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Folge 21 · Psyche & Selbstbild

Jeden Morgen ein Stein in die Hosentasche

Nach außen funktionierte sie lange als Ehefrau, Mutter und Berufstätige.

04.08.2026 50:00 Min mit Vanessa

Worum es geht

Auf einer Eltern-Kind-Kur im November 2023 steht Vanessa Schubert an einem grauen Novemberstrand und weint. Sie ist mit ihren beiden Kindern hier, um sich zu erholen. Tatsächlich hat sie den Vormittag damit verbracht, leere Weinflaschen loszuwerden, weil sie nicht in den Mülleimer des Zimmers passten, und ist auf dem Weg zum nächsten Supermarkt, um Nachschub zu holen. „Wie tief bist du eigentlich gesunken?“, fragt sie sich.

Zehn Jahre lang hat sie täglich getrunken, zuletzt anderthalb bis drei Liter. Nach außen funktionierte alles: verheiratet, zwei Kinder, Vollzeit im Einzelhandel, Vitalpartys im eigenen Haus. In der Küche stand ein Schneidebrett, hinter das genau ein Weinglas passte. Alkohol war für sie zum Problemlöser geworden – gegen das Gedankenkarussell aus zwei Kindern, zu wenig Geld und Schulden. Als im Mai 2023 die Produkte von PM-International in ihr Leben kommen, trinkt sie beides parallel, morgens das eine, abends das andere. Über diese Zeit sagt sie:

„Ich verarsche mich einfach selber, ich belüge mich einfach selber und zwar jeden Tag, indem ich denke, wenn ich das Gute trinke, dass das Schlechte neutralisiert.“

Am 27. Dezember 2023 schickt sie ihre Familie aus dem Haus. Ihr Mann kommentiert die Ankündigung mit einem einzigen Satz: „schaffst du sowieso nicht.“ Was folgt, ist ein kalter Entzug im Einzelhandel, mitten zwischen Weihnachtsgeschäft und Silvester, mit einem kleinen Stein in der Arbeitshose. Jeden Abend fällt der Stein in ein Glas. Innerhalb weniger Monate verändert sich ihr Gewicht, ihre Energie, ihr Umfeld; im Mai 2024 steht sie als Gewinnerin der ersten Step-Up Challenge vor rund 5.000 Menschen in Berlin auf der Bühne.

Das Gespräch endet dort nicht, und darin liegt sein Wert. Vanessa beschreibt die zwei Jahre danach als eine Zeit, in der sie hinter dem eigenen Bild herlief. Ihr Vater starb 2020 mit 54 Jahren an den Folgen einer Alkoholerkrankung. Und bereits in Minute sieben, lange bevor irgendetwas davon erzählt wird, sagt sie, dass sie aktuell zu Hause ist und wegen körperlicher Symptome ihrer Arbeit nicht nachgehen kann. Nüchtern zu sein hat vieles gelöst. Nicht alles.

Kapitel

Aus den Fragen im Gespräch abgeleitet.

Transkript

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Thomas: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von LeichtLos. Schön, dass du heute wieder dabei bist. Egal ob im Auto, beim Spazierengehen oder im Gym. Manche Veränderungen beginnen nicht mit einem großen Plan, sondern nur mit dem Gedanken, heute schaffe ich. Mein heutiger Gast hat in den vergangenen Jahren einen Weg zurückgelegt, den man ihr auf den ersten Blick vermutlich nicht ansieht. Wenn man sie heute erlebt, sieht man eine Frau, die Verantwortung übernimmt, Menschen zusammenbringt und bereit ist, sichtbarer zu werden. Doch hinter dieser Stärke steckt keine geradlinige Erfolgsgeschichte. Es geht heute darum, was passiert, wenn man aufhört, nur zu funktionieren und beginnt, das eigene Leben wieder bewusst in die Hand zu nehmen. Darüber, warum Veränderung oft in kleinen Schritten passiert und warum Erfolg nicht automatisch bedeutet, dass im Inneren plötzlich alles leicht ist. Ich glaube, das wird heute eine sehr ehrliche Folge über Veränderung, Verantwortung und das Wiederaufstehen. Ich freue mich sehr, dass du heute hier bist. Herzlich willkommen, Vanessa.
Vanessa: Ich danke dir, Thomas, für diese wundervolle Anmoderation. Das ist sehr, sehr schön, wenn man selber mal auf der anderen Seite sitzt und das hat. Also vielen Dank für deinen Einlag.
Thomas: Ja, schön, dass du da bist. Bevor wir über deinen Weg und alles andere sprechen, was in den vergangenen Jahren so passiert ist. Wer bist du heute, ganz unabhängig von Familie, Beruf, Business oder irgendwelchen Erfolgen?
Vanessa: Ich glaube, wenn das alles nicht ist und diese Frage, wer bin ich, stellt man sich ja häufig. Und wenn man das alles so weglässt, dann bin ich einfach nur Vanessa und ich versuche, das Leben so besonders zu machen, wie es nur irgendwie geht. Einfach zu leben und das Beste aus jedem Tag rauszuholen, schöne Zeit zu haben und ja.
Thomas: Und wenn man dich heute erlebt, sieht man eine Frau, die viel organisiert, Verantwortung übernimmt und sich auch nicht davor scheut, sichtbar zu sein. War diese Vanessa schon immer da oder ist sie erst im Laufe der vergangenen Jahre entstanden?
Vanessa: Ich glaube tatsächlich, sie war schon irgendwann immer da. Es ist ja eigentlich alles immer schon in uns drin. Es wurde nur sehr, sehr stark durch andere Menschen in meiner Vergangenheit, in meinem Leben, Umfeld gedeckt. Denn früher war das so, wenn ich zu laut gewesen bin, dann hieß es, sei leiser, fall nicht auf, dräng dich nicht in den Vordergrund rein. Also ich glaube tatsächlich, es war irgendwo, es ist immer alles schon bei uns. Aber es wird halt einfach sehr, sehr stark gedimmt, wie so eine Lampe, wo du das Licht runter schrauben kannst. Auf mir, auf diesem Licht, war anscheinend ein sehr, sehr dunkler Schatten drauf oder es wurde sehr weit runter gedimmt. Also es war nicht immer präsent.
Thomas: Du hast im Vorgespräch einen Satz gesagt, der wahrscheinlich wie ein roter Faden durch diese Folge führen wird. Heute schaffe ich. Warum ist für dich ausgerechnet der heutige Tag wichtiger geworden als jedes große Ziel, das es irgendwo in der Zukunft gibt?
