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Folge 18 · Psyche & Selbstbild

„Das darf ich doch selber entscheiden“

Schon als Kind hört sie immer wieder Sätze, die ihr Vertrauen in andere Menschen erschüttern und ihr Selbstbild nachhaltig beeinflussen.

23.06.2026 38:45 Min mit Tanja

Worum es geht

Ein Mann will mit ihr zusammen sein, und sie sagt ihm ab — mit der Begründung, sie sei nicht gut genug für ihn. Er widerspricht: Das dürfe er wohl selbst entscheiden. Sie widerspricht zurück: „Nein, das entscheide ich für dich, denn ich werde dich verletzen.“ Heute ist dieser Mann ihr Ehemann. Die Szene erzählt Tanja Sewing im Gespräch fast beiläufig, dabei steht in ihr das ganze Muster, um das es in dieser Folge geht.

Tanja ist 46 Jahre alt, gelernte Hotelfachfrau und heute Kindertagespflegeperson. Ihre Kindheit war von emotionaler und psychischer Gewalt geprägt, und sie wuchs mit dem Gedanken auf, dass man Menschen grundsätzlich nicht trauen kann. Lange hielt sie das für den Normalzustand: „Ich habe gedacht, ja, das gehört einfach zum Leben dazu.“ Wie sich das im Alltag zeigte, beschreibt sie sehr genau: „Ich hätte geschaut, was du gerade in dem Moment von mir erwartest und das hätte ich getan, dir zu gefallen.“ Für dieses Verhalten hat sie ein eigenes Wort, das sie selbst im Gespräch benutzt: Marionette.

Erst über die Arbeit mit einem Coach beginnt sie, alte Glaubenssätze auseinanderzunehmen — Sätze aus dem Elternhaus, aus Kindergarten, Schule und Lehre, die sich, wie sie sagt, wie ein rotes Band durch ihr Leben ziehen. Zur selben Zeit fällt eine Episode, die sie im Podcast ungeschönt erzählt: Sie schrieb eine abfällige Nachricht über ihre Sponsorin und verschickte sie versehentlich an genau diese Person. Dass sie trotzdem eine zweite Chance bekam, nennt sie bis heute den Punkt, der vieles möglich gemacht hat.

Der schwierigste Teil des Gesprächs ist die Vergebung. Tanja hat ihrem Vater verziehen, ohne etwas gutzuheißen und ohne etwas zu vergessen. Über ihn spricht sie auffällig zurückhaltend: „Ich möchte auch kein bisschen Dreck ziehen.“ Ihre Begründung ist praktisch, nicht moralisch: „Wenn ich ihm nicht verzeihen kann, kann ich mir nicht verzeihen. Und wenn ich mir nicht verzeihen kann, kann ich nicht weitergehen.“

Interessant ist die Folge über den Einzelfall hinaus, weil sie an keiner Stelle behauptet, fertig zu sein. Nein sagen fällt Tanja weiterhin schwer, Selbstzweifel kommen wieder, und auf die Frage, wie sie heute reagiert, wenn jemand sie verletzt, antwortet sie: „Das ist gerade meine Challenge.“ Wer eine Auflösung sucht, findet hier keine — wer wissen will, wie langsam sich ein früh geprägtes Selbstbild verschiebt, schon.

Kapitel

Aus den Fragen im Gespräch abgeleitet.

Transkript

82 Abschnitte, rund 4.4k Wörter. Klick auf eine Zeitmarke, um an die Stelle zu springen. Automatisch erzeugt und redaktionell korrigiert.

