalb der ganzen Truppe. dass jeder da seinen Weg geht, ich meinen Weg gehe. Ja, viele tolle Ehrungen, ich mal, auf die ich mich freue, für alle Leute bei uns. Und ja, als Mensch einfach gewachsen, ja, gewachsen an dem Ganzen, was mir da passiert ist und dass ich meinen Prozess fortsetze. Die Selbstheilung ist ja noch nicht abgeschlossen, es geht ja immer weiter. Ja. Da immer weiter an sich zu arbeiten, Bewusstsein, Achtsamkeit, immer wieder in den Alltag zu integrieren, weil manchmal gibt es auch Phasen, wo mir das weniger gelingt. Zu meditieren regelmäßig und so weiter, das einfach wieder täglicher zu integrieren, den Sport wieder mehr reinzuholen, wenn die Zeit es hergibt, die ich mir nehmen muss, das ist mir auch klar. Ja, da sehe ich mich so. Erfolgreich mit einer tollen Truppe.
Thomas: Dann danke ich dir vielmals.
Tobias: Hahaha
Thomas: Dann danke ich dir vielmals für deine Zeit, für diese Einblicke, für das Gespräch. Ich wünsche dir ganz, ganz viel Erfolg, eine wunderschöne Zeit. Und ich denke mal, wir zwei bleiben ja weiterhin im Kontakt.
Tobias: Auf jeden Fall, Thomas. Ich danke dir für die Einladung und ja, dass ich meine Einblicke hier so mitteilen durfte. Ja.
Thomas: Gut, vielen Dank!