Vanessa: Weil ich festgestellt habe, dass wenn man zu sehr über die Zukunft nachdenkt und was ist in 30 Tagen, was ist in 60 Tagen, 90 Tagen, also wir kennen ja alle diese Programme 30, 60, 90, dann kann das Angst machen, weil das eigentlich so, so weit weg ist und ich weiß ja gar nicht, was morgen ist. Ich weiß nicht, ob ich morgen aufstehe. Ich wusste nicht, dass ich heute Morgen mit meinem Sohn zum Arzt fahre, um den Fuß untersuchen zu lassen. Man weiß es nicht. Aber was jetzt gerade heute ist, das weiß ich und das kann ich beeinflussen und das ist ein kleiner Schritt und nicht so großer.
Thomas: Fangen wir doch mal erstmal bei dir als Person an. Für alle, die dich noch nicht kennen. Wer ist Vanessa heute? Als Frau? Als Mama? Als Mensch?
Vanessa: Ja, ich bin in diesem Jahr seit 15 Jahren verheiratet und wir leben in der Lüneburger Heide. Wir haben zwei Teenager, unser Sohn, der ist 15, unsere Tochter ist 13. Ich habe zwei Hunde-Ladies an meiner Seite, zwei wundervolle Labrador-Mädchen und ja, wir haben es uns ja eigentlich ganz schön gemacht. Ich gehe unheimlich gerne draußen wandern mittlerweile. Sportlich aktiv sind wir alle. Also irgendwas machen wir immer irgendwie. Was bin ich noch? Ich habe Einzelhandel die letzten zehn Jahre gemacht. Gelernt habe ich Bürokauffrau. Ich habe selber noch drei Brüder. Und ja, das ist so eigentlich so das. Ich liebe die Fotografie. Also auch da habe ich sehr, sehr viel Freude dran, wenn ich Zeit dazu finde. Und ansonsten. bin ich einfach glückliche Mama und liebe das, was ich gerade im Network Marketing mache.
Thomas: Du hast im Vorgespräch gesagt, dass du es eigentlich sehr ruhig magst. Gleichzeitig organisierst du Veranstaltungen, moderierst und stehst immer im Mittelpunkt. Welche dieser beiden Seiten überstreit dich besser?
Vanessa: Ich glaube, man kann das gar nicht trennen bei mir. Ich habe das immer auf den Zwillingen in mir. Also ich bin Zwilling vom Sternzeichen und die haben ja auch immer zwei Seiten. Und ich glaube, es ist tatsächlich beides da. Also ich mag mich auch sehr, sehr gerne zurückziehen, einfach Ruhe zu haben, zu entspannen. Aber es macht mir auch unheimlich Freude, etwas zurückzugeben in dieser Welt und gerade auch mit den Veranstaltungen im DSC oder beim Power Day mitzuhelfen. Das ist einfach ein schöner Beitrag, weil man hat es in der Hand, man kann die Menschen zum Lächeln bringen, man kann etwas Gutes für sie geben und tun und ich bin halt so, ich sage, du darfst auch erstmal geben und dann wirst du irgendwann erhalten. Aber einfach nur so und nicht, dass du es erwartest, sondern es macht Spaß. Es macht Spaß, Dinge zu organisieren, auf die Beine zu stellen, dann zu sehen, es funktioniert oder es funktioniert nicht, dann lernt man draus. Ja. Doch. Also ich mag beides sehr gerne. Also ich kann auch super gut mit mir alleine sein. Das funktioniert auch gut.
Thomas: Alleinsein ist bei dir ja so ein Ding, wahrscheinlich bei Teenagern, deinem Mann, den Hunden, dem Sport und dem Weg in die Selbstständigkeit. Aber wie sieht denn dann so dein Alltag aus?
Vanessa: Ich versuche mich tatsächlich sehr zu strukturieren. Ich bin hier aktuell zu Hause, arbeite in der Hauptberuflichkeit, kann aber aufgrund meiner körperlichen Symptome tatsächlich auch gerade meine Arbeit nicht nachgehen, möchte aber trotz alledem nicht einfach so in diesen Tag reinleben. Ich bin immer schon jemand gewesen, der sehr gerne früh aufsteht, sehr gerne auch schon früh Dinge erledigt. Ich stelle meinen Wecker immer auf 6 Uhr, auch wenn Ferien sind. Wobei ich jetzt in den Ferien gönne ich mir eine halbe Stunde mehr. Aber ich drücke nicht mehr die Snooze-Taste. Wenn der Wecker klingelt, stehe ich auf. Die erste Stunde kein Handy, kein Telefon, kein Social Media. Ich mache dann meinen Power Cocktail, füttere die Hunde, bereite mich vor. Wenn Schule ist, dann sorge ich dafür, dass die Kinder mit Essen und Trinken in die Schule kommen. Danach habe ich dann tatsächlich einen Slot für entweder Sport. Oder ich gehe direkt ins Business rein. Ich fahre dreimal die Woche in die Stadt und mache Kontakte. Und mittags ist dann wieder natürlich Familie. Dann kommen die Hunde wieder. Also es ist eigentlich nur so Haushalt, Hunde, Familie, Business, DSC-Veranstaltung. Ich versuche das irgendwie alles. Also ich bin wirklich komplett getaktet. Ich habe tatsächlich in meiner Struktur tagsüber 15 Uhr drinstehen, eine Stunde erstmal atmen. Das musste ich mir tatsächlich reinschreiben, sonst vergesse ich das. Bewusstes Atmen.
Thomas: Und wenn wir dich mit der Vanessa von vor fünf Jahren vergleichen, was würden wir heute kaum noch wieder erkennen?
Vanessa: Fast die ganze Frau. Also dieses ähm, ehrliche Lächeln war nicht mehr da. Ich hatte auch praktisch kein, also ich hatte schon ein Gesicht, aber es war alles sehr ähm, aufgedunsen ähm, sehr rot. Ich hätte niemals mit dir hier gesprochen. Also da wären wir gar nicht hingekommen. Ähm, ich hab, ich war abgehetzt. Ich war komplett abgehetzt. Also meine Haare waren alles ähm, trocken, verbrannt, meine ganze Haut war praktisch nur trocken. Ich hatte überall so rote Edelkirn, die ich immer versucht habe, irgendwie abzudecken. Ich hatte die schlimmsten Schatten unter den Augen. Und ich habe auch nicht mehr gelacht oder gelächelt. Also es war alles irgendwie so... Ich vergleiche das immer ganz gerne, dass man sich das so vorstellen kann. Ich weiß nicht, jeder kennt Herr der Ringe, aber man hat irgendwie schon mal Herr der Ringe-Hobbit irgendwo gehört. Aber da ist dann das Geschöpf unten unter der Erde, was so gefangen ist von diesem Schatz. Und der ist so ausgehungert und ausgemergelt. Ich war zwar nicht ausgehungert, ich war ziemlich breit, aber innerlich habe ich mich genau so gefühlt und war tatsächlich ja irgendwie nur noch ein Schatten gewesen.