Thomas: Ja, hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von LeichtLos. Schön, dass du heute wieder dabei bist. Egal ob du im Auto unterwegs bist, beim Spazierengehen, im Gym, auf dem Sofa oder irgendwo mitten im Alltag. Hier geht es nicht um perfekte Lebensläufe, große Bühnen oder Menschen, die schon längst am Ziel angekommen sind. Hier geht es um Geschichten, ⁓ Menschen mitten im Leben, ⁓ Zweifel, Veränderungen, kleine Siege und den Weg dazwischen. Und genau deshalb freue ich mich, dass du heute wieder dabei bist. Los. Ich glaube, fast jeder Mensch kennt dieses Gefühl, dass man sich fragt, ob man eigentlich gut genug ist. Gut genug für den Partner, im Beruf und für andere Menschen. Und manchmal entstehen diese Gedanken gar nicht erst im Erwachsenenalter, sondern viel früher. In Sätzen, die man als Kind immer wieder hört. Mein heutiger Gast hat einmal geglaubt, dass alle Menschen ihr etwas Schlechtes wollen. Nicht, weil sie so geboren wurde, sondern weil ihr genau das beigebracht wurde. Und irgendwann wusste sie gar nicht mehr, wer sie eigentlich selbst ist. Im Vorgespräch ist ein Satz gefallen, den ich wahrscheinlich nicht mehr vergessen werde. Sie sagte, ich war wie eine Marionette. Heute sitzt sie hier und ist ein völlig anderer Mensch. Jemand, der gelernt hat, Grenzen zu ziehen, der gelernt hat, Nein zu sagen und vielleicht das Schwerste überhaupt geschafft hat, zu vergeben. Nicht, weil dadurch wieder alles gut geworden ist, sondern weil sie gemerkt hat, dass man manchmal erst anderen vergeben muss, bevor man sich selbst vergeben kann. Ich glaube, das wird heute keine Folge über Business, sondern eine Folge über Vertrauen und Selbstwert und darüber, wie ein Mensch seinen Weg zurück zu sich selbst findet. Ich freue mich sehr, dass du heute dabei bist. Herzlich willkommen, Tanja.
Tanja: Vielen Dank. Ich freue mich auch.
Thomas: Im Vorgespräch haben wir über ganz viele ernste Themen gesprochen. Deshalb würde ich gerne mit etwas Leichtem anfangen. Wenn ich deine Freunde fragen würde, wofür können sie dich nachts 3 Uhr anrufen?
Tanja: Wenn du meine Freunde fragen würdest, mich darf jeder nachts drei anrufen, der ein Problem hat, der Sorgen hat, dem es nicht gut geht. Ich glaube, dass Menschen genau das brauchen, wenn sie sich alleine fühlen, dass jemand da ist. Egal, ob es drei ist, fünf oder einen.
Thomas: Du arbeitest jeden Tag mit kleinen Kindern. Was glaubst du, was können Erwachsene von Kindern lernen, dass sie irgendwann vergessen haben?
Tanja: Ehrlichkeit, Leichtigkeit. Freude! Spaß! Einfach so sein, wie man ist.
Thomas: Und ja, bevor wir jetzt gleich so richtig tief einsteigen. Wann hast du das letzte Mal über dich selbst richtig herzhaft gelacht?
Tanja: Ja, naja, es gibt Situationen, wo man denkt... Kann auch wieder nur mir passieren? Keine Ahnung, ich bin ein Tolpatsch. Ich reiß gerne alles ⁓ naja, da ist mir denn heute auch ein Glas umgefallen. Na ja, passiert. Also zu den Kindern sagt man dann, ich pass ein bisschen auf und selber wusch. Ja, genau.
Thomas: Okay. Klassiker, der Klassiker. Sehr schön. Ja, für alle, die dich bis jetzt noch nicht kennen, wer ist Tanja und wie würdest du dich heute selbst beschreiben?
Tanja: Also mein Name ist Tanja, ich bin 46 Jahre alt und bin von Beruf Kindertagespflegeperson. Ursprünglich habe ich Hotelfachfrau gelernt und habe den Beruf zur Kindertagespflege lieben gelernt. Das ist meine Berufung. Zum Zweiten ist natürlich aber auch mein anderes Herzensprojekt PM. Menschen zu helfen, egal ob groß oder klein, ist meins. Ich möchte Menschen einen Mehrwert geben, ich möchte ihnen helfen, ich möchte sie unterstützen und ich glaube, das kann ich mit den beiden Berufen relativ gut verbinden. Was haben Menschen von mir? Das war die Frage.
Thomas: Das wäre meine nächste Frage. Was würden deine engsten Freunde und dein Mann über dich sagen? Was macht dich aus?
Tanja: Ich bin neugierig, bin lebensfroh, ich bin pünktlich, ehrlich, aber liebevoll ehrlich. Und ich finde es nicht schlimmer, wenn man sagt, nur die Ehrlichkeit ist super und dann wird man verletzend. Ansonsten, ja, Zuverlässigkeit steht bei mir an oberster Stelle und wird herzbar sein.
Thomas: Und du arbeitest ja jeden Tag mit Kindern und begleitest Familien. Was liebst du denn an dieser Arbeit bis heute?