Thomas: Magst du da ein bisschen näher darauf eingehen, wie diese Zeit in deinem Leben wirklich war?
Vanessa: Ja, es war tatsächlich, also jetzt ist schon ein bisschen her, aber ich war über zehn Jahre lang wirklich stark alkoholabhängig. Ich hatte tatsächlich jeden Tag getrunken. Es hatte in den zehn Jahren sich mehr aufgebaut. Getrunken habe ich aber trotzdem immer schon täglich. Davor die Jahre, also ich habe getrunken seit ich 14 bin, gab es halt irgendwo Alkoholkontaktberührung in meinem Leben. Ich war immer irgendwo Teil davon und ich konnte mir dementsprechend das auch gar nicht ohne vorstellen und irgendwann war es so, dann war es für mich ein Problemlöser geworden. Ich habe dann halt abends getrunken, damit ich endlich zur Ruhe komme, damit ich irgendwie in Schlaf komme, damit das Gedankenkarussell mit wie geht es weiter, wie kriegen wir das hin mit zwei Kindern, zu wenig Geld, Schulden. Da muss doch noch mehr sein. Also all diese ganzen Sachen habe ich dann halt einfach versucht abends stumm zu schalten. Gefühle stumm zu schalten und das hat dann halt tatsächlich mit dem Alkohol eine Zeit lang gut funktioniert. Aber wie das ist so mit allem anderen, man reicht es nicht und irgendwann brauchst du immer mehr das Gleiche zu erreichen. Und so bin ich da reingerutscht. Ich habe täglich bis anderthalb bis zwei, drei Liter Alkohol getrunken. Ich würde lügen, wenn ich sage, nur abends. Also ich habe es immer so versucht zu verheimlichen, dass meine Kinder es auf keinen Fall mitbekommen. Mein Mann wusste das. Manchmal habe ich schon 11 angefangen, weil im Film ist das ja auch. Man hat dann brunchen, brunchen, dann hast du schon Sekt trinken. Also man findet Gründe, Ausreden. Und wenn man mal so ganz ehrlich mal auf so eine Rückseite von so einem Weinetikett. Wein passt halt zu allem, egal ob Fisch, Nudeln, Pasta. Salat steht immer irgendwo zu und du kriegst es überall. Und so bin ich da reingerutscht und das war dann tatsächlich mein täglicher Standard und ja.
Thomas: Wie darf ich mir das vorstellen? Also nach außen warst du die funktionierende Mutter, Ehefrau. Wie hast du es geschafft, dass niemand gesehen hat, wie schlecht es dir wirklich ging?
Vanessa: Es gibt Make-up. Also man kann das schon ein bisschen tatsächlich irgendwie pushen und man wird halt einfach auch irgendwann, man merkt das nicht mehr. Wenn ich Freundinnen gesehen habe, die haben ein Glas Sekt getrunken und das hast du denen angemerkt, ich habe eine Flasche Sekt getrunken und das merkte man nicht. Man wird irgendwann super super vertuschen. Ich hatte hier eine Vitalparty gemacht und hatte das Haus. Ich war super aufgeregt, weil ich eigentlich sehr, sehr schüchtern bin, sehr still auch eigentlich bin. Und dann habe ich in der Küche, habe ich so Brettchen gehabt und hinter diesen Brettchen passt perfekt das Weinglas dahinter. Und immer während alle draußen saßen, bin ich rein und habe dann immer mal wieder zwischendurch was getrunken, um diesen Pegel zu halten. Und nach außen hin, wie gesagt, wenn ich den Tag funktionieren musste, dann habe ich erst abends getrunken. Also es kam auch vor, dass ich eine Spätschicht hatte. Ich war 22.30 zu Hause und hab dann meine Flasche, anderthalb Flaschen noch getrunken und bin dann irgendwann halb eins eins auf dem Sofa so im Sitzen eingeschlafen und dann irgendwie ins Bett, weil du wach geworden und geschreckt bist. Dann hab ich geschlafen bis sechs und dann bin ich ja aufgestanden. Aber das musste rein.
Thomas: Hattest du damals mehr Angst vor dem Alkohol oder davor, dass jemand die Wahrheit über dich erfährt?
Vanessa: Wahrheit, also die Scham war so groß. Ich habe immer versucht, wenn die irgendwo anders sind, habe ich vorher schon getrunken, damit ich dann währenddessen nicht so viel trinke. Aber ja, ich hatte immer Angst, dass es irgendjemand mitbekommt. Auch darüber zu sprechen, das ehrlich zuzugeben, weil das gibst du nicht einfach zu und sagst, ich bin Vanessa und ich bin eigentlich abhängig, weil es so, so negativ behaftet ist. Ich weiß aber mittlerweile, dass es sehr, sehr viele Mütter... Frauen betrifft, die in diesem Hamsterrad drin sind, die funktionieren müssen. Weil es ist halt überall erlaubt. Du bist irgendwo am Wochenende, ach, wir trinken Aperol, wir trinken Sekt, wir trinken dies. Bis zum gewissen Grad fällt es einfach nicht auf.
Thomas: Es gab dann, also das hast du im Vorgespräch erzählt, es gab dann die Eltern-Kind-Kur im November 2023. Magst du auf die drei Wochen ein bisschen näher eingehen?