Tanja: Ich liebe es mit Menschen zu arbeiten, besonders mit Kindern, weil sie einfach so ehrlich sind. Die Kinder können sich nicht verstellen. Wenn sie sagen, haben keine Lust, dann haben sie keine Lust. Und das zeigen sie auch. Und wenn sie einen gerade doof finden, dann sagen wir es auch. Diese Ehrlichkeit ist gerade so schön. Mit den Eltern die Türen eingegangen, Gespräche zu machen, ist für mich auch immer wieder sehr wertvoll und wunderbar. Ja, ein enges Zusammenarbeiten. Das ist das, was ich eigentlich liebe.
Thomas: Und wenn du auf die Tanja von vor 20 Jahren oder so schaust, worauf bist du heute stolz?
Tanja: dass ich so bin, wie ich bin. Dass ich mich nicht mehr verstelle, dass ich nicht mehr für irgendjemanden irgendwas bin. Denn ich bin Tanja und ich bin, wie ich bin.
Thomas: Gut, das ist einfach.
Tanja: Genau.
Thomas: Ja, gehen wir mal ein bisschen näher auf deinen Werdegang ein. Du hast im Vorgespräch sehr offen erzählt, dass deine Kindheit von emotionaler und psychischer Gewalt geprägt war. Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass diese Erlebnisse dich bis ins Erwachsenleben begleitet haben?
Tanja: Ich habe früher immer gedacht, ich brauche nie einen Therapeuten, ich brauche nie irgendjemanden, denn wenn ich mit Leuten darüber rede, ist das Therapie genug. Ich habe gedacht, ja, das gehört einfach zum Leben dazu. Gemerkt habe ich es eigentlich erst, wo ich bei PM drin war in der Community, wo Menschen mich kennenlernen durfte, wo Menschen mich kennengelernt haben und ich bin. so unsicher gewesen. Ich habe gedacht... Meint ihr das alle ernst? Und das sind für mich Sachen gewesen, die unheimlich schwer waren. Ich durfte nachher einen oder ich habe nachher einen Coach kennenlernen dürfen. Mit diesem Coach bin ich durch mein ganzes Leben gegangen. ⁓ durfte mich in der ersten Zeit, wo ich Bei PM durfte ich mich von Menschen trennen, die mir nicht gut taten. Ich habe gelernt, dass es Menschen gibt, die mich einfach mal ausgenutzt haben. Genau, jetzt bin ich einfach ich. Also ich bin natürlich noch nicht am Ende und natürlich gibt es immer wieder Tage, wo ich sagen kann, okay, da läuft es vielleicht gerade nicht so gut, aber generell weiß ich vielleicht dann.
Thomas: Wenn man mal ein bisschen in der Vergangenheit... Du hast gesagt, dass dein Vater dir immer wieder vermittelt hat, alle Menschen sind schlecht, vertrauen niemandem. Was macht so ein Satz mit einem Kind?
Tanja: Du vertraust dieser Person. Das sind deine Eltern. Das ist dein leiblicher Vater. Wenn man immer wieder hört, vertraue niemanden, ist das natürlich ein... Es ist schwierig, denn man glaubt es dann natürlich nachher und dann ist nachher auch irgendwann mal dieses Vertrauen nicht mehr da. Man hat seine Base und man hat seine Leute, die man vertraut. Klar, ist die Familie, das ist die Mutter und das sind die Geschwister, aber alles andere wird nachher ein bisschen kritischer. Und dann kommt natürlich die Pubertät, die kippt natürlich auch. Da versucht man dann irgendwo sich selber zu finden und hat aber trotzdem noch die Glaubenssätze im Hinterkopf, wo man denkt, wow, ja, schwierig. Genau.
Thomas: Hast du das auf dich projiziert? Also hast du glaubt damals oder gab es Momente, in denen du gedacht hast, dass etwas mit dir nicht stimmt?
Tanja: Ja, natürlich. Ich habe immer gedacht, es liegt an mir, ich bin schuld. Ich bin schuld, dass mich die Menschen nicht mögen. Ich bin schuld, dass die Menschen sich von mir abwenden. Und ja, in einer Art und Weise war ich es auch, denn ich war nicht mal fair zu den Leuten und ich war immer sehr hart. Ich habe gedacht, mit Härte funktioniert das alles. Dass man aber auch ein gewisses Gefühl dabei haben darf, das war nicht immer einfach. Besonders wenn man neue Leute kennengelernt hat, denn da hat man ja immer noch im Hinterkopf, meinen sie es wirklich ehrlich.
Thomas: Und ich habe eben schon diesen Satz gesagt, der mir im Vorgespräch im Kopf geblieben ist. Ich war wie eine Marionette. Wenn ich die Tanja von damals einen Tag begleitet hätte, woran hätte ich gemerkt, dass sie nicht sie selbst ist?
Tanja: Ich hätte geschaut, was du gerade in dem Moment von mir erwartest und das hätte ich getan, dir zu gefallen. Ich hätte das gemacht. Du hättest im Endeffekt alles machen können. Und ich hätte es getan, ⁓ dir in dem Moment zu gefallen. Ob ich mir selber damit gefällt, ob es mir gut tut, das stand auf dem anderen Wettpapier. Das war mir aber in dem Moment gar nicht klar, weil mir hat es ja einfach nur gefallen, dass ich diese Menschen gefallen habe.
Thomas: Gab es einen Moment, dem du gemerkt hast, dass du eigentlich gar nicht mehr genau weißt, wer du eigentlich bist?
Tanja: Bestimmt, aber ich habe... Ich habe es erste Zeit ja gar nicht mitbekommen. Ich habe es ja nachher erst mitbekommen, wo ich wirklich nachher bei diesem Coach war und wo ich angefangen habe aufzuarbeiten, ⁓ überhaupt zu lernen, wer ich bin.
Thomas: Also er ist quasi jetzt im Rückblick. Gab es da dann, also gab es in dieser Zeit jetzt, wo du zurückgeblickt hast, die Erkenntnis, dass du dich da selbst in vielen Phasen gar nicht wieder erkannt hast?
Tanja: Naja, wiedererkannt. Wenn man das ganze Leben immer nur irgendjemandem gefallen möchte, es sei denn, man ist direkt in der Base, dann konnte man schon sein, wie man wollte. Und da habe ich mich dann auch durchgesetzt und habe auch mein Billen auch mal durchgesetzt. Und bestimmt auch bei Freunden, wo ich wirklich hundertprozentiges Vertrauen hatte. Aber wenn ich Leuten eben halt nicht vertraut habe, habe ich mich... zurückgeblickt, wirklich verstellt. Ich war eine Marionette, ⁓ zu sehen, aha, okay, das und das gefällt dir, okay, dann mache ich das. Ob es gut ist oder nicht, mal dahingestellt, aber für mich war es halt in dem Moment der einzige Weg.
Thomas: Der einzige Weg inwiefern? Also was war damals wichtig, anderen zu gefallen?
Tanja: Lob und Anerkennung. Anerkennung, dass ich das bin, dass ich Freunde habe, dass ich gesehen werde.
Thomas: hat sich das in Freundschaften Beziehungen dann auch gezeigt.
Tanja: Klar, ich war halt nicht ich. Natürlich hat man mich dann gesehen. Wenn ich zurückblicke, war es auch nie Lob und Anerkennung. Man hat sich mehr oder weniger auch bisschen lustig gemacht. Es hat weh, aber ich habe es mit mir machen lassen.
Thomas: Hattest du damals dann überhaupt gewisse Grenzen? Oder hat man alles mit dir machen können?
Tanja: Naja, Grenzen waren schon da, denn alles was männliche Personen waren, war für mich ein rotes Tuch. Ich hatte Angst vor Männern, bis ich meinen Mann kennengelernt habe, bis ich ihn... Also ich kannte ihn schon länger, ich habe irgendwann mal zu meinem Mann gesagt, er wollte schon länger... mit mir zusammenkommen und ich habe gesagt, nein, ich bin nicht gut genug für dich. Und er hat gesagt, das darf ich doch selber entscheiden. Ich sagte, nein, das entscheide ich für dich, denn ich werde dich verletzen. Ich bin nicht gut genug für dich. Und tatsächlich bin ich dann mit Menschen zusammengekommen mit Männern, die mir nicht gut getan haben, die mich, ja, die wollten mich, natürlich wollten sie mich ins Bett kriegen und ich hab in dem Moment gesagt, das geht gar nicht, was willst du von mir? Und ja, da hab ich natürlich meine Grenze gezeigt, aber oder Wir sind spazieren gegangen und in dem Moment habe ich aber meinen Mann gesehen. Der behamete noch gar nicht, wenn mein Mann war. Er wollte mich dann aber vor meinen Augen oder vor seinen Augen, diese Person mich eben halt küssen. Und da habe ich gesagt, das kannst du nicht machen. Du kannst ihn auch nicht so verletzen. Das ist auch egal. Das kannst du nicht machen. Ja und Dann habe ich mich nachher auch von ihm getrennt, weil ich gesagt habe, es geht nicht. Irgendwann sind dann mein Mann und ich zusammengekommen, weil er endlich den Mut hatte, mich zu küssen. Und da kam ich mir vor wie so ein kleiner Teenager. Oh Gott, 1000 Schmetterlinge im Bauch. Ja, es war schön. Und er hat mir einfach gezeigt, dass Liebe ist, bedingungslose Liebe ist. Vertrauen. Ein Mensch, der mit ihr durch die Kunde hingeht. Einfach ein Seelenmensch.