Vanessa: Ja, ich hole einmal ganz kurz ein bisschen aus. Bis in dem Mai 23 oder April 23, da war ich wirklich komplett am Ende. Ich hatte tatsächlich gerade eine Knie-OP hinter mir. Also auch da hat mein Körper mir schon gesagt, der Job ist nicht mehr das, wo du hin sollst. Und hatte dann aber trotz alledem Antibiotika und trotz der OP und Thrombosespritzen halt weitergemacht und war wirklich am Ende. Und dann kam tatsächlich PM in meinem Leben mit den Produkten und ich habe dann schon von Mai an bis November morgens immer das gute Zeug getrunken, auch zwischendurch und wollte das irgendwie ausgleichen und als wir dann auf der Kur gewesen sind, mir wurde einfach immer mehr bewusst, das funktioniert nicht. Ich verarsche mich einfach selber, ich belüge mich einfach selber und zwar jeden Tag, indem ich denke, wenn ich das Gute trinke, dass das Schlechte neutralisiert. und es konnte nicht funktionieren. Dann war ich auf Mutter-Kind-Kur, habe mir natürlich mit den Kindern ein Zimmer geteilt und habe da das erste Mal gesagt, dass ich doch sehr viel Alkohol trinke. Ist ausgesprochen. Hab auch mit der Therapeutin darüber gesprochen, die dann da einmal so für mich zuständig war. Aber ich habe trotzdem die ganzen drei Wochen getrunken. Also ich habe trotzdem meinem Pegel die kompletten drei Wochen gehalten. Ich hatte so einen großen Becher so mitgebracht, wo ich das dann schon reingemacht habe und hatte dann die Flaschen im Schrank hinter den Klamotten versteckt. Ja, und morgens musste ich natürlich dann irgendwie versuchen, diese Flaschen loszuwerden, damit ja die neuen wieder Platz haben. Und dann war ich den einen Tag am Strand, es war echt schäbig, das Wettergut war November. Und ich war so am verzweifeln, weil, also ich lächle jetzt die ganze Zeit, aber damals war ich einfach nur, ich bin am Strand lang gegangen und ich hab einfach nur geweint. Ich war einfach so verzweifelt. Ich habe mich geschämt, habe mich selber richtig schlecht gemacht. Also ich habe mir so schlecht geredet, wie ich keinem Menschen in dieser Welt reden würde. Nicht mal Menschen, die ich nicht mag. Und habe mich so geschämt, weil diese Flaschen haben nicht in die Mülltonne reingepasst. Und dann musste ich gucken, wo ich die rein kriege und ich habe mir gedacht, wie tief bist du eigentlich gesunken? Du bist hier auf Kur, um dich zu erholen und du kannst selbst hier nicht abschalten, weil du die ganze Zeit immer wieder guckst. Wie kannst du, wann kannst du, wie kommst du an das Trinken ran? Wie kannst du es verheimlichen? Wie kannst du es verstecken? Ich bin dann am Strand lang, nachdem ich die dann losgeworden bin und bevor ich wieder zum nächsten Markt gegangen bin, um mir Neues zu holen, hatte ich mir eine Gehmeditation angemacht. Aber ich dachte, vielleicht hilft das irgendwie so bisschen. Und dann schön am Strand, an den Wellen und war dann so in dieser, in diesem Moment drin. Ich weiß nicht, jeder glaubt daran. Ich hab's früher auch nicht, aber ich war auf einmal wirklich an einem anderen Ort gefühlt. Und ich bin über den Krankenhausflur gegangen. Und ich bin über diesen Krankenhausflur 2020 gegangen. Auch tatsächlich im Oktober. Als ich meinem Vater das letzte Mal Lebewohl gesagt hatte. Denn auch mein Papa ist tatsächlich an einem Alkoholismus und am körperlichen Versagen, weil er halt sein Leben lang hart gearbeitet hat, keine Pausen sich gegönnt hat und immer nur malochte. plus Alkohol ist dann verstorben im Alter von 54 und ich bin da rein und ich habe gedacht, ich muss noch irgendjemanden Lebewohl oder vergeben oder irgendwas machen, aber dann lag nicht er im Bett, sondern ich. Ich war nur noch so ein richtiger Schatten, also gar nicht mehr da. So wie er war damals, habe ich mich gesehen. Und meine Kinder und mein Mann standen drum herum und hatten dann nur gesagt, so jetzt hat der Alkohol gewonnen. Verabschiedet euch, das wird der letzte Moment sein. Und dann habe ich gedacht, das kann doch nicht sein. Ich hatte doch mal irgendwo Träume, Wünsche, Ziele und ich will doch meine Kinder aufwachsen sehen. Ich möchte... Oma werden, ich möchte noch ein langes Leben haben, ich möchte noch Dinge in der Welt sehen. Und mir war ganz klar, das werde ich so nicht erreichen. Dann habe ich vielleicht noch drei, vier Jahre Zeit und das war's dann. Oder ich fahre nächstes Jahr, weil ich mich betrunken ins Auto setze gegen Baum gegen. Im schlimmsten Fall tue ich noch jemand anderen weh. Natürlich habe ich keinen Halt davor gemacht, weil ich habe mich überschätzt. Ich wusste, ich kann ja trotzdem noch Auto fahren. So und dann war mir klar, ich muss was ändern, hab dann natürlich noch weiter getrunken, weil das macht mir jetzt auch keinen Sinn mehr und dann hab ich mich vorbereitet. Auf den ersten Tag, wo ich dann nüchtern werde.
Thomas: Und das war der Tag nach Weihnachten. Ich glaube, was gesagt, der 27. Dezember.
Vanessa: Der 27. Dezember. Am 26. Dezember hatte ich am zweiten Weihnachtstag meiner Oma, eine für mich sehr wichtige Frau in meinem Leben, nochmal schön Wein zusammengetrunken. Das haben wir immer gemacht. Das war so für uns irgendwie, wir haben einfach die schönsten Gespräche dann geführt. Und ich wusste, das mache ich noch mal als Abschluss. Danach habe ich dann zu Hause alle Reste, ich dann hatte, dann noch vernichtet. Ich habe dann auch noch ein Video aufgenommen. wo ich mir dann selber gesagt habe, dass das jetzt der letzte Tag ist, das letzte Glas Wein. Also ich habe mich dabei aufgenommen und ich habe mir das später angeguckt und ich habe mich so erschrocken und ich bin aber verdammt froh, dass ich das gemacht habe. Und ich habe am nächsten Tag zu meinem Mann gesagt, so, du hast frei, schnapp dir bitte die Kinder, fahr zu Schwiegereltern, ich muss das Haus für mich alleine haben. Ich muss Ruhe haben können. Und ich höre jetzt auf zu trinken. Hab ich ganz stolz gesagt. Und hat er nur gesagt, ja, klar, schaffst du sowieso nicht. Aber er hatte Recht, weil ich hab' bisher die ganzen letzten Jahre schon versucht. Ich wusste ja, dass ich das Problem habe und das kann ich jedem mitgeben, wenn du dich fragst, ob du zu viel trinkst, dann hast du ein Problem, weil dann trinkst du zu viel. Sonst würdest du dir die Fragen nicht stellen, also darf man da ehrlich sein, ich hab's zehn Jahre verdrängt. Naja, dann sind sie weg und ich hatte mich vorbereitet, ich hatte mir so kleine Steine geholt, also das ist jetzt... Die habe ich gerade hier. Also kleine Steine geholt und eine schöne Vase. Und dann war mein Mantra geboren. Heute schaffe ich. Ich habe diesen Stein in der Hosentasche. Sobald ich morgens aufgestanden bin, war der da reingewandert. Mit dem Versprechen, heute schaffe ich. Und ich hatte auch gerade einen neuen Job angefangen, also auch da auf Arbeit, kam es in die Arbeitshose rein und es war tatsächlich echt die Hölle. Es war also diese Zeit des Kaltentzugs. Ich habe immer gedacht, ich bin nur psychisch irgendwie abhängig, aber körperlich habe ich auch so heftig gelitten. Aber ich hatte diesen Stein in der Tasche und obwohl ich im Einzelhandel gearbeitet habe, habe und trotzdem jeden Tag Kontakt hatte mit Alkohol. Du musstest die Regale einräumen, gerade die Weihnachtszeit, ganz viel trinken, dann kommt Silvester. Ihr wisst, Silvester ist überall Alkohol präsent auf jeder. Es ist immer irgendwo. Ich wusste aber, ich muss nüchtern in das Jahr 2024 reingehen, weil wenn ich das nicht schaffe, dann wird es genauso ein beschissenes, Entschuldigung, Jahr wie alle anderen und ich werde es wieder nicht schaffen. Was habe ich dann gemacht? Ich habe sehr viel geschlafen und immer nur an diesen Stein, an diesen einen Tag in meiner Hosentasche gedacht. Heute schaffe ich, der Stein geht ins Glas. Heute schaffe ich, der Stein geht ins Glas. Das war mein Mantra jeden Tag. Und wenn der Stein abends reingefallen ist, bin ich sofort ins Bett. Und so habe ich es geschafft, indem ich nicht an 30, 60, 90, ein Jahr gedacht habe, sondern halt immer nur heute.