Thomas: Wann hast du das erste Mal gespürt, dass du auch mal nein sagen darfst?
Tanja: Oh, das fällt mir heute noch schwer. das war eigentlich erst nach meinem Coaching, wo ich langsam auch mal gesagt habe, nein, du darfst mit mir so nicht umgehen. Nein, ich lasse mit mir so nicht umgehen. Und nein, ich habe heute keine Zeit, um einfach auch mal... Ja, es ist immer noch ein Lernprozess. Ich versuche immer noch für jeden da zu sein. Aber ich habe auch für mich lernen dürfen, wenn ich irgendwann mal keine Zeit mehr für mich habe und mich keine Luft mehr habe, habe ich auch keine Zeit für andere Menschen. Ich habe die Kraft dann auch nicht mehr. Also darf ich mir selber auch mal die Zeit geben und mir meine Energie holen, damit ich sie dann auch wieder veranstalten kann.
Thomas: Kommen wir mal ein bisschen ins Business. Erzähl mal, wie bist du damals zu PM gekommen? Wie hast du die Produkte kennengelernt?
Tanja: September 22 durfte ich mit den wundervollen Produkten anfangen. Meine Sponsoren, wir beide, waren uns nicht wirklich grün. Ich mochte sie zwar immer, aber ich habe ihr das nicht wirklich gezeigt, denn ich war ein Jahr rückgängig wirklich nicht wütend. Das war nicht nett.
Thomas: Also man muss, glaube ich, erwähnen, wer deine Sponsorin ist und dass sie auch schon Gast hier im Podcast war und zwar die liebe Mandy. Und ich glaube, das sollte der Hörer glaube ich in irgendeiner Form wissen, bevor du jetzt weiter erzählst.
Tanja: Ja, die liebe Mandy, die hat mich dann registriert, war natürlich nicht ganz so erfreut darüber und ich durfte oder ich hatte denn das Glück, dass ich noch einen Fürsprecher hatte, das heißt ihre Upline hat dann gesagt, hey jeder hat eine zweite Chance verdient und ja. Ich muss auch dazu sagen, ich war nicht ganz so nett. Sie hatten mir Produkte und das ging um ein paar Cent, das ging um die Prozente. Ob sie sich da verrechnet hat oder nicht, das steht auf meinem Gartepapier. Aber ich habe dann eine WhatsApp an jemand anders schicken wollen und habe das dann aufsassig von sie geschickt und habe dann da dran gesagt, wenn sie zu doof ist zu rechnen, kann sie sich gehackt legen. Ja, das ist natürlich das Böse. Und ja, mittlerweile schäme ich mich da wirklich für. Mandy ist so eine herzensgute Person. Aber man darf eben halt lernen. Und ich durfte lernen. dass man so nicht mit Leidenschaft sprengt, aber dass ich trotzdem eine zweite Chance gekriegt habe. Das rechne ich ihr sehr hoch an und bin sehr, sehr dankbar dafür, dass sie mir ermöglicht hat, diesen Weg jetzt gehen zu dürfen.
Thomas: Sie hat ja auch dich empfohlen quasi. Kann man ja so sagen. Sie hat mir gesagt, Tanja ist auf jeden Fall jemand, der gehört in deinem Podcast. Ich glaube, die Anfangszeit hat sie oder habt ihr euch beide mittlerweile, glaube ich, gegenseitig verziehen.
Tanja: Ja, natürlich. Wir verstehen uns sehr gut. Sie ist für mich wie eine Freundin und insofern wie so eine Familie. PM ist wirklich wie eine Familie und ich liebe diese Community mit den verschiedenen Charakteren und bin auch dankbar für.
Thomas: Du hast gesagt, diese Menschen mögen mich so, wie ich wirklich bin. Nehmen uns mal mit, was hat diese Community für dich gemacht?
Tanja: Mhm. Sie nimmt mich wie ich bin. Und das mit Herz. Egal was ich sage, ob ich mal zickig bin, ob ich lieb bin, ich, keine Ahnung, ich darf wirklich so sein wie ich bin und das darf hier jeder. Und ich glaube, das ist das Wichtigste, dass jeder so akzeptiert wird, wie er ist. Ich glaube, dass ganz viele Menschen da draußen auch kleine Marionetten sind. Vielleicht nicht 24 Stunden, aber vielleicht mal 1-2 Stunden oder 8 Stunden. Ich möchte gar keinen kritisieren, aber ich weiß, wie ich damals war. Und aus dieser Bubble rauszukommen, ist manchmal gar nicht so leicht. Denn man hat ja irgendwo seine Komfortzone. Und aus dieser Komfortzone rauszukommen, das tut manchmal ganz weh. Ganz doof.
Thomas: Mhm.
Tanja: Das darf man nicht ganz oft in der Zeit erleben, aber dadurch darf man auch wachsen. Und ich glaube, Stillstand ist das Schlimmste, was im Leben passieren kann.
Thomas: War der Weg bei PM dann bisher eher eine Gesundheitsreise oder eine Persönlichkeitsreise für dich?
Tanja: Beides. Denn gesundheitlich, klar, wenn der Körper das bekommt, was er braucht, dann macht er das, was er soll. Und das schafft er durch die Nahrungsergänzungsmittel. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Aber auch mit Persönlichkeitsentwicklung, denn... Wo lernt man mehr über sich selber als im Netzwerk Marketing? Wir sind alle mit einer gewissen Persönlichkeitsentwicklung und man ist auch so nah dran. Denn viele Menschen, die im Network Marketing sind, haben entweder eine Persönlichkeitsentwicklung hinter sich oder sind selber Coaches oder, oder. Wenn man selber nicht weiter oder selber sich nicht weiterentwickelt, ja. Dann bleibt man stehen und irgendwann mal fährt der Zug weiter und man steht am Bahnhof.
Thomas: Viele glauben ja, das Schwierigste sei, Menschen anzusprechen. Ich hatte im Vorfeld uns aus Vorgesprächs aber eher das Gefühl, dass dein größter Kampf du selbst warst. Würdest du das unterschreiben?
Tanja: Ja, und das bin ich heute noch. Ich stehe mir heute noch öfters im Weg. Und ja, auch ich habe immer noch Angst, Menschen anzusprechen, weil ich denke, was könnten die jetzt denken? Aber andersherum, was ist denn das Schlimmste, was mir passieren kann, dass ich ein Nein bekomme? So what? Das Leben geht weiter, die Welt dreht sich weiter. Es findet alles nur bei uns im Kopf statt, nirgendswo anders.
Thomas: denn der Moment, wo du angefangen hast, an dich nicht selbst zu glauben
Tanja: Ja? Jeden Tag wieder. Und wenn ich dann mal den Glauben verliere, dann schaue ich zurück, was habe ich bis jetzt geschafft? Oder ich habe nette Menschen an meiner Seite, die mich daran erinnern. Hey, schau, was hast du geschafft? Und dann heißt es nur, Krone richten, Schwert raus, weitermachen.
Thomas: Du arbeitest ja jeden Tag mit Kindern. Wenn eines deiner Tageskinder genau das erleben müsste, was du damals erlebt hast, was würdest du diesem Kind sagen?
Tanja: Versuche immer du selber zu bleiben. Mach alles mit Herz. Das andere geht nicht. Und wenn das Herz gerade zu ist... Das Herz geht nicht ganz zu. Es wird immer irgendwo Licht einbrennen. Wenn man selber ganz, ganz viel Liebe in sich hat, dann strahlt man so doll. Und ich glaube nicht, dass ein Kind so viel schmerzt. Mh. haben sollte, nein. Und ich glaube, da kann man... Wenn ich so ein Kind hätte, gibt es mittlerweile auch andere Wege, wo man reden kann, wo man machen kann. Man muss es nicht erst so weit kommen lassen.