Thomas: Was war schwerer, mit dem Trinken aufzuhören oder dir überhaupt ein Leben ohne Alkohol vorstellen zu
Vanessa: Das mit dem Trinken aufhören war eigentlich ganz einfach. Nichts mehr haben, nicht mehr trinken. Das hat ja niemand in mich reingeschüttet. Es ist genauso wie mit Essen, Rauchen, was auch immer. Es ist ganz egal, welche Sucht du nimmst. Du kannst auf alles rauchen. Aber die Vorstellung, ein Leben ohne, das war das Schlimmste. Ich konnte mir das nicht vorstellen, nicht auf einer Party dabei zu sein, nicht Wein zu trinken abends oder bei einem schönen Film oder schönem Essen. Ich glaube tatsächlich, es ist oft die Vorstellung, die Angst davor, dass wir es uns ja nicht kennen. Wie kann es ohne sein? Die Angst hat mir derzeit genommen nur heute und dann habe ich halt geguckt, was passiert und irgendwann habe ich darüber gesprochen und dann wurde es noch bisschen leichter. Und PM hat geholfen.
Thomas: Genau und jetzt machen wir nochmal einen Bogen zurück in den Mai 2023. Wie hast du die Produkte damals für dich kennengelernt?
Vanessa: Ich hatte in meiner Verzweiflung mich bei Tobias Beck angemeldet, bei dieser Tobias Beck Akademie. Und dann sollte man da im Forum von ihm natürlich, das zu beleben, schreiben, wer man ist und was so die Ziele sind. Ich hatte dann reingeschrieben, hey, ich bin Vanessa, hi, Delfin. Und ich möchte gerne bisschen mehr Geld verdienen, weil ich einfach keinen Bock mehr auf meinen Job im Einzelhandel habe. So ungefähr war das da drin. Und das hatte meine Sponsoren damals gesehen und hatte mir drei Sprachnachrichten bei Facebook geschickt. Und ich bin ganz ehrlich, normalerweise habe ich sowas einfach ignoriert. Aber da war was drin, in der Stimme bei der Caro, wo ich gedacht habe, vielleicht könnte das ja mal eine Chance sein. Und es war alles sehr sympathisch und da habe ich mir das Ganze angehört. Wir haben uns an einem Zoom getroffen. Und auf einmal habe ich dann von Darmgesundheit und Darmzotten und dies und das und jenes und Bioverfügbarkeit und NTC gehört. Und ich habe gesagt, das ist ja alles ganz nett. Aber wenn wirklich nur ein Bruchteil von dem stimmt, was die da sagen, dann kann es vielleicht mir tatsächlich helfen mit meinem Alkoholproblem. Das habe ich natürlich niemandem gesagt. Und ich hab dann einfach nur Ja gesagt. Bin dann Teampartner geworden mit Hasche und Aminos und allem drum und dran. Und ich hab die ganze Zeit nicht nach dem Preis gefragt, weil ich mich einfach A nicht mehr getraut habe und B sowieso schon so verzweifelt war. Und ja, und dann kam das. Und ich wollte natürlich super sein. Ich wollte, hab mir gleich ein Netwip-Buch geholt und dies und das. Funktioniert nicht, wenn du nicht an deinen eigenen Themen arbeitest. Also wenn du nicht nach Gesundheit aussiehst und nicht ausstrahlst, wird es schwer.
Thomas: ich gerade fragen. Also ich stelle mir das persönlich gerade sehr widersprüchlich für sich selber vor. auf der einen Seite hast du dieses Laster und auf der anderen Seite kommt da was in deinem Leben, was deiner Gesundheit gut tut, gut tun soll. Wie passt dir das da? Erklär mir das mal. Ich kann das nicht nachvollziehen, deshalb frage ich das so doof. Erklär mir mal, wie passt das zusammen und wie konntest du dir vorstellen, dass das wirklich funktioniert?
Vanessa: Ich konnte es mir nicht vorstellen. Ich war einfach nur verzweifelt und ich konnte es mir auch eigentlich gar nicht leisten. Es war auch finanziell eigentlich überhaupt gar nicht drin. Das sind so Dinge. es ging ja gar nicht. Aber irgendwie habe ich es möglich gemacht, weil ich wollte so nicht leben. war ja schon mal schlank vorher und ich war ja auch nicht immer so verzweifelt. Darum, ich mochte mich auch so gar nicht. Und ich habe halt nach jedem Strohhalm gegriffen und natürlich hat es nach außen hin nicht gepasst und viele sind erst lange Zeit danach gestartet bei mir, weil sie dann gesehen haben, okay jetzt passiert ja wirklich was. Am Anfang war es halt einfach leeres Gequatsche. Ja, ich hatte mehr Energie, mir ging es auch besser, aber das hat man nicht gesehen. Und das wirkte einfach auch nicht authentisch. das konnte gar nicht gehen. Aber ich hatte halt diesen Hoffnungsschimmer, weil ich halt bei so vielen anderen gesehen habe, dass es funktioniert, dass es hilft, dass sie abnehmen, dass sie so viele Themen. Ich hab's halt bei anderen gesehen und ich hab dann irgendwie gehofft und vertraut, dass es bei mir dann auch irgendwann reicht.
Thomas: dann hast du, wenn ich jetzt richtig rechne, knapp ein Dreivierteljahr morgens und abends das gute Zeug getrunken und zwischendrin dann halt den Alkohol. Genau, das andere.
Vanessa: Das andere. Ja,
Thomas: Und dann kam der 27. Dezember und du hast den Alkohol abgeschworen. Und dann fing das Jahr 2024 an. Und ich glaube... Für das Jahr kannst du, glaube ich, eigenes Buch schreiben. Zumindest, glaube ich, allein schon für das erste halbe Jahr, wenn ich mich unser Vorgespräch erinnere. Ich will gar nicht weiter groß ausholen. Erzähl mal, was ist für dich alles im ersten halben Jahr 2024 passiert?
Vanessa: Also begonnen hat alles mit dem 27.12. Es kam dann noch ein Zeichen, dass das genau der richtige Weg sein sollte, denn es kam zum Mittag hin die E-Mail von PM mit... ...melde dich jetzt im Januar an zur Step-Up-Challenge, erreiche neue Horizonte, verändere was in deinem Leben und ich habe gedacht, da wollt ihr mich verarschen? Wisst ihr ja, was ich gerade vorhabe, aber okay, machst du mal mit im Januar. Ich hab mich dann beworben, Vorher-Nachher-Bild eingereicht. Das hab ich hier tatsächlich vor dieser Wand gemacht. Da hab ich dann noch den D-Drink in der Hand. Weil man sollte so die Produkte, einem helfen. Für mich waren zu dem Zeitpunkt D-Drink, Restorate und Aminos das Nonplusultra, weil das halt diese Entgiftung beschleunigt hat. Und ... ja, dann hatte ich mich beworben. Und dann ging's wie gesagt, schon los mit diesem Heute-Schaff-Ich. Ähm hab meinen Tag einfach weitergemacht. mein Alltag hat ja nicht aufgehört. Das war ja trotzdem alles noch. Kinder, Hunde, Vereinsarbeit, Dienstags, jenes und so weiter. Und hab dann Serisack gemacht, Entgiftung gemacht, Entzug gemacht. Reece hat auch noch irgendwann dazwischen dann durch und dann ging das Gewicht drunter. Das Gewicht ging runter, meine Laune wurde besser. Es war sowieso, als ob du so eine Decke wegreißt. In den alten Filmen kennt man, dass über Möbel immer so die Sachen rübergelegt werden und dann ziehst du die ab und es ist der ganze Staubfeld runter und es leuchtet alles. Und so war das dann bei mir. Und im Januar hatte ich noch einen Scheck von 88 Cent. Ist so geil. Es gibt dafür nicht mal eine Abrechnung, weil das so wenig war. Und dann kam der Februar. Und mit dem Februar kam einfach mehr Energie, mehr Hoffnung. Es ging mir... energiemäßig viel, besser. Und auf einmal habe ich was ausgestrahlt. Das hat die Menschen angezogen. Und dann kamen tolle Menschen wie Petra und wie Camilla. Und die kamen dann alle in mein Team und Jesse und auf einmal haben alle so mitgezogen, weil ich so begeistert war, habe ich dann andere angesteckt. Und dann kam irgendwann, ich glaube Ende März, die E-Mail von PM so, reicht mal bitte dein Zwischenergebnis ein. Und habe ich dann wieder hier ein Bild gemacht und ich hatte mich schon echt toll gefühlt. Es waren dann zu dem Zeitpunkt 15 Kilo waren dann weg und hab das Ganze losgeschickt und dann kam dann irgendwann im März eine E-Mail. Damals war das noch ein bisschen anders. Ich würde jetzt nicht ganz so weit ausholen. Da wurde von einem Gremium dann geguckt, wer hat die besten Ergebnisse und ich bin dann zur Landesgewinnerin für Deutschland gekürt worden. Das wusste ich aber nicht. In der E-Mail stand nur drin, herzlichen Glückwunsch, du hast gewonnen. Aber was wusste ich nicht. Und dann war ich im DSC Hamburg-Norderstedt und da war die liebe Gisie Adler. Also damals hieß sie ja noch nicht Adler. Und ich hab sie das erste Mal kennengelernt. Und das war wie so ein Promi, du siehst, weil sie ist hier sonst nur auf den BA's. Und ich bin dann so ganz schüchtern hingegangen, ich so, du bist doch die Gisie von den BA's, oder? Ja. Ja, ich hab ne E-Mail bekommen, da stand irgendwie drin, ich hab gewonnen. Ja, wie heißt du? Ich bin Vanessa und so. Ach du bist die Vanessa. Auf einmal kam das von ihr und ich so, okay, ja. Ja, komm lass mal ein Foto machen. Das gibt es doch heute noch. Und dann haben wir ein Foto und kurz erzählt und dann sind sie auseinander. So, Gizi, was habe ich denn jetzt gewonnen? Vanessa, du bist die Landesgewinnerin für Deutschland und wenn du ins Finale kommst, kommst du mit nach Berlin. Die ganze Rückfahrt von Hamburg nach Hause, anderthalb Stunden, habe ich immer wieder zu meinem Mann gesagt, habe ich das jetzt wirklich? Habe ich das wirklich? Weil ich war wirklich, ich habe bis dahin nicht mal 5 Euro im Lotto gewonnen. Selbst wenn ich mal gespielt habe. Also ich habe wirklich nicht gewonnen. Tombola-Lose, Trostpreis und so weiter. Ja dann wurde alles irgendwie ganz besonders. Dann sollte ich auf einmal ein Video drehen, weil ich leider nicht zu BA konnte, weil ich arbeiten musste. Dann sollte ich ein Video drehen, was... aufgespielt wurde bei der BA, auf einmal war mein Bild, also ich da zu sehen. Und es war so besonders für mich, so diese ganze Reise, wirklich so dieses, ich habe mich entschieden zu leben gegen die Sucht, gegen dieses Gefangensein, meinen Körper selber wiederzuholen und dann werde ich so belohnt dafür. Auf einmal macht sich das ganze neue Leben für mich auf und Ich kriege heute noch Gänsehaut, weil das so besonders war. Die Menschen kamen und die Gelegenheiten sind gekommen. Dann durfte ich im Mai auf der BA, durfte ich dann sprechen und durfte Werbung für mich machen und mir die Ehrung für den IMM abholen, weil den hatten wir dann nämlich auch geschafft. Vom Manager im Januar zum ... Februar sind wir richtig gestartet. IMM im April, damit ich ja auch für den Webmanagement-Kongress qualifiziert bin. Und dann bin ich tatsächlich im Mai auch ins Finale gewählt worden, durfte dann Deutschland vertreten auf dem Webmanagement-Kongress in Berlin. Ich war noch nie in Berlin vorher.
Thomas: Und dann standest du vor tausenden von Menschen in Berlin auf der Bühne und Ja, du hast am Ende die erste Step-Up Challenge dann als Gewinnerin verlassen dürfen. Was hast du an diesem Abend wirklich gewonnen? Ein Titel oder dich selber zurück?
Vanessa: mich selber. Also es war schon der ganze, es ist alles im Hotel und vorher war schon so besonders, ich war mit so großartigen Menschen da und ich war bis dahin einfach immer noch die kleine Vanessa vom Dorf. Also man muss sich das wirklich vorstellen, klein, schüchtern, keine Freunde. Ich wurde nie zum Geburtstag eingeladen. In meiner Familie war das Mindset, wir kleinen Menschen, wir werden nie viel erreichen, werden nie groß, Geld ist schlecht und all diese ganzen Dinge, die immer negativen, habe ich wirklich bis ich 25, 30 bin, immer eingetrichtert bekommen. Auf einmal sind da Menschen, die an mich glauben. Aus dem großen Team, wo ich herkomme, da haben die Plakate gemacht, die waren da, die haben vorher so viel Feedback und positive Gedanken geschickt. Das waren so viele Menschen, die auf einmal an mich geglaubt haben, selbst wenn ich nicht an mich geglaubt... waren da ganz viele Menschen, die an mich geglaubt haben, die mir Kraft gegeben haben. Ich habe sehr viel Selbstwertgefühl gewonnen und auch sehr viele tolle Menschen. Ich stand auf dieser Bühne und der machte da sein Dromborium und der eine hatte noch erzählt und ich habe kein Wort verstanden. Ich stehe da und ungefähr 5000 Menschen waren das gewesen, plus die ganzen, die dann auch noch live dabei waren. Und ich hab so gedacht, egal was jetzt aus diesem Umschlag da, welcher Name auch immer rauskommt, A ich freue mich für jeden und B ich habe schon alles gewonnen. Meine Kinder sind wahnsinnig stolz zu Hause. Die freuen sich so, dass ich das geschafft habe, dass ich jetzt abends ihn... Ich hab das geübt, es funktioniert noch nicht so gut. Den ich abends gute Nacht sagen kann, ohne nach Alkohol zu stinken oder ohne auf dem Sofa einzuschlafen und da sein kann, präsent bin und nicht benebelt und... Meine Ehe hat's gerettet, mein ganzes Leben hat's total komplett zum Positiven verändert und dann war für mich klar, egal was da kommt, ich hab schon alles gewonnen. Alles wofür ich losgegangen bin, dieser Challenge, das Gewinnen war für mich nie wichtig. Ich hatte in dem Moment schon alles gewonnen, weil das konnte mir noch keiner mehr nehmen. Ich stehe auf dieser Bühne vor so vielen tollen, Rolf und Vicky saßen in der ersten Reihe und ich habe das gewonnen. Danach durfte ich sogar Rolf persönlich kennen und mit Vicky habe ich mich über ihre tollen Schuhe unterhalten. So, das ist... Das war schon sehr, sehr besonders. Ja.
Thomas: Was geht dann in einem vor, der Ja, sechs Monate vorher noch. täglich brauchte und dann quasi so als Vorzeigeobjekt, das ist jetzt nicht mal negativ gemeint, aber als Vorzeigeobjekt auf der Bühne steht und als Gewinner gekürt wird.
Vanessa: Es waren zwei Welten. Also es war so die Vanessa vor dem 27.12. und dann auf einmal, also ich hab auch sehr, sehr Menschen, die schon mal viel abgenommen haben, die kennen das. Man hat noch so dieses Phantomgewicht dran, dass man, wenn man einkaufen geht, immer noch die großen Größenkauf guckt oder sowas. Und dieses Gefühl. Das war ganz lange, lange, lange, lange Zeit noch da. Also ich will noch nicht mal sagen, dass es jetzt 100 Prozent weg ist, aber man... Nach außen strahlt man das aus. Souveränität, Ergebnis, Erfolg, weil man den Pokal praktisch hochhält. Aber das Innere, das braucht sehr, sehr viel länger. Die Seele hat ja sehr, sehr viel abgestumpft und sehr viel einstecken müssen. Also viele Erlebnisse, viele Dinge, wo man einfach immer noch ein schlechtes Gewissen hat und man kann das. Also ich konnte das gar nicht so richtig alles. Ich hab zwar, aber es war irgendwie wie so ein Autopilot. Es war toll. Wir waren dann in Italien und in Luxemburg durften wir sein. Aber es war wie so ein Film, den du auf schneller machen drückst. es ist immer so, so ein bisschen haltest immer hinterher. Also die Sprache kommt nicht so ganz mit oder stockt so ein bisschen. Und so war das eigentlich 2024, 2025. Ich kam hinter diesem Bild. Vom Außen kam ich im Inneren nicht hinterher. Also ich hab da sehr lange Zeit gebraucht, dann sind auch ein paar andere Dinge passiert, wo ich mich geöffnet habe und gedacht habe, da ist alles super und Freundschaft und schnell gemerkt habe, es war irgendwie wie so eine Hinterherrenne, als ob ich darum... immer noch darum kämpfe anerkannt zu werden, gesehen zu werden, lieb gehabt zu werden, bis ich dann festgestellt habe, dass ich das so gar nicht möchte und dass ich das gar nicht mehr brauche. Aber die Seele braucht immer ein bisschen länger, damit zu kommen. Das hat schon sehr viel Kraft gekostet. Es war schön, aber wie das so ist mit Medaillen, es hat immer zwei Seiten.
Thomas: und Dem Ganzen dann auch noch obendrauf kamen dann deine Aktivitäten im DSC Norderstedt. Du hast angefangen Verantwortung zu übernehmen und warum war das für dich so schnell klar? Diese Aufgabe übernehme ich.
Vanessa: Ja, vergesst den Power Day in Seewital nicht, da unterstütze ich auch in der Crew mit. Das haben wir gar nicht vorher darüber gesprochen. Also da sieht man mich dann auch immer sehr gerne am Anfang. Weil mir einfach ganz klar ist, dass du darfst dir was zurückgeben. PM hat mir so, so viel geschenkt und all die Menschen, die Beiträge leisten, wie du mit deinem Podcast oder Joachim Heberlein, Christian Hohmann. Also diese ganzen Menschen. Es ist ja immer, man hört ja immer wieder, ich greife jetzt bisschen vor, ich später, höre das mal, höre auf die Menschen, die da sind, wo du hin möchtest. Und die sagen, du darfst hier geben. Sei für die Menschen da, interessiere dich für die Menschen. Und ich Power Day, DSC, das sind alles Sachen, die geben so einen großen Mehrwert, weil du schaffst einen Raum, wo Menschen zusammenkommen können. wo Menschen wachsen können und einfach die Möglichkeit haben, wenn sie vielleicht zu Hause das nicht haben. Vielleicht ist zu Hause ein Partner, der dagegen ist und die Frau kann aber im DSC mutig sein und kann ihren Weg da gehen und das kann sie vielleicht zu Hause nicht, weil sie nicht wertgeschätzt wird. Und für mich ist Wertschätzung auch ein großer Teil, weil es hat dich vorher nie. Und bei PM schätzen die Menschen dich so wert, wie du bist. Und wenn du sagst, der Power Cocktail ist lecker, dann kriegst du Applaus und das ist halt einfach schön. Und dafür bin ich super gerne bereit, diesen Raum zu schaffen und das auch zu übernehmen. Ich habe das jetzt erst dieses Jahr im Januar übernommen im DSC. Power Day habe ich schon im letzten Jahr immer mitgemacht und unterstützt. Aber auch so, ich war immer einfach irgendwo da, weil A, ich kann nicht nichts machen. Ich brauche immer irgendwie eine Aufgabe und ich habe einfach gespürt. Und ich spüre es jeden Tag. PM ist für mich absolut alternativlos. Es gibt für mich in diesem Leben, das zu erreichen, was ich jetzt an Träumen wieder ausgegraben habe, keine andere Möglichkeit als PM. Und das ist für mich... dann kann ich doch nur alles zurückgeben, was ich irgendwie kann, das einfach mit zu unterstützen und zu helfen. Und so kam es mit dem DSC und ich liebs, es macht Spaß und ja.