Thomas: Du hast am Ende des Vorgesprächs gesagt, dass du deinem Vater verziehen hast. Wie bist du dann überhaupt oder wie kommt man überhaupt an diesen Punkt?
Tanja: Also der Punkt war der Ich will Menschen... Ich hatte ein Bild von mir, das Bild der Madonna. Und die Madonna hatte ein Baby auf dem Arm. hm. Und wenn man ein Menschen oder auch ein Menschen so wütend ist und man sieht auf einmal dieses Kind vor einem und man setzt beides zusammen, dann kann man gar nicht mehr wütend sein. Man projiziert ja sonst dieses Gefühl auf dieses Kind. Und mir wurde einfach klar, dass mein leiblicher Vater Er wurde damals selber nicht geliebt. Wie soll er Liebe weitergeben? Er wollte anerkennen, wollte Lob, er von seiner eigenen Mutter geliebt werden. Und ja, das hat nicht wirklich funktioniert. Ich möchte auch kein bisschen Dreck ziehen. Aber ich denke persönlich ... Wenn man selber keine Liebe gelernt hat, wie soll man diese Dinge weitergeben? Das funktioniert nicht. Das heißt, man muss versuchen, selber zu lernen. Scherz der Kern.
Thomas: Ich stelle die Frage, glaube ich, direkt mal ein bisschen anders. Also bedeutet für dich Verzeihen, dass du alles vergessen hast oder bedeutet Vergebung eigentlich etwas ganz anderes für dich?
Tanja: Nein, also vergessen habe ich nicht. Vergessen kann man auch nicht. Es heißt auch nicht, dass ich die Taten, die er gemacht hat, ich die gut heiße. Das ist es auch nicht. sobald oder es anders zu sagen, wenn ich ihm nicht verzeihen kann, kann ich mir nicht verzeihen. Und wenn ich mir nicht verzeihen kann, kann ich nicht weitergehen. Dann kann ich nicht wachsen. Das heißt, Ich fange an, einem Menschen zu verzeihen, damit ich selber aus diesem Loch oder aus diesem rauskomme.
Thomas: Und was war schwerer, deinen Vater zu verzeihen oder dir selbst?
Tanja: Beides. Mir selber zu verzeihen. Denn man hat ja immer noch die alten Glaubenssätze, die man immer wieder versucht aufzulösen. Dann kommen wieder neue Glaubenssätze dazu. Ich meine, ich bin 46 Jahre alt und da sind viele Glaubenssätze gewesen. Und die waren nicht alle gut. Auch welche, die man sich selber eingeredet hat, welche, aus der Schule gekommen sind, welche aus dem Kindergarten, aus der Lehre. Also es geht ja wie ein rotes Band zieht sich das ja durch. Und ihnen zu verzeihen. Ja, das ist der erste Schritt, mir selber zu verzeihen. Mir selber zu verzeihen, ja. Zum gewissen Teil habe ich es auch schon gemacht, aber vielleicht ist es einfacher, einer Person zu verzeihen, bevor man sich selber verzeiht.
Thomas: Wenn dich heute jemand verletzt, wie reagierst du anders als früher?
Tanja: Das ist gerade meine Challenge, die mir das Universum immer schön gibt. Aber ja, ich sage es den Leuten, ich spreche sie darauf an. Ich zeige ihnen ganz klar, hey, du hast mich verletzt. Sie kriegen das meistens dann noch mit. Und naja, wenn bei beiden so ein bisschen die negative Luft raus ist, dann wird einmal darüber gesprochen und dann wird einmal gesagt, ist die Händler
Thomas: Aber hast du trotzdem noch Situationen, in denen die alte Tanja rauskommt?
Tanja: Ja klar, dann ziehe ich mich zurück und bin dann in meiner Ecke, meinem Sofa, also nicht in meinem Sofa, sondern sitze auf meinem Sofa und ja, versuche mich dann wieder irgendwo zu erben. Aber ja, kommt diese Situation zwischendurch. Sie sind aber nicht mehr so lange, wie sie damals waren. Damals war es ja nur und heute ist es vielleicht mal ein, zwei Tage, es wirklich brennt.
Thomas: Den Satz, oder doch den Spruch, hast du eben schon mal gebracht. Hör auf dein Herz. Das sagst du heute wahrscheinlich sehr häufig zu dir. Warum ist dir dieser Satz so wichtig?