Thomas: Und ich glaube, wir könnten noch stundenlang weiter quatschen, aber mal so langsam zum Ende. Wenn gerade eine Frau zuhört, die nach außen alles im Griff hat und abends heimlich trinkt, was würdest du dieser Frau sagen?
Vanessa: Also ich würde nicht sagen, hör auf, weil das weiß man. Ich würde sagen, meine Liebe, da draußen wartet so ein geiles Leben auf dich. Denn nüchtern zu sein, sich an jedes Gespräch zu erinnern, an jeden Moment komplett klar selber zu entscheiden und nicht gesteuert durch dieses Monster dort, ist die größte die ich mir vorstellen kann. Ich möchte nicht einen Tag mehr, ich will mir gar nicht mehr vorstellen, wie es wäre, nochmal irgendwas zu trinken, weil dieses benommene Gefühl will ich nie wieder spüren. Ich habe jetzt die absolute Macht über meinen eigenen Körper und es ist möglich, indem man einen Schritt nach dem anderen geht und einen Tag nach dem anderen geht und zu wissen, Es ist meine Verantwortung. Nur ich selber habe es in der Hand. Keiner von außen kann mir das sagen. Ich habe nicht darauf gewartet, dass ein Arzt kommt und bei mir einen Entzug macht, weil ich wusste doch, ich bin ja das Problem. Ich trinke ja, ich führe das Glas dahin und niemand anderes. Du hast alles selber in der Hand und du bist stark und du wirst das erreichen, weil du wirst in deinem Leben schon so viel geschafft haben und das schaffst du auch noch und danach. Wenn du einen nach dem anderen schaffst, dann hast du irgendwann 30, 60, 90 Tage und irgendwann wie in meinem Fall über 900 Tage nüchtern. Und du wirst nicht einen einzigen Tag in deinem Leben bereuen, den du nüchtern warst, aber du wirst noch die anderen nächsten Tage bereuen, an denen du es nicht bist. Du schaffst das und ich glaube an dich und
Thomas: Eigentlich habe ich diese obligatorische Frage am Ende nach den drei goldenen Nuggets. Ich habe aber irgendwo das Gefühl, dass das jetzt sehr plump wäre, diese noch hinterher zu fragen. Ich muss es trotzdem tun. Was sind denn deine drei...
Vanessa: Macht's
Thomas: Ja, das stimmt. Was sind denn deine drei goldenen Nuggets? Also die drei Dinge, die du jedem Menschen mitgeben würdest, der sein Leben verändern will, aber... vor dem ganzen Weg zurück steigt.
Vanessa: Übernimm selber die Verantwortung. Hör auf die Menschen, die da sind, wo du hin möchtest. Sei es jetzt jemand, der es geschafft hat, aufzuhören zu rauchen, aufgehört zu trinken. Und dann einen Schritt nach dem anderen. Ein Tag nach dem anderen, Step by Step. Und das war's. Und dann kommst du irgendwo an. Du musst nicht rennen, musst nicht schnell sein. Nur einen Schritt vor den nächsten, nicht zu stolpern und nicht schrauben. Und wenn du kurz stehen bleibst, weil du mal kurz Luft holen musst, dann machst du einfach am nächsten Tag weiter. Das war's.
Thomas: Step by step. Wo siehst du dich? In einem Jahr.
Vanessa: In einem Jahr bin ich im Silberpresidents Team und ich habe meinen Rucksack aufgeschnallt. Da ist meine Kamera drin und ich wandere an die schönsten Orte der Welt, um Fotos zu machen, die ich dann in einem Kalender veröffentliche für Frauen, Mütter. die noch nicht aus ihrem Hamsterrad rauskommen können, aber die davon träumen, dass sie im Leben noch mehrere schöne Orte auf sie warten, als sie sich vorstellen können.
Thomas: Wenn die Vanessa vom 26. Dezember 2023, die sich ein Leben ohne Alkohol noch nicht vorstellen konnte, diese Folge anhören könnte, was glaubst du, würde sie dir sagen?
Vanessa: Du hast richtig gemacht. Mach einfach genauso weiter. Sei mutig, hör auf dein Bauchgefühl, triff eine Entscheidung, eine echte Entscheidung, nicht nur ein bisschen und dann wird sich dein ganzes Leben verändern. Habe einfach nur Vertrauen.
Thomas: Also ich weiß nicht, wie es jetzt den anderen ging, die zugehört oder zugeschaut haben, aber ich hatte in dieser Folge, glaube ich, fünf, sechs Mal eine richtige Gänsehaut. Und ich danke dir vielmals für deine Zeit und für das Teilen deiner Geschichte. Und ich hoffe ganz stark, wir, dass du mit den Teilen deiner Geschichte vielleicht ein, zwei Personen mindestens erreichst und deren Leben dadurch verändern kannst. Vielen lieben Dank, dass du da warst.
Vanessa: dass du mich eingeladen hast.
Thomas: Ja, und jetzt richte ich mich an dich, lieber Zuhörer, lieber Zuschauer. Auch dir vielen Dank, dass du dir heute die Folge gönnt hast, dass du dir die Zeit genommen hast für dich und dieses Folge dir angehört hast. Wenn du selber mal das Gefühl hast, ich habe eine Geschichte, die ich gerne mal teilen wollen würde. Oder vielleicht kennst du ja eine Person, deren Geschichte geteilt werden sollte, dann melde dich bitte bei mir. Und ich freue mich, wenn du auch beim nächsten Mal wieder dabei bist und wünsche dir bis dahin alles Gute. Ciao.