Tanja: Weil das Herz ehrlich ist und das Herz ist warm und mit dem Herzen verbinde ich Liebe, Zusammenhalt. Ja, also. Ehrlichkeit ist das Wichtigste und sobald man auf das Herz hört, kann man nichts anderes sagen, außer ehrlich sein.
Thomas: Wenn gerade jemand zuhört, der sich ständig verbiegt, nur um anderen zu gefallen. Außer, hör auf dein Herz. Was würdest du dieser Person sagen?
Tanja: Versuche, um mit dir selbst zu bleiben. Und wenn du nicht weißt, wer du bist, dann fang an, die Leute zu suchen, die es ehrlich mit dir meinen und die dir einfach sagen, wer du bist. Und dann kann man sich daraus sein eigenes Ich auch irgendwo erschaffen, weil dann fängt an, das Herz irgendwann mal mitzuarbeiten. Und dann heißt es, okay, das bin ich, ja, das fühle ich. Nee, das fühle ich nicht. Genau.
Thomas: Ja, im Zweifel sind die im Laufe der Folge schon alle mal genannt worden. Aber was sind deine drei goldenen Likes? Also die drei Dinge, die jeder Mensch über Selbstwert, Vertrauen und das Leben deiner Meinung nach wissen sollte.
Tanja: Versuche aus allem einen Mehrwert zu holen. Das ist das Erste. Mach alles mit Herz. Bleibe dir immer selbst treu. Das sind die drei Goal Nuggets, die ich nun mitgeben kann. Gelingt mir auch nicht immer, aber jeden Tag immer ein Stückchen mehr. Zurückschauen, immer nach vorne schauen.
Thomas: Und gibt es einen Satz oder einen Gedanken, der dich selbst immer wieder zurückholt?
Tanja: Naja, das, was ich eben gesagt habe, ich schaue nach vorn und selbst wenn ich dann auch mal zurückschaue, was habe ich bis dato geschafft? Und was holt einen immer wieder zurück? Natürlich das, was man bis dato geschafft hat. Dann ist es schwer. Man muss es nur tun.
Thomas: Richtig, aber das Tun ist ja meistens das Problem.
Tanja: Ja, im Business wie im Privaten, ganz klar. Man muss ins Tun kommen.
Thomas: Mmh. Eine letzte Frage und dann sind wir auch schon am Ende angekommen. Wenn die Tanja von damals diese Podcast-Folge heute hören könnte, was glaubst du, würde sie dir sagen?
Tanja: Naja, ich wäre damals wahrscheinlich... Schwachsinn, das funktioniert nicht. Aber insgeheim wäre ich wahrscheinlich dankbar gewesen über einen Menschen, der mir das gesagt hätte. Weil natürlich erhoffe ich mir, dass ich jemandem vielleicht auch damit helfen kann. Und ich glaube auch nicht, dass ich alleine auf der Welt bin, die diese Probleme hat oder hatte.
Thomas: Das war's. Wir sind am Ende. Ja, ich danke dir vielmals für deine Zeit, deine Teilnahme oder dass du uns an deiner Geschichte hast teilnehmen lassen. Wir könnten wahrscheinlich noch stundenlang weiter reden, weil wir viele Dinge leider nur oberflächlich ankratzen konnten, glaube ich. Aber ich hoffe, dass die Menschen, die diesem Podcast folgen, dich jetzt ein kleines Stück. besser kennengelernt haben als vorher.
Tanja: Ja, und ich danke dir, dass ich zu dieser Podcast-Serie oder Folge eingeladen worden bin. Ja, ich freue mich, dass ich einen kleinen Einblick über mein Leben preisgeben durfte.
Thomas: Fischer. Ja. Auch vielen Dank, dass du heute wieder dabei warst. Wenn dich die Geschichte berührt hat, wenn du dich an der einen oder anderen Stelle wiedergefunden hast oder jemanden kennst, der genau diese Folge gerade hören sollte, dann teile sie gerne. Und falls du zuhörst oder zuschaust und denkst, eigentlich habe ich auch eine Geschichte zu erzählen, dann melde dich bitte sehr gerne bei mir. Ich suche keine perfekten Lebensläufe, keine Bühnenmenschen und keine großen Titel. Ich suche echte Menschen mit echten Geschichten. Vielen Dank, dass du heute wieder dabei warst und bis zur nächsten Folge von LeichtLos.
Tanja